Gefälschte Briefe im Umlauf

DHL-Warnung: Viele Bürger erhalten derzeit Post vom „Gerichtsvollzieher“

Eine Frau öffnet mit ihrem Schlüssel den Briefkasten.
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Vorsicht geboten: Post vom „Gerichtsvollzieher“ sorgt derzeit für Verunsicherung bei DHL-Kunden (Symbolbild)

Kriminelle nutzen zunehmend DHL, um täuschend echte Mahnschreiben zu verschicken. So erkennen Sie, dass etwas nicht stimmt und vermeiden teure Fehler.

Hamm – DHL Group ist der bekannteste und weltweit führende Logistikanbieter. Doch die Bekanntheit machen sich Betrüger zunehmend zunutze. Aktuell erreichen zahlreiche Empfänger Schreiben, die angeblich von einem „Gerichtsvollzieher“ stammen und zu Zahlungen auffordern, informiert das Online-Magazin netzwelt.de. Warum Betroffene jetzt vorsichtig sein sollten.

DHL-Betrug: Kunden erhalten betrügerisches Schreiben im Briefkasten

Betrugsversuche im Namen von DHL sind nichts Neues. Vor Kurzem erst warnte die Verbraucherzentrale in ihrem Phishing-Radar vor einem DHL-Betrug, bei der Kunden gefälschte E-Mails wegen offener Zollgebühren erhielten.

Dem Bericht zufolge handelt es sich im aktuellen Fall um eine raffinierte Betrugsmasche, bei der Betrüger offizielle Logos und persönliche Daten verwenden, um Vertrauen bei den potenziellen Opfern zu erwecken und sie dadurch zur Überweisung großer Summen zu bewegen. Die gefälschte Mahnungen oder Pfändungsbeschlüsse vom Gerichtsvollzieher wirken offiziell und sehen dabei so täuschend echt aus, dass sie für die Betroffenen kaum zu erkennen sind.

Neue DHL-Betrugsmasche im Umlauf: So gehen die Betrüger vor

Ein solches Schreiben erhielt ein Rentner aus Bitterfeld, berichtet der MDR Sachsen-Anhalt. Demnach erhielt der 67-Jährige zunächst eine vermeintliche Nachricht von DHL auf sein Handy, die eine Zustellung des Pfändungsbeschlusses eines Obergerichtsvollziehers für den nächsten Tag ankündigte. Tatsächlich erhielt der Betroffene laut eigener Aussage am nächsten Tag einen „hochwertiges Kuvert aus Pappe“ in seinem Briefkasten.

Der Inhalt: „Zwei Blätter, sehr amtlich, mehrfarbig, mit Stempel, Siegel und Unterschrift. Korrekt adressiert, mit allen persönlichen Daten“, so der Rentner. Im Schreiben wurde ihm vorgeworfen, an einer Telefon-Lotterie teilgenommen und nicht bezahlt zu haben. Dafür sei nun ein Schadenersatz von knapp 1000 Euro zu zahlen.

Nach 35 Jahren Tätigkeit in einer Bank, kenne sich der Rentner allerdings mit amtlichen Schreiben aus und entdeckte nach genauer Betrachtung einige Ungereimtheiten. Neben kleineren Rechtschreibfehlern, hinterließ der vermeintliche Obergerichtsvollzieher aus Frankfurt keine Festnetznummer, sondern lediglich einen Mobilfunkkontakt. Auch die E-Mail-Adresse wirkte nicht unbedingt amtlich seriös. Eine Internetrecherche zeigte schließlich, dass der angebliche Gerichtsvollzieher aus Frankfurt nicht existiert. Wer auf PayPal eine unbekannte Zahlung erhält, sollte ebenfalls vorsichtig sein.

Phishing-Betrug per Post: Woran Sie gefälschte Gerichtsvollzieher-Briefe erkennen

Wie Daniela Merke vom Gerichtsvollzieherverband Sachsen-Anhalt gegenüber dem MDR bestätigte, häufen sich die Fälle in ganz Deutschland. „Das wird heutzutage sehr gut gefälscht. Bei einer Zahlungsaufforderung von einem Gerichtsvollzieher ist darauf zu achten, dass der Gerichtsvollzieher aus der Stadt kommt, wo man selbst wohnt, denn es gibt eine feste örtliche Zuständigkeit“, erklärte sie.

Bei Unsicherheiten rät sie beim zuständigen Amtsgericht anzurufen und bei der Gerichtsvollzieher-Verteilerstelle nachzufragen. Auch die Verbraucherzentrale nennt hilfreiche Tipps, woran man den Betrug erkennt:

  • Rechtschreib- und Grammatikfehler: Offizielle Dokumente enthalten in der Regel keine Tippfehler.
  • Ausländische Kontodaten: Deutsche Behörden nutzen deutsche Bankverbindungen.
  • Kurze Fristsetzung und Androhung von Maßnahmen: Aufforderungen zur schnellen Zahlung oder Dateneingabe.
  • Unseriöse Kontaktdaten: Ungewohnte Telefonnummern oder Mailadressen.

DHL warnt auf seiner Webseite ebenfalls vor Betrugsmaschen via SMS oder E-Mails. Kürzlich wurde auch vor einem Telefon-Betrug mit falschen Polizisten gewarnt. Derweil häufen sich auch Fälle eines Bürgergeld-Betrugs. (vw)

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