Debatte um Sonderbehandlung

Mette-Marit ungeschminkt: Zweiter Gefängnis-Besuch bei Sohn Marius sorgt für Diskussionen

Ungeschminkt und sichtlich angespannt fährt Mette-Marit erneut zum Osloer Gefängnis. Ihr zweiter Besuch bei Sohn Marius wirft Fragen auf.

Am Mittwochabend (12. Februar) rollt erneut eine schwarze Wagenkolonne durch das Tor des Osloer Stadtgefängnisses. Kronprinzessin Mette-Marit (52) sitzt ungeschminkt auf dem Beifahrersitz eines dunklen BMW X5, trägt Brille und wirkt angespannt. Das berichtet die Bild-Zeitung. Gut eine Stunde später verlässt der Konvoi das Areal wieder. Es ist bereits der zweite Besuch von Mette-Marit bei ihrem Sohn Marius Borg Høiby (29) – auch Kronprinz Haakon (52) ist dabei, er sitzt im anderen Wagen. Er ist bereits zum dritten Mal bei Marius. Und genau das sorgt in Norwegen für heftige Diskussionen über eine mögliche Sonderbehandlung.

Mette-Marit (li.) und Haakon (re.) besuchen Marius im Gefängnis, wo er nach den Prozesstagen hingebracht wird.

Marius Borg Høiby sitzt seit Anfang Februar in Untersuchungshaft. Der 29-Jährige muss sich vor dem Osloer Bezirksgericht wegen schwerer Vorwürfe verantworten, darunter mutmaßliche Vergewaltigung und Körperverletzung. Insgesamt 38 Anklagepunkte lasten auf ihm. Der Prozess, der am 3. Februar begann, ist auf sieben Wochen angesetzt. Bereits am Donnerstag (5. Februar) besuchten Mette-Marit und Kronprinz Haakon (52) gemeinsam ihren (Stief-)Sohn im Gefängnis, wie die norwegische Boulevardzeitung Se og Hør dokumentierte. Nur zwei Tage später, am Samstag (7. Februar), kam Haakon erneut – diesmal allein, wie die norwegische Tageszeitung VG berichtete.

Mette-Marit zwischen Muttersein und öffentlicher Wahrnehmung: Darum sorgen die Gefängnisbesuche für Wirbel

Mehrere Besuche innerhalb weniger Tage sind im regulären Gefängnisalltag aber die Ausnahme. Für die Osloer Haftanstalt gilt eigentlich ein Besuch pro Woche pro Inhaftierter Person. Gefängnisdirektor Nils Leyell Finstad betont gegenüber der norwegischen Boulevardzeitung VG: „Ich unterliege einer gesetzlichen Verschwiegenheitspflicht, möchte aber dennoch sagen, dass die Angehörigen hier ganz klar zum Ausdruck gebracht haben, dass sie keine Sonderbehandlung wünschen und diese auch nicht erhalten haben.“ Dennoch räumte Finstad ein, dass das Gefängnis derzeit weniger Insassen beherberge als üblich, was mehr Flexibilität bei Besuchen ermögliche.

Die öffentliche Aufmerksamkeit ist enorm. Besonders brisant: Auch Mette-Marit steht verstärkt im Fokus. Nach Berichten über frühere Kontakte zu Jeffrey Epstein (66, † 2019) hatte sie sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, wie der königliche Terminkalender offenbart. Ein heikler Balanceakt für das norwegische Königshaus: Einerseits will die Familie Zusammenhalt demonstrieren, andererseits muss unbedingt der Eindruck vermieden werden, für Royals gälten andere Regeln als für normale Bürger.

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König Harald im Mai 2024 im Palast in Oslo.
Königin Sonja bei der Hochzeit ihrer Tochter Prinzessin Märtha Louise am 31. August 2024 in Geiranger.
Kronprinz Haakon am norwegischen Nationalfeiertag 2024 auf Gut Skaugum.
Kronprinzessin Mette-Marit am norwegischen Nationalfeiertag 2024 auf Gut Skaugum.
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„Die Kronprinzenfamilie steht im Zentrum eines Sturms und lebt unter unmenschlichem Druck“, erklärt Caroline Vagle, Königshausexpertin der Wochenzeitschrift Se og Hør. „Der Kronprinz hat sich die ganze Zeit über als Fels in der Brandung erwiesen“, fügt sie hinzu. Fest steht: Solange der Prozess läuft, dürften weitere Fahrten zum Gefängnis folgen – und die Debatte über mögliche Sonderbehandlung wird sich anschließen. Verwendete Quellen: bild.de, vg.no, seher.no

Rubriklistenbild: © ODD ANDERSEN / AFP

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