Norwegisches Königshaus

Jahrelanger Kontakt: Stolpert Kronprinzessin Mette-Marit über Epstein-Affäre?

Während ihr Sohn vor Gericht steht, holen Mette-Marit neue Enthüllungen über ihre Kontakte zu Jeffrey Epstein ein. Die Kronprinzessin ist allein.

Für Kronprinzessin Mette-Marit (52) häufen sich die Krisen. Während ihr ältester Sohn Marius Borg Høiby (29) in Oslo vor Gericht steht, sorgen neue Veröffentlichungen aus den Epstein-Akten für internationale Schlagzeilen. Mette-Marits Name taucht in den vom US-Justizministerium freigegebenen Dokumenten fast 1.000 Mal auf, wie die norwegische Tageszeitung VG berichtet. Die Akten zeigen zahlreiche E-Mails zwischen der Kronprinzessin und dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein aus den Jahren 2011 bis 2014.

Kronprinzessin Mette-Marit hielt über drei Jahre lang Kontakt zu Epstein, obwohl sie ihn offenbar googlte und gewarnt hätte sein können.

Die Kritik trifft Mette-Marit an einer besonders empfindlichen Stelle. In der norwegischen Dokumentation „Året med kongefamilien“ („Das Jahr mit der Königsfamilie“) hatte sie kürzlich offen über die Belastung gesprochen: „Am meisten schmerzt mich wohl die Kritik daran, wie wir als Eltern damit umgegangen sind“, sagte Mette-Marit laut der norwegischen Boulevardzeitung Se og Hør. Sie betonte, dass die Familie professionelle Hilfe gesucht habe und nach bestem Wissen gehandelt habe. „In einer Situation, in der wir versucht haben, so gut zu handeln, wie wir konnten, und professionelle Hilfe gesucht haben, so hart kritisiert zu werden... das fühlt sich ein wenig ungerecht an“, so Mette-Marit.

Mette-Marit zwischen Epstein-Skandal und Gerichtsprozess

Doch noch erdrückender sind die Epstein-Enthüllungen. Laut der britischen Tageszeitung The Guardian zeigen die E-Mails eine enge Beziehung zwischen Mette-Marit und Epstein. In einer Nachricht schreibt sie: „Du bringst mich immer zum Lächeln, weil du mein Gehirn kitzelst.“ In anderen nennt sie ihn „weichherzig“ und „so ein Schatz“. Besonders brisant: In einer E-Mail vom 23. Oktober 2011 schreibt Mette-Marit an Epstein, dass sie ihn gegoogelt habe – „einverstanden, dass es nicht so gut aussieht“ – gefolgt von einem Smiley-Zeichen, wie der norwegische Rundfunksender NRK berichtet.

Die Epstein-Affäre belastet die norwegische Monarchie schwer. Die Enthüllungen zeigen eine jahrelange, intensive Korrespondenz zwischen der Kronprinzessin und dem verurteilten Verbrecher. Mehrere Wohltätigkeitsorganisationen, darunter der „Rat für psychische Gesundheit“, haben daraufhin ihre Zusammenarbeit mit Mette-Marit ausgesetzt. „Es sind keine Aktivitäten und keine Zusammenarbeit mit der Kronprinzessin für 2026 geplant“, erklärte die Organisation laut NRK.

Wer ist wer im norwegischen Königshaus? Das sind die Mitglieder der royalen Familie

König Harald im Mai 2024 im Palast in Oslo.
Königin Sonja bei der Hochzeit ihrer Tochter Prinzessin Märtha Louise am 31. August 2024 in Geiranger.
Kronprinz Haakon am norwegischen Nationalfeiertag 2024 auf Gut Skaugum.
Kronprinzessin Mette-Marit am norwegischen Nationalfeiertag 2024 auf Gut Skaugum.
Wer ist wer im norwegischen Königshaus? Das sind die Mitglieder der royalen Familie

In einer bewegenden Stellungnahme entschuldigte sich Mette-Marit am 6. Februar 2026 über die offizielle Website des Königshauses: „Ich möchte mich zutiefst für meine Freundschaft mit Jeffrey Epstein entschuldigen. Es ist mir wichtig, allen zu sagen, die ich enttäuscht habe: Es tut mir leid“, heißt es dort. Besonders schmerzhaft für die Kronprinzessin: „Ich entschuldige mich auch für die Situation, in die ich die königliche Familie gebracht habe, insbesondere den König und die Königin.“

Die britische Zeitung The Guardian stellt angesichts der Doppelkrise aus Marius‘ Prozess und der Epstein-Affäre die bange Frage: „Kann Mette-Marit nach alldem noch Königin werden?“ Bereits in ihrer ersten Stellungnahme Ende Januar hatte die Kronprinzessin gegenüber VG eingeräumt: „Ich habe schlechtes Urteilsvermögen gezeigt und bedauere zutiefst, überhaupt Kontakt mit Epstein gehabt zu haben. Es ist einfach peinlich.“ Verwendete Quellen: vg.no., seher.no, theguardian.com, nrk.no

Rubriklistenbild: © Javad Parsa/dpa

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