Einsame Entscheidung
Nach Rausschmiss: Darum zahlt König Charles privat für Unterbringung von Andrew
König Charles zeigt sich trotz aller Skandale großzügig gegenüber seinem Bruder. Die finanzielle Unterstützung überrascht viele Beobachter.
Windsor – Eine dramatische Wende im britischen Königshaus: Der ehemalige Prinz Andrew (65) muss die Royal Lodge verlassen, jenes prächtige Anwesen mit 30 Zimmern, das er über zwei Jahrzehnte sein Zuhause nannte. Der Buckingham-Palast verkündet in einer knappen Erklärung, dass dem einstigen Prinzen die formelle Kündigung für sein Domizil nahe Schloss Windsor zugestellt worden sei. Andrew firmiert künftig nur noch als Andrew Mountbatten Windsor – der Prinzentitel ist Geschichte.
Die Vorwürfe, die zu diesem beispiellosen Schritt führen, wiegen schwer. Virginia Giuffre (41, †, 2025) hatte Andrew beschuldigt, sie im Alter von 17 Jahren dreimal sexuell missbraucht zu haben. Die Verbindungen des Royals zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (66, † 2019) brachten die Monarchie in Bedrängnis. Giuffres posthum veröffentlichte Memoiren „Nobody‘s Girl“, die im Oktober erschienen, entfachten die Kontroverse erneut. Andrew bestreitet die Vorwürfe nach wie vor vehement. Das US-amerikanische News-Portal CNN berichtet, dass die Veröffentlichung von Giuffres Buch der letzte Auslöser für König Charles‘ (76) drastische Maßnahmen gewesen sei.
König Charles finanziert Andrew privat trotz Skandal um Epstein und bleibt seinem Bruder loyal
Doch trotz der Härte dieser Entscheidung zeigt sich Charles als fürsorglicher Bruder. Wie die britische Nachrichtenagentur Sky News meldet, zieht Andrew auf das private Anwesen Sandringham in der englischen Grafschaft Norfolk. Der König übernimmt die Kosten für die neue Unterkunft aus seiner Privatschatulle. Wie aus dem Bericht hervorgeht, lässt Charles seinem Bruder auch eine private finanzielle Unterstützung zukommen. Das weitläufige Sandringham-Anwesen erstreckt sich über rund 8.000 Hektar und bietet Andrew ein Leben in relativer Abgeschiedenheit.
Die royale Historikerin Kate Williams bezeichnet Charles‘ Vorgehen gegenüber CNN als „beispiellos“. „Wir hatten in der Vergangenheit Menschen, die den Titel Prinz oder Prinzessin verloren haben“, erklärt Williams und verweist auf historische Präzedenzfälle. Doch Andrews Situation sei anders, da er wegen „schwerer Fehleinschätzungen“ sanktioniert werde. Der Palast betont in seiner Stellungnahme ausdrücklich, dass „diese Zensuren als notwendig erachtet werden, ungeachtet der Tatsache, dass er die gegen ihn erhobenen Vorwürfe weiterhin bestreitet“.
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Die Gründe für Charles‘ finanzielle Großzügigkeit dürften vielfältig sein. Womöglich hatte er eine Kompensation im Sinn: Andrew hatte 2004 eine Million Pfund (rund 1,14 Millionen Euro) für den Mietvertrag der Royal Lodge gezahlt und weitere 7,5 Millionen Pfund (rund 8,55 Millionen Euro) in Renovierungen investiert, wie NBC News berichtet. Die abgelegene Lage von Sandringham in Norfolk bietet praktische Vorteile: weniger öffentliche Aufmerksamkeit und bessere Kontrolle über Andrews Aktivitäten, wie das US-amerikanische Promi-Magazin People feststellt. Seit seinem Rückzug aus dem öffentlichen Leben 2019 verfügt Andrew über keine eigenen Einkünfte mehr. Charles übernimmt als Familienoberhaupt Verantwortung, auch wenn sein Bruder in Ungnade gefallen ist.
Für viele Kritiker geht Charles‘ Entscheidung nicht weit genug, mache verteidigten Andrew sogar. Doch der Monarch ist erstens kein Unmensch und zweitens ist es sicher ein geschickter Schachzug, Andrew in Abhängigkeit zu halten, als ihn mittellos in die Welt zu entlassen. Verwendete Quellen: edition.cnn.com, news.sky.com, nbcnews.com, people.com
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