Vom Opfer zur Heldin
Posthume Abrechnung Virginia Giuffres mit Prinz Andrew: „Erstaunt über Dummheit“
In ihren posthum veröffentlichten Memoiren erhebt Virginia Giuffre schwere Vorwürfe gegen Prinz Andrew – und zeigt sich über eine Sache besonders verwundert.
London – Die Veröffentlichung der Memoiren „Nobody’s Girl“ von Virginia Giuffre (41, †, 2025) sorgt für neue Schlagzeilen rund um Prinz Andrew (65). Das Buch der verstorbenen Aktivistin, die im April 2025 verstarb, erscheint am 21. Oktober 2025 posthum beim Verlag Alfred A. Knopf. Giuffre galt als eine der bekanntesten Anklägerinnen im Missbrauchsskandal um den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (66, †, 2019). Die britische Boulevardzeitung Daily Express sowie der britische Rundfunksender BBC berichten über die brisanten Inhalte des Buches, das Prinz Andrew erneut in Bedrängnis bringt.
Virginia Giuffre warf Prinz Andrew vor, sie im Alter von 17 Jahren dreimal sexuell missbraucht zu haben – in New York, London und auf den US-Jungferninseln. Der Bruder von König Charles III. (76) hat die Vorwürfe stets vehement bestritten. In ihren Memoiren beschreibt Giuffre laut BBC detailliert die angeblichen Begegnungen mit Prinz Andrew. Beim dritten Mal habe es sich um eine „Orgie“ auf Epsteins Privatinsel gehandelt. An dieser seien auch etwa acht weitere junge Mädchen beteiligt gewesen, schreibt Giuffre. Die anderen Mädchen seien alle unter 18 Jahre alt gewesen und hätten kaum Englisch gesprochen. Epstein habe darüber gelacht, wie einfach die Kommunikation mit ihnen sei.
Das berühmte Central-Park-Foto mit Jeffrey Epstein wird zum Symbol für royale Fehleinschätzung
Besonders eine Beobachtung lässt Giuffre in ihrem Buch nicht unkommentiert: das berühmte Foto von Prinz Andrew und Jeffrey Epstein bei einem gemeinsamen Spaziergang im New Yorker Central Park im Dezember 2010. „Ich war natürlich angewidert, zwei meiner Missbrauchstäter zusammen bei einem Spaziergang zu sehen“, schreibt Giuffre laut Daily Express „Aber vor allem war ich erstaunt, dass ein Mitglied der königlichen Familie dumm genug war, in der Öffentlichkeit mit Epstein aufzutreten.“ Das Foto entstand zu einem Zeitpunkt, als Epstein bereits wegen Sexualdelikten verurteilt war – ein Umstand, der Prinz Andrew bis heute verfolgt.
Die Kernaussage des Buches liegt in Giuffres Motivation, ihre Geschichte zu erzählen. „Ich bereue es nicht, aber das ständige Erzählen und Wiedererzählen war extrem schmerzhaft und erschöpfend“, schreibt sie laut BBC im letzten Kapitel. Mit dem Buch wollte sie sich von ihrer Vergangenheit befreien. „Wenn Sie bis hierher gelesen haben, hoffe ich, dass meine Geschichte Sie bewegt hat – um Wege zu finden, sich selbst aus einer schlimmen Situation zu befreien, für jemand anderen in Not einzustehen oder einfach neu zu überdenken, wie Sie Opfer sexuellen Missbrauchs beurteilen.“
Die lange Liste Jeffrey Epsteins: Donald Trump, Prinz Andrew und viele mehr




Prinz Andrew erreichte 2022 mit Virginia Giuffre eine außergerichtliche Einigung und zahlte angeblich einen Millionen-Betrag. Ein persönliches Schuldeingeständnis gab er nie ab. Am 17. Oktober 2025, wenige Tage vor der Buchveröffentlichung, verkündete Prinz Andrew den Verzicht auf seinen Titel als Duke of York und alle weiteren royalen Titel. In seiner Erklärung betonte er erneut: „Wie ich bereits sagte, weise ich die Anschuldigungen gegen mich energisch zurück.“ Verwendete Quellen: express.co.uk, bbc.com
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