Neues Album
Helene Fischer interpretiert Kinderlied neu – doch das ist seit Jahren umstritten
Schlager-Star Helene Fischer veröffentlicht ein Album mit Kinderliedern. Darauf findet sich die Interpretation eines Liedes, das seit Jahren kritisiert wird.
München - Einige Aspekte unseres täglichen Lebens, die über Jahrzehnte hinweg als selbstverständlich galten, werden heute neu bewertet. Dies betrifft kontroverse Begriffe wie „Mohrenkopf“, das Kakao-Getränk „Lumumba“, stereotype Karnevalskostüme und sogar Kinderlieder, die in Deutschland Gegenstand hitziger kultureller Debatten sind. In diese könnte nun auch Schlagersängerin Helene Fischer (40) hineingezogen werden – und zwar aufgrund ihres neuesten Albums.
Helene Fischer interpretiert Kinderlied neu – doch das ist seit Jahren umstritten
Das frisch auf den Markt gebrachte Album trägt den Namen „Die schönsten Kinderlieder“ und richtet sich hauptsächlich an Eltern und ihre Kinder. Als junge Mutter ist sich Helene Fischer der bedeutenden Rolle bewusst, die Musik in der frühkindlichen Entwicklung spielt, und hat daher dieses Album mit besonderer Hingabe erstellt. Sie hat eine Reihe bekannter Kinderlieder neu interpretiert, darunter „Es tanzt ein Bi-Ba-Butzemann“, „Alle meine Entchen“ und „Aramsamsam“.
Allerdings ist gerade das Lied „Aramsamsam“ umstritten. Dr. Nepomuk Riva (47), Musikethnologe an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, erläutert in einem Interview mit dem Klett-Verlag: „In ‚Aramsamsam‘ singt man ein Pseudo-Arabisch und ahmt zusätzlich die muslimische Gebetshaltung parallel zum Singen nach“. Auch der Instagram-Kanal „aroundtheworld“, betreut von ZDFkultur, sieht das beliebte Kinderlied kritisch. Es könnte „als Verballhornung der arabischen Sprachen gedeutet“ werden und die „gebetsähnliche Verbeugung während des Liedes“ könnte sogar als (mögliche) „Ablehnung des Islam“ interpretiert werden.
Interessanterweise stammt „Aramsamsam“ ursprünglich aus dem arabischen Kulturkreis. Es handelt sich um ein Kinderlied im marokkanischen Dialekt, auch „Darija“ genannt, das seit Mitte der 1950er weltweit gesungen wird. Laut Dr. Riva werden Kinder mit Wurzeln in diesen Regionen „mit diesen Liedern aufgezogen oder gemobbt“. In einem Interview mit der Deutschen Welle betont er, dass es mittlerweile „so viele Beispiele“ dafür gibt und fordert, die Rückmeldungen der Betroffenen ernst zu nehmen.
Ursprung der „Aramsamsam“-Debatte liegt bereits einige Jahre zurück
Die Kritik steht jedoch in keiner Verbindung zu Helene Fischers neuem Album. Der Ursprung der Debatte liegt bereits einige Jahre zurück. Es ist unwahrscheinlich, dass die 40-jährige Sängerin sich der Kontroverse um „Aramsamsam“ bewusst ist, da sie sich seit Jahren aktiv für Toleranz und gegen Diskriminierung einsetzt. Die Vorstellung, dass sie mit ihrer Neuinterpretation des beliebten Kinderliedes absichtlich jemanden verärgern wollte, ist daher kaum vorstellbar – zumal die Kontroverse um das Lied für viele Menschen auf den ersten Blick nicht ersichtlich ist.
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Zuletzt kam Helene Fischer übrigens in der ARD-Show „Klein gegen Groß“ in der ARD ins Straucheln. Eine 10-Jährige erkennt mehr ihrer Songs als der Schlagerstar selbst. Verwendete Quellen: instagram.com/helenefischer, instagram.com/aroundtheword, ernst-klett-verlag.de, dw.com, renk-magazin.com
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