„Werde eingreifen“
Diese strengen Regeln gelten für Marius Borg Høibys Prozess: Opfer-Anwältin befürchtet Chaos
Vor dem Prozess gegen Marius Borg Høiby herrscht große Anspannung. Das Medieninteresse ist riesig. Ein ganzes Regelwerk soll für Ordung sorgen.
Die Nervosität steigt, je näher der Prozessbeginn gegen Marius Borg Høiby (29) rückt. Ab dem 3. Februar muss sich der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit (52) vor dem Oslo Bezirksgericht verantworten. Die norwegische Boulevardzeitung Se og Hør berichtet von strengen Sicherheitsvorkehrungen, die das Gericht getroffen hat. Die Sorge ist groß, dass Zuschauer ohne Presseakkreditierung – möglicherweise auch TikToker – illegal filmen oder fotografieren könnten. Marius Borg Høiby ist in 32 Anklagepunkten angeklagt, darunter vier Vergewaltigungsvorwürfe.
Mette Yvonne Larsen (62), Anwältin der sogenannten Frogner-Frau, einer Ex-Freundin von Marius Borg Høiby, macht deutlich, dass sie ihre Mandantin schützen wird. Gegenüber Se og Hør sagt sie unmissverständlich: „Ich werde eingreifen, wenn sie gefilmt oder fotografiert wird. Sie geht nicht ohne mich“. Die Befürchtung der Anwältin: Kompromittierende Bilder oder Videos könnten in sozialen Medien landen und so die Identität der geschützten Opfer preisgeben.
Marius Borg Høibys Prozess: Anwältin kündigt Eingreifen an, falls Opfer fotografiert werden
Das Gericht hat bereits reagiert und besondere Maßnahmen angeordnet. Marius Borg Høiby erhält einen eigenen Eingang zum Gerichtsgebäude, wie Se og Hør weiter berichtet. Akkreditierte Presse darf zwar anwesend sein, unterliegt aber strikten Regeln: Keine Fotos von Borg Høiby auf dem Weg zum oder vom Gericht. Wenn die Staatsanwaltschaft Videobeweise präsentiert, wird der Gerichtssaal komplett geräumt – auch die Presse muss dann draußen bleiben. Verstöße können mit Ordnungsgeld, Rauswurf und dem Verlust der Akkreditierung für das gesamte Medienhaus geahndet werden.
Während in Norwegen die Vorbereitungen für einen der größten Prozesse des Jahres laufen, meldet die britische Tageszeitung The Guardian einen bemerkenswerten Nebeneffekt. May Britt Buhaug, Generalsekretärin der norwegischen Frauengesundheitsorganisation Sanitetskvinnene, erklärt: „Die Mitarbeiterinnen unserer Frauengesundheitszentren verzeichnen eine Zunahme bei Frauen, die sich nach Gewalterfahrungen und sexuellen Übergriffen melden, um Hilfe und Rat zu suchen. Die Medienberichterstattung über Fälle wie den von Marius Borg Høiby senkt die Hemmschwelle, sich Hilfe zu holen“.
Wer ist wer im norwegischen Königshaus? Das sind die Mitglieder der royalen Familie




„Obwohl es tragisch ist, scheint dieser Fall dazu beitragen zu können, das Schweigen über Gewalt in Partnerschaften und Vergewaltigung zu brechen“, so Buhaug gegenüber The Guardian. Der Prozess gegen Marius Borg Høiby ist bis zum 13. März angesetzt. Kronprinz Haakon (52) trat bereits vor die Presse,, um mitzuteilen, dass sich die Royals dagegen entschieden haben, persönlich vor Gericht zu erscheinen. Verwendete Quellen: seher.no, theguardian.com
Rubriklistenbild: © Bernard Rubsamen/Imago
