Königliche Ermittlungen
Andrew unter Verdacht: Scotland Yard ermittelt wegen möglicher Spionage-Affäre
Ermittler durchleuchten die Verbindungen des ehemaligen Herzogs von York zu seinen Ex-Bodyguards. Im Fokus: Missbrauch staatlicher Ressourcen.
London – Die Metropolitan Police intensiviert ihre Ermittlungen im Fall Andrew Mountbatten-Windsor (65). Wie die britische Boulevardzeitung The Sun berichtet, durchsuchen Beamte derzeit systematisch E-Mail-Konten, Telefonaufzeichnungen und Notizbücher seiner ehemaligen Personenschützer. Der Hintergrund: Andrew soll im Februar 2011 versucht haben, einen seiner Leibwächter zu instrumentalisieren, um belastendes Material über Virginia Giuffre (41, †, 2025) zu sammeln. Die Amerikanerin hatte dem Bruder von König Charles III. (77) vorgeworfen, sie als 17-Jährige mehrfach sexuell missbraucht zu haben.
Laut The Sun soll Andrew dem stellvertretenden Pressesprecher der verstorbenen Queen Elizabeth II. (96, † 2022), Ed Perkins, in einer E-Mail mitgeteilt haben, er habe dem diensthabenden Personenschützer Giuffres Geburtsdatum und ihre vertrauliche US-Sozialversicherungsnummer zur „Ermittlung“ übergeben. Die E-Mail wurde nur wenige Stunden vor der Veröffentlichung des berüchtigten Fotos verschickt. Das Foto zeigt Andrew mit seinem Arm um die Taille der damals 17-jährigen Giuffre. In der Nachricht behauptete Andrew zudem, Giuffre habe „offenbar einen Strafregister-Eintrag in den Staaten“ – eine Aussage, die ihre Familie später als unwahr zurückwies.
Andrew-Skandal eskaliert: Metropolitan Police durchforstet Leibwächter-Akten nach E-Mails zu Giuffre
Die britische BBC berichtet, dass die Metropolitan Police „aktiv prüft“, ob eine formelle Untersuchung eingeleitet werden muss. Energieminister Ed Miliband (55) bezeichnete die Vorwürfe gegenüber der BBC als „zutiefst besorgniserregend“ und betonte, dass Personenschützer „absolut nicht auf diese Weise eingesetzt werden sollten“. Es gibt keine Hinweise darauf, dass der betreffende Polizeibeamte Andrews Bitte tatsächlich nachkam. Sollte dies jedoch der Fall gewesen sein, würde dies gegen Datenschutzgesetze verstoßen und könnte als Amtsmissbrauch gewertet werden.
Mindestens zwei frühere Personenschützer von Andrew wurden bereits von Ermittlern der Metropolitan Police befragt, heißt es unter Berufung auf Insider-Quellen. Die Beamten versuchen herauszufinden, welches Material noch verfügbar ist. Interne E-Mails der Met werden nach sechs Jahren gelöscht. Elektronische Geräte bleiben jedoch im Archiv und Notizbücher der königlichen Personenschützer werden 30 Jahre lang aufbewahrt.
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Dai Davies, ehemaliger Leiter des Royal Protection Command der Metropolitan Police, äußerte schon früher den Verdacht einer möglichen Verschleierung. Er vermutet offenbar, dass jemand im Apparat mehr weiß, als er zugibt. Das bedeutet, dass er eine Befragung Andrews unter Vorbehalt für angebracht hält. Verwendete Quellen: thesun.co.uk, bbc.com
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