Lob für Trump
Vor Atomkrieg: Putin-Vertrauter Medwedew warnt den Westen
Das Risiko für einen atomaren Konflikt ist nicht kleiner geworden, sagt der Putin-Vertraute Medwedew. Schuld daran sei nicht Russland.
Moskau – Der ehemalige russische Staatschef Dmitri Medwedew hat auf seinem Telegram-Kanal vor einem Atomkrieg gewarnt. Der enge Vertraute des russischen Präsidenten Wladimir Putin schrieb, dass er kein verringertes Risiko für einen Atomkrieg sieht. Medwedew gab der USA und ihren westlichen Nato-Verbündeten die Schuld dafür.
Der Westen habe einen „unerklärten Krieg“ gegen Russland begonnen – mit „unbegrenzten Sanktionen und anschließend ihren eigenen Waffen und Spezialisten“, heißt es in dem Telegram-Beitrag. Diese US-Haltung setze die Welt der Gefahr eines Dritten Weltkrieges aus. Dabei hatte Russland die Ukraine im Februar 2022 völkerrechtswidrig angegriffen und bereits 2014 die ukrainischen Halbinsel Krim annektiert. Die westlichen Sanktionen waren eine Reaktion auf Putins imperialistische Bestrebungen.
Putins Zirkel der Macht im Kreml – die Vertrauten des russischen Präsidenten




Medwedew sieht Gefahr eines Atomkrieges und nennt Europäer Idioten
Medwedew bezeichnete den ehemaligen US-Präsidenten Joe Biden als einen „senilen Mann“. Für Trump fand der Putin-Berater lobende Worte. Die Trump-Administration gebe zu, dass es die Gefahr eines Atomkrieges gibt. Über Europa schrieb Medwedew: „Die europäischen Idioten tun dies nicht.“
Selbst wenn der Ukraine-Krieg irgendwann endet, sieht Medwedew keine Chance für eine nukleare Abrüstung in den kommenden Jahrzehnten. „Die Welt wird neue, zerstörerischere Waffentypen entwickeln, und immer mehr Länder werden über Atomwaffenarsenale verfügen. Wie das enden wird, ist seit langem bekannt.“
Russland will mit Aussagen über Atomkriege Angst verbreiten
Russische Narrative dieser Art sind ein Teil der hybriden Kriegsführung. Mit Aussagen über mögliche atomare Konflikte will Russland – vor allem in Europa und den USA – Angst und Schrecken verbreiten. Eine grundlegende Idee hinter der Annahme ist: So viele Menschen wie möglich sollten sich im Westen aus Angst vor russischer Gewalt für Kreml-Interessen einsetzen.
Das russische Regime weiß, dass es selbst bei einem Einsatz einer kleinen strategischen Atomwaffe politisch auf der Welt isoliert wäre. Selbst Russlands bedeutendster Verbündeter China hat den Kreml mehrfach öffentlich vor diesem Schritt gewarnt. (Jan-Frederik Wendt)
Rubriklistenbild: © IMAGO/ Russisches Verteidigungsministerium / TASS
