Trumps Abschreckungsrhetorik

Trump will Alcatraz für „Amerikas gefährlichste Kriminelle“ wieder öffnen

Recht und Ordnung durch Abschreckung: Der US-Präsident Trump plant die Wiederbelebung des berüchtigten Hochsicherheitsgefängnisses Alcatraz.

Washington, D. C. – US-Präsident Donald Trump hat die Wiedereröffnung des ehemaligen Hochsicherheitsgefängnisses Alcatraz in Kalifornien angekündigt. Wie er am Sonntag auf seiner Plattform Truth Social mitteilte, habe er mehrere Bundesbehörden der USA mit der Modernisierung und Inbetriebnahme der auf einer Insel vor San Francisco gelegenen Einrichtung beauftragt.

Alcatraz solle laut Trump künftig als Haftanstalt für „Amerikas gefährlichste und gewalttätigste Kriminelle“ dienen. Dafür soll die Anlage „erheblich vergrößert“ werden. „Als wir noch eine ernsthafte Nation waren, haben wir nicht gezögert, die gefährlichsten Kriminellen einzusperren und sie weit weg von allen zu halten, denen sie schaden könnten“, verdeutlichte der Republikaner sein Bild der USA. Dies müsse nun wieder geschehen. Man werde Serienstraftätern, die „Schmutz, Blutvergießen und Chaos“ verursachten, nicht länger tatenlos zusehen. Alcatraz solle dabei als Symbol von Recht und Ordnung dienen.

Donald Trump setzt auf Abschreckung: Berüchtigtes Alcatraz-Gefängnis soll reaktiviert werden (Symbolbild).

Spektakuläre Abschreckung zum teuren Preis: Trump will „Symbol“ von Alcatraz nutzen

In der früheren Haftanstalt Alcatraz mit Platz für 336 Insassen saßen unter anderem der berüchtigte Mafiaboss Al Capone und weitere Schwerverbrecher ein, unter schärfsten Bedingungen. Voll belegt war die Gefängnisinsel nie, etwa 260 bis 275 Menschen befanden sich dort laut Behördenangaben durchschnittlich inhaftiert. Die Felseninsel „The Rock“ galt als ausbruchsicher – und als Verbannungsort für die „Schlimmsten der Schlimmsten“. Zahlreiche spektakuläre Fluchtversuche machten Alcatraz weltweit bekannt.

Laut Angaben der US-Behörde für Gefängnisse war Alcatraz 1963 nach nur 29 Jahren Betrieb wegen hoher Kosten geschlossen worden. Die Anlage soll in Betrieb fast dreimal so viel gekostet haben wie jedes andere Bundesgefängnis. Seit der Schließung dient die Anlage als Touristenattraktion und Vogelbrutstätte in der Bucht von San Francisco.

Wie genau das Gefängnis ausgebaut und wieder in Betrieb genommen werden soll, sagte Trump nicht. Das Justizministerium, das FBI, das Innenministerium, sowie das Bundesamt für Gefängnisse sollen sich darum kümmern. Was Trump mit seinem Vorstoß bezwecke, scheint ihm selbst nicht ganz klar. „Es ist einfach eine Idee, die ich hatte“, meinte er im Weißen Haus. Alcatraz sei „seit langem ein Symbol wofür auch immer.“

Rückblick auf die ersten 100 Tage: Trump krempelt die USA um – eine Chronik

Donald Trump
Donald Trump
Amtseinführung Trump
Grenze zu Mexiko
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Horror-Haft für Migranten: Rechte Abschreckungspolitik soll Ordnung bringen

Trumps Ankündigung reiht sich ein in eine Law-and-Order-Rhetorik, mit der er bereits zu Beginn seiner Amtszeit ein konsequentes Vorgehen gegen Kriminalität angekündigt hatte – insbesondere gegen Straftaten von Migranten. Teil davon ist die größte Abschiebekampagne der US-Geschichte. Viele seiner Maßnahmen verstoßen gegen geltendes US-Recht. Auf der Basis eines Haft-Deals mit El Salvador verlagert Trump einen Teil der migrantischen Inhaftierten auch ins Ausland, wo die Haftbedingungen ebenfalls besonders hart sind.

Das berüchtigte Gefängnis Alcatraz vor der Küste von San Francisco. Donald Trump will die Haftanstalt wieder eröffnen.

Auf allen Ebenen steht dabei an erster Stelle die Abschreckung. Kurz nach seiner Amtseinführung kündigte Trump auch an, den berüchtigten US-Militärstützpunkt Guantánamo Bay in ein riesiges Haftzentrum umzuwandeln. Der Trump-Sohn Donald Jr. schlug schon damals auf der Onlineplattform X vor, das Alcatraz auch wiederzueröffnen. (lismah/AFP/dpa)

Rubriklistenbild: © Noah Berger/dpa

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