Union legt in Umfrage zu

Umfrage vor Bundestagswahl 2025: Scholz steckt im Tief – Überraschung bei Wunschkoalition der Deutschen

Bei der Bundestagswahl im Februar droht der SPD um Kanzler Scholz eine Klatsche. Die Union um CDU-Chef Friedrich Merz ist weiter im Aufwind.

Berlin – Für die SPD ist der erhoffte Umfrage-Befreiungsschlag nach der Nominierung von Olaf Scholz zum Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl 2025 ausgeblieben. Im neuesten Insa-Trend für die Bild-Zeitung kommen die Sozialdemokraten nur auf 15 Prozent. Andere Parteien legen in der Umfrage vor den Neuwahlen 2025 zu – darunter die Union.

Umfrage vor Neuwahlen 2025: Olaf Scholz und SPD stecken vor Bundestagswahl 2025 weiter im Tief

Nach den Querelen in der K-Frage hatten sich die Genossen gewiss ein Signal des Aufbruchs erhofft. Doch das ist vorerst ausgeblieben. Scholz, der nun offiziell die SPD als Kanzlerkandidat in die Bundestagswahl im Februar führt, verharrt laut der neuen Umfrage weiter im Mittelmaß. Der neueste Insa-Trend für Bild sieht die SPD bei 15 Prozent, was zumindest eine minimale Verbesserung ist. In der letzten Umfrage lag Scholz mit der SPD bei 14 Prozent.

Olaf Scholz und die SPD verharren in der Wählergunst im Mittelmaß.

Weiter im Aufschwung ist laut der Umfrage zur Bundestagswahl dagegen die Union. CDU und CSU verbessern sich um einen halben Punkt auf 32,5 Prozent. Dasselbe gilt für die AfD, die 19,5 Prozent erhielte. Wie die SPD stagnieren auch der BSW und Bündnis 90/Die Grünen. Die Partei von Sahra Wagenknecht kommt auf 7,5 Prozent, die Grünen auf 11. Nicht in den Bundestag schaffen würden es die Linke (3,5 Prozent) sowie die FDP (4,5 Prozent). Sonstige Parteien erreichen in der Umfrage zusammen 6,5 Prozent. Ähnliche Werte ermittelte vor einigen Tagen auch die Forschungsgruppe Wahlen.

ParteiZustimmung in Prozent laut Insa
CDU/CSU32,5
AfD19,5
SPD15
Grüne11
BSW7,5
FDP4,5
Linke3,5
Sonstige6,5

Umfrage vor Wahlen 2025: Befragte wünschen sich GroKo – oder Bündnis aus Union und AfD

Diese Umfrage-Ergebnisse hätten zur Folge, dass der Union nach der Bundestagswahl 2025 zwei Koalitionspartner zur Auswahl stünden. Kanzlerkandidat Friedrich Merz könnte zwischen Scholz, der im Ranking der beliebtesten Politiker den letzten Platz an Innenministerin Nancy Faeser abgab, sowie dem Grünen-Kandidaten Robert Habeck wählen. Sollte es die FDP tatsächlich nicht in den Bundestag schaffen, wären parlamentarische Mehrheiten bereits ab 43 Prozent möglich.

Das „Bündnis Sahra Wagenknecht“ will die deutsche Politik prägen

Die Partei von Sahra Wagenknecht heißt wie sie. Das ist nur folgerichtig, denn der Name ist erst mal auch das Programm. Nach dem Eintritt in die DDR-Staatspartei SED 1989 war Wagenknecht über Jahrzehnte eines der bekanntesten Gesichter der Folgeparteien PDS und Die Linke. Die studierte Philosophin mit Doktortitel im Fach Wirtschaft ist ein gern gesehener Gast in den diversen Talkshows der TV-Sender. Nach jahrelangem Streit mit der Linken trat die Bestsellerautorin im Oktober 2023  aus und kündigte die Gründung einer eigenen Partei an.
Amira Mohamed Ali hat zusammen mit Sahra Wagenknecht den BSW-Vorsitz inne. Die Rechtsanwältin, die 1980 in Hamburg geboren wurde, ist seit 2017 Mitglied des Deutschen Bundestages. Dort war sie von November 2019 bis Oktober 2023 zusammen mit Dietmar Bartsch Fraktionsvorsitzende der Linken. 2019 sprach sich die Tochter eines Ägypters und einer Deutschen in einem Interview für offene Grenzen aus und lehnte Abschiebungen grundsätzlich ab. Im Jahr 2023 plädierte sie dafür, die (Wirtschafts-)Migration nach Deutschland zu begrenzen. Zudem sprach sie sich dafür aus, Asylverfahren zu beschleunigen und diese an der Außengrenze oder sogar in Drittstaaten durchzuführen.
Ein Coup ist die Einbindung von Thomas Geisel in das „Bündnis Sahra Wagenknecht“. Am BSW-Gründungstag trat der frühere Oberbürgermeister von Düsseldorf aus der SPD aus. Von seiner Ex-Partei verabschiedete er sich mit den Worten, seine „sozialdemokratischen Grundsätze“ seien im BSW eher vertreten als in der SPD. Sein Wechsel sorgt bei seiner alten Partei für Kopfschütteln. Die NRW-SPD übte jedenfalls massive Kritik am Wechsel zur Wagenknecht-Partei. Geisel habe sich nach seiner Amtszeit verannt, sagte Generalsekretär Frederick Cordes dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Mit seiner Kandidatur stelle er sich selbst ins Abseits und lasse zu, dass auf seine erfolgreiche Amtszeit als Düsseldorfer Oberbürgermeister fortan ein Schatten liegen werde.
Neben Thomas Geisel ist Fabio De Masi einer der beiden BSW-Spitzenkandidat für die Europawahl 2024. De Masi, 1980 in Groß-Gerau geboren, ist das Kind eines italienischen Gewerkschaftsmitglieds und einer deutschen Sprachdozentin. Sein Großvater väterlicherseits war ein Partisan im Piemont, der für die Befreiung Italiens vom Faschismus kämpfte. Von 2005 bis 2014 war der Finanzpolitiker als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Deutschen Bundestag tätig, unter anderem für Sahra Wagenknecht.
Das „Bündnis Sahra Wagenknecht“ will die deutsche Politik prägen

Das Forschungsinstitut fragte in der Umfrage auch Wunschkoalitionen der Deutschen ab. Dabei zeigte sich, dass sich mit 29 Prozent eine Mehrheit eine Große Koalition zwischen Union und SPD wünschen. Ein Bündnis zwischen CDU/CSU und FDP oder Grünen präferieren jeweils 13 Prozent. Eine sogenannte Kenia-Koalition zwischen Union, SPD und Grünen nennt jeder Zehnte als Wunsch. Eine Bundesregierung bestehend aus Union und AfD wollen 24 Prozent. Allerdings schließt Merz eine Zusammenarbeit mit den Rechtspopulisten aus. (mt)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Kay Nietfeld

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