Bundeswehr-Debatte
Rückkehr zur Wehrpflicht unvermeidbar: Generalmajor schlägt Alarm
Wehrpflicht-Debatte bei der Bundeswehr. Heimatschutz-Kommandeur Henne warnt, dass Freiwilligkeit an ihre Grenzen stößt.
Berlin – Die Debatte über eine Bundeswehr-Wehrpflicht geht in die nächste Runde. Jetzt wird auch erstmals einer der ranghöchsten Bundeswehr-Kommandeure konkret: „Für den Schutz verteidigungskritischer Infrastruktur brauche ich einfach mehr Soldatinnen und Soldaten, als ich zurzeit bekommen kann“, sagte Bundeswehr Generalmajor Andreas Henne dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).
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Henne ist Kommandeur der Heimatschutzdivision. Jenes Verbandes, der unter anderem im Inland für Schutz und den sogenannten Aufwuchs im Krisenfall verantwortlich ist. Und genau da liegt das Problem: Die Truppe wächst laut dem Generalmajor nicht schnell genug. Die personellen Anforderungen steigen, die Zahl der Bewerber hingegen nicht im selben Maß.
Bundeswehr am Limit: Heimatschutz-General fordert Debatte über Rückkehr der Wehrpflicht
„Die Planung ist, dass wir so viele Freiwillige bekommen, dass man zunächst kein Pflichtelement braucht“, erklärte Henne dem RND. „Aber je mehr Soldatinnen und Soldaten wir brauchen, desto wahrscheinlicher wird es, dass man an die Grenzen der Freiwilligkeit stößt.“
Zum Hintergrund: Union und SPD hatten sich in ihrem Koalitionsvertrag auf ein neues, zunächst freiwilliges Wehrdienst-Modell verständigt nach schwedischem Vorbild.. Ein Kompromiss, da die SPD keine Rückkehr zur klassischen Wehrpflicht wollte, die Union hatte genau das gefordert. Die Wehrpflicht war im Jahr 2011 von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) ausgesetzt worden. Das bedeutete auch das Ende des Zivildienstes.
Bundeswehr-Debatte über Pflichtdienst: „100.000 Soldaten zusätzlich nötig“
Erst kürzlich hatte sich ebenfalls Generalinspekteur Carsten Breuer gegenüber dem Spiegel in einem Interview deutlich geäußert. Angesichts der immer offeneren Drohgebärden Wladimir Putins und der Brutalität des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sieht der ranghöchste Soldat Deutschlands akuten Handlungsbedarf. „Bis zum Ende des Jahrzehnts brauchen wir 100.000 weitere Soldatinnen und Soldaten, und die müssen wir über einen Wehrdienst gewinnen“, sagte Breuer.
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