Klingbeil gegen Zwang zum Kampf
Wehrpflicht-Debatte: Klingbeil will Bundeswehr attraktiver machen
SPD-Chef Klingbeil will die Bundeswehr zu „einem attraktiven Arbeitgeber“ machen. Wer freiwillig Wehrdienst leistet, könnte bald einen gratis Führerschein bekommen.
Berlin – In Deutschland tobt die Debatte um eine Wiedereinführung der Wehrpflicht und die Sanierung der Bundeswehr. Im Koalitionsvertrag, auf den sich Union und SPD im Bund geeinigt hatten, ist ein auf Freiwilligkeit basierendes Wehrdienstmodell vorgesehen.
Noch in diesem Jahr sollten dazu die Voraussetzungen für eine Wehrerfassung und Wehrüberwachung geschaffen werden, heißt es in dem Dokument. Die Wehrpflicht war in Deutschland 2011 ausgesetzt worden. Wie genau es gelingen soll, dass wieder genug Menschen in die Bundeswehr eintreten, dazu gibt es bisher keinen konkreten Plan.
„Moderne Ausstattung und Wertschätzung“ – SPD-Chef Klingbeil will Bundeswehr attraktiv machen
„Es ist unsere Aufgabe, die Bundeswehr zu einem attraktiven Arbeitgeber zu machen, unsere Soldatinnen und Soldaten gut auszustatten mit moderner Ausrüstung und der Truppe die öffentliche Wertschätzung entgegenzubringen, die sie verdient hat“, sagte SPD-Parteivorsitzender Lars Klingbeil Interview mit der Funke Mediengruppe über das GroKo-Konzept zum neuen Wehrdienst.
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Die Attraktivität der Bundeswehr müsse gesteigert werden. Wünschenwert sei eine Armee aus Freiwilligen, die aus eigenem Antrieb und Überzeugung den deutschen Streitkräften beitreten. „Das stärkt unsere Verteidigungsfähigkeit“, sagte Klingbeil.
Freiwilliger Wehrdienst: Kostenloser Führerschein als Lockmittel zur Bundeswehr im Gespräch
Laut Klingbeil gibt es viele Wege, um die Attraktivität der Bundeswehr zu steigern und den freiwilligen Wehrdienst funktionsfähig zu machen. „Ich bin mir sicher, über diesen Weg wird man ausreichend Freiwillige finden. Nur ein Beispiel: Warum sollte man beim Bund nicht wieder kostenlos den Führerschein machen können?“, sagt Klingbeil zu Funke auf die Frage, wie lange der Wehrdienst tatsächlich freiwillig bleiben soll.
Wie genau das neue Wehrdienstmodell aussehen soll, ist bisher unklar. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) will die Bevölkerung bei den Plänen zum Wehrdienst stärker beteiligen. „Derzeit wird die Debatte über die Köpfe der jungen Menschen und der Eltern hinweg geführt“, sagte Kretschmer dem Spiegel.
Man müsse die Bevölkerung bei der Frage nach der Form der Wehrpflicht einbeziehen. Ein repräsentativ gebildeter Bürgerrat könne dabei ein Instrument sein, so Kretschmer. Vielleicht gebe es auch „einen klugen Weg“, Volksbefragungen auf Bundesebene zu ermöglichen. (lm/dpa)
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