„Man muss radikal sein“

Reichinnek ruft zum Sturz des Kapitalismus auf – und gibt Einblicke in ihr Privatleben

Heidi Reichinnek lächelt.
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Heidi Reichinnek

Heidi Reichinnek verlangt drastische Änderungen im kapitalistischen System. Abseits der Politik führt die Vorsitzende der Linken-Fraktion ein Leben in Osnabrück.

Osnabrück/Berlin – Zurück zum Sozialismus: Heidi Reichinnek, Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, hat ein klares Ziel: den Sturz des Kapitalismus. In einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung erklärte die 37-Jährige, dass der Sozialstaat „immer weiter ausgehöhlt“ werde und der Reichtum von wenigen „explodiert“. Für sie ist der Kapitalismus ein System, das überwunden werden muss, um die Demokratie zu schützen und soziale Gerechtigkeit zu erreichen. Was meint sie damit?

Reichinnek will demokratischen Sozialismus statt Kapitalismus in Deutschland

Reichinneks Vision eines demokratischen Sozialismus unterscheidet sich deutlich von historischen Modellen wie der DDR. Sie betont, dass es in der DDR keinen demokratischen Sozialismus gegeben habe, und verweist auf die historische Kommission der Linkspartei, die die Fehler der SED aufgearbeitet hat. „In den heutigen Zeiten muss man radikal sein“, sagt Reichinnek. Für sie bedeutet Radikalität, die Systemfrage zu stellen und sich gegen die bestehenden Ungerechtigkeiten zu stemmen. Erst kürzlich hatte Reichinnek die Minister-Liste von Merz zerrissen – „an Ignoranz nicht zu überbieten“.

Minister unter Merz: Komplette Liste des Kabinetts – von Klingbeil bis zu „neuen Gesichtern“

17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands.
Fritze Merz Kabinett CDU CSU Minister
Thorsten Frei Kanzleramtsminister Merz Kabinett
Johann Wadephul Außenminister Merz Kabinett
Minister unter Merz: Komplette Liste des Kabinetts – von Klingbeil bis zu „neuen Gesichtern“

Reichinnek privat: Mietwohnung und Partner in Osnabrück – weit weg vom „Polit-Zirkus“

Trotz ihrer radikalen politischen Ziele lebt Reichinnek bodenständig. Privat wohnt sie seit zehn Jahren in einer Mietwohnung in Osnabrück, weit entfernt vom Berliner Politikbetrieb, den sie als „Polit-Zirkus“ bezeichnet. „Ich bin in Osnabrück sehr glücklich“, betont sie und hebt hervor, dass sie nicht von den Verlockungen der Hauptstadt geblendet werde. „Einen Partner habe ich hier auch, auch wenn wir nicht zusammen wohnen und uns wegen des ganzen Trubels zuletzt weniger gesehen haben als sonst“, sagt Reichinnek der NOZ.

Reichinneks Kritik richtet sich auch gegen die zunehmende soziale Ungleichheit in Deutschland. Sie sieht die Demokratie ernsthaft bedroht, wenn der Reichtum in den Händen weniger konzentriert bleibt, während viele Menschen in Armut leben. Diese Ungleichheit sei ein Grund, warum sie sich für eine radikale politische Veränderung einsetzt. „Wer das verhindern will, der darf den Kapitalismus nicht stützen, er muss ihn stürzen“, erklärt sie.

Linken-Politikerin Heidi Reichinnek zum Konklave 2025: Lob für Papst Franziskus

Obwohl Reichinnek aus der Kirche ausgetreten ist, hat sie großen Respekt vor der Religion und ihrer Bedeutung für viele Menschen. In ihrer sozialen Arbeit hat sie immer wieder erfahren, dass Religion für viele ein wichtiger Halt ist. Sie lobt vor dem Konklave 2025 Papst Franziskus für seinen Einsatz gegen Armut und Elend und hofft, dass die katholische Kirche diesen Weg fortsetzt.

Übrigens gilt Matteo Zuppi gilt als Top-Kandidat bei Konklave für Papst-Nachfolge.

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