Friedensstifter und Diplomat
Papst-Nachfolger: Matteo Zuppi gilt als Top-Kandidat bei Konklave
Matteo Zuppi wird als Papst-Nachfolger gehandelt. Mit seiner progressiven Einstellung konnte er einige Anhänger für sich gewinnen. Was macht den italienischen Kardinal aus?
Rom – Nach Papst Franziskus‘ Tod steht im Mai das Konklave an. Ab dem 7. Mai treffen sich voraussichtlich 133 Kardinäle jeden Tag, bis sie einen neuen Nachfolger gewählt haben. Ein Name, der in diesem Zusammenhang zunehmend Aufmerksamkeit erhält, ist Matteo Zuppi. Er gilt als Hoffnungsträger.
Enger Vertrauter von Papst Franziskus: Matteo Zuppi mit guten Chancen bei Konklave 2025
Matteo Maria Zuppi wurde 1955 in Rom geboren und stammt aus einer Familie mit Verbindungen zum Vatikan. Sein Vater Enrico arbeitete als Journalist und Fotograf für vatikanische Medien, informiert College of Cardinals Report. Prägend für Zuppis Werdegang war sein früher Kontakt zur katholischen Gemeinschaft Sant‘Egidio, der er seit seinen jungen Jahren angehört. „Sant‘Egidio hat mich eine andere Seite der Kirche entdecken lassen“, erklärte Zuppi in einem Interview mit der italienischen Zeitschrift Famiglia Cristiana.
Nach seinem Studium der Literatur und Philosophie an der Universität La Sapienza in Rom und seiner theologischen Ausbildung am Päpstlichen Lateran wurde Zuppi 1981 zum Priester geweiht. Seine kirchliche Laufbahn führte ihn über verschiedene Stationen: Er war Pfarrer in Rom, wurde 2012 von Benedikt XVI. zum Weihbischof ernannt und 2015 von Papst Franziskus zum Erzbischof von Bologna berufen. 2019 folgte die Erhebung zum Kardinal.
Seit 2019 ist Zuppi Erzbischof von Bologna
Internationale Bekanntheit erlangte Zuppi durch seine Rolle bei den Friedensverhandlungen in Mosambik 1992, wo er als Vertreter von Sant‘Egidio zur Beendigung des Bürgerkriegs beitrug. Diese diplomatische Erfahrung führte dazu, dass Papst Franziskus ihn 2023 als Sondergesandten für Vermittlungsbemühungen im Ukraine-Krieg einsetzte.
Als Erzbischof von Bologna verwaltet Zuppi eine der wohlhabendsten Diözesen der Welt. Die Erzdiözese verfügt über ein beträchtliches Vermögen, das auf eine Erbschaft des Unternehmers Michelangelo Manini zurückgeht, der dem Bistum 2012 Unternehmensanteile im Wert von etwa 1,8 Milliarden Euro hinterließ. Unter Zuppis Leitung werden jährlich mehrere Millionen Euro für soziale Projekte bereitgestellt.
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Vertritt eine progressive und soziale Kirche: Zuppi „auf dem Weg von Franziskus“
In kirchenpolitischen Fragen gilt Zuppi als progressiv und sozial. Er hat die umstrittene Erklärung „Fiducia Supplicans“ zur Segnung homosexueller Paare verteidigt, zeigt aber auch Verständnis für traditionellere Positionen. So hat er gelegentlich die alte lateinische Messe gefeiert und bemüht sich um Dialog mit verschiedenen Strömungen innerhalb der Kirche.
Zuppi setzt sich zudem für die Integration von Migranten und den Schutz der Umwelt ein – Themen, die auch Papst Franziskus stark betonte. Seine Vision einer offenen und dialogbereiten Kirche findet derweil viele Anhänger. Er lebe sogar in einem Seniorenheim, wie Vatikan-Experte Andreas Englisch bei IPPEN.MEDIA betonte. „Nicht weil er alt ist, sondern weil er nahe bei den Menschen sein und dem Protz des Vatikans entgehen möchte. Er ist auf dem Weg von Franziskus.“ Beobachter beschreiben Zuppi als intellektuell und kommunikativ begabt.
Ob Matteo Zuppi tatsächlich zum Papst gewählt wird, bleibt abzuwarten, die Konkurrenz ist stark. Im Konklave spielen darüber hinaus viele Faktoren eine Rolle, und wie ein altes Sprichwort sagt: „Wer als Papst ins Konklave hineingeht, kommt als Kardinal heraus.“ Die Entscheidung der Kardinäle wird zeigen, welchen Weg die katholische Kirche in den kommenden Jahren einschlagen wird. (asc)
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