Ein leichtes Ziel

Im Video: Ukrainer vernichten Kims Nordkorea-Haubitze

Haubitzen, die Kreml-Chef Wladimir Putin vom nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un erhielt, reihen sich unter die russischen Verluste im Ukraine-Krieg ein.

Donbass – Bisher wird zwischen Washington, Kiew und dem Moskau-Regime ohne Ergebnisse verhandelt. Und so gehen die blutigen Gefechte im Ukraine-Krieg unvermindert weiter.

Verluste für Wladimir Putin: Ukrainer attackieren Nordkorea-Haubitzen

Ein Beispiel: Nach dem Kursk-Rückzug sind ukrainische Einheiten in die russische Grenzregion Belgorod eingefallen. In Kursk hatten auch von Diktator Kim Jong-un entsandte Soldaten aus Nordkorea an den Kämpfen teilgenommen. Ein ukrainischer Kommandeur schilderte jüngst, wie nordkoreanische Soldaten gefangen genommen werden sollten.

Und wie sich Kims Männer stattdessen unter die Verluste von Kreml-Autokrat Wladimir Putin einreihten. Zu diesen zählen neuerdings auch mehrere selbstfahrende Haubitzen M-1978 Koksan, die Pjöngjang Russland ebenfalls geschickt hatte. Die Metall-Kolosse geben schlicht ein leichtes Ziel ab.

Verluste für Russland: Nordkoreanische Haubitze M-1978 Koksan reiht sich ein

Die sogenannten Ukrainische Streitkraft für unbemannte Systeme teilte unter anderem beim Kurznachrichtendienst X ein Video, dass den Drohnenangriff auf die sperrige Selbstfahrlafette zeigen soll. Eine Drohne lässt demnach eine größere Mörser-Granate mit Aufschlagszünder auf das militärische Ungetüm fallen. In den Aufnahmen ist Sekundenbruchteile später eine Detonation zu erkennen, die sehr wahrscheinlich zu schweren Schäden an der traditionell nur schwach gepanzerten M-1978 geführt haben dürfte.

Denn: Selbst das Nachfolgemodell, die M-1989 Koksan, basiert auf dem Fahrgestell des uralten sowjetischen ATS-59-Raupenschleppers aus den 1950er Jahren. Wie die Ukrainer zu ihrem Posting in den Sozialen Netzwerken schreiben, war es schon die fünfte M-1978 Koksan aus Nordkorea, die bei den Kämpfen in Flammen aufging. Brisant: Wie die Kyiv Post (KP) schreibt, erfolgte dieser (nächste) schlag gegen Putins Invasionstruppen im Donbass. Also in der Ukraine. Und nicht etwa in der russischen Oblast Kursk, die die dort eingerückten ukrainischen Verbände kürzlich räumten.

Südkoreanische Medien berichteten im November 2024 von den nordkoreanischen Waffen-Lieferungen an Russland. (Archivfoto)

Waffen-Lieferungen im Ukraine-Krieg: Kim Jong-un unterstützt Wladimir Putin

Nordkoreanische Soldaten wurden in den Kriegswirren indes noch nicht auf ukrainischem Boden gesichtet. Bleibt die Frage, ob ihre gelieferten Waffensysteme stattdessen von Russen bedient werden. Laut Newsweek berichtete Kiew im Februar von geschätzt 4000 getöteten oder verwundeten nordkoreanischen Soldaten in der Oblast Kursk. Westlichen Geheimdiensten zufolge hatte Pjöngjang Putin in einer ersten Welle 12.000 Männer unter Waffen geschickt. Ob es zwischenzeitlich mehr wurden, lässt sich nicht unabhängig verifizieren.

Die M-1978 ist indes nicht nur schwach gepanzert, sie kommt im Gelände westlichen Einschätzungen zufolge gerade mal auf 30 km/h. Ihre Besatzung braucht damit sehr lange, um das Kettenfahrzeug mit der gewaltigen 170-mm-Kanone zu wenden. Sie können modernen Kamikaze-Drohnen in der Schlussfolgerung nicht mehr entkommen und die Haubitze liegt als Ziel wie auf dem Präsentierteller.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Nordkorea liefert an Russland: Angeblich 50 Haubitzen von Kim für Wladimir Putin

Anfang des Jahres war die „neuere“ M-1989 Koksan erstmals im Ukraine-Krieg aufgetaucht. Wie die amerikanische Financial Times kurz vor Weihnachten berichtet hatte, gingen im November 50 nordkoreanische Haubitzen und geschätzt 20 Mehrfachraketenwerfer aus dem asiatischen Land an die russischen Streitkräfte. Bei den Bezeichnungen handelt es sich indes um Nato-Begriffe. Die Zahlen geben an, wann das westliche Militärbündnis die wuchtigen Waffen aus Nordkorea erstmals gesichtet hat. Manche nordkoreanische Haubitze bleibt zerstört in der Ukraine zurück. (pm)

Rubriklistenbild: © Screenshot X@usf_army

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