Verluste trotz Verhandlungen

Verluste im Ukraine-Krieg: Drohne lässt Nordkorea-Kanone explodieren

Kim Jong-un hat seine nordkoreanischen Soldaten vermutlich von der Kursk-Front in Russland zurückgeholt. Seine Artillerie bleibt aber das Ziel der Ukrainer.

Kupjansk - Die internationale Anspannung ist hoch: Während die USA und das Moskau-Regime über die Ukraine verhandeln, samt knallharten Forderungen aus Russland, geht der Ukraine-Krieg auf den Schlachtfeldern zwischen der Region Charkiw, dem Donbass und der Oblast Saporischschja blutig weiter.

Verluste für Wladimir Putin: Ukrainer zerstören nordkoreanische Kanonenhaubitze

Und so steigen die Verluste auf beiden Seiten ungebremst, während unklar ist, wann und ob es zu einem Waffenstillstand kommt. Kiew ist vorerst von den Verhandlungen zwischen Washington und Moskau ausgeschlossen und hat bereits entschieden dagegen protestiert. Wird die Ukraine also die Bedingungen für eine Waffenruhe annehmen?

Viele ukrainische Soldaten machen sich nach Donald Trumps (Republikaner) Vorstoß zumindest große Sorgen, wie es weitergeht, während sie vorerst weiterkämpfen (müssen). So haben die Ukrainer in diesen Tagen etwa eine nordkoreanische Kanonenhaubitze zerstört, die wohl erstmals auf russischer Seite in ihrem geschundenen Land gesichtet wurde.

Waffen im Ukraine-Krieg: Wladimir Putin bekam von Kim Jong-un Haubitzen

Ukrainische Militärblogger teilen beim Kurznachrichtendienst X ein Video, das dokumentieren soll, wie eine selbstfahrende Kettenhaubitze M-1978 Koksan in Flammen aufgeht. Ort und Zeitpunkt der Aufnahmen lassen sich nicht unabhängig verifizieren, sie sollen vom Kupjansk-Frontabschnitt in der nordöstlichen Oblast Charkiw stammen. Offenbar ließ eben jene Drohne nachts eine Granate auf die aus Nordkorea gelieferte schwere Waffe fallen, was den Bildern zufolge eine enorme Explosion auf dieser nach sich zog.

Der nordkoreanische Diktator Kim Jong-un hatte Kreml-Autokrat Wladimir Putin westlichen Einschätzungen zufolge im Herbst zwischen 10.000 und 12.000 Soldaten für die Front in der russischen Grenzregion Kursk geschickt. Nach mehreren Wochen waren jedoch mehrere Tausende dieser nordkoreanischen Soldaten denselben Einschätzungen nach tot oder verwundet. Weswegen seit Anfang des Jahres keine Nordkoreaner mehr an der Front kämpfen sollen.

Südkoreanische Medien berichteten im November 2024 von den nordkoreanischen Waffen-Lieferungen an Russland. (Archivfoto)

Waffen-Lieferungen an Russland: Nordkorea unterstützt Wladimir Putins Regime

Putin soll von Kim Jong-un aber auch schwere Waffen erhalten haben, namentlich die selbstfahrenden nordkoreanischen Haubitzen M-1989 Koksan - das Nachfolge-Modell der schon in den 1970er Jahren entwickelten M-1978 Koksan. Bei den Bezeichnungen der Waffen handelt es sich um Nato-Begriffe. Die Ziffern geben an, wann die Verteidigungsallianz die wuchtigen Haubitzen der Nordkoreaner erstmals beobachtet hat. Diese sind also schon sehr alt. Unter anderem in südkoreanischen Medien wurden im vergangenen November Video-Aufnahmen publik, die einen mit M-1989 Koksan beladenen Transportzug in Russland zeigen sollen.

Wie die amerikanische Financial Times kurz vor Weihnachten berichtet hatte, gingen im November 50 nordkoreanische Haubitzen und geschätzt 20 Mehrfachraketenwerfer aus dem asiatischen Land an die russischen Streitkräfte. Dabei soll es sich um eben jene M-1989 Koksan aus dem Video mit dem Zug gehandelt haben. Die Panzerhaubitzen hatten jedenfalls einen langen Weg hinter sich. Beide Länder haben eine rund 17 Kilometer lange Landgrenze, die jedoch im äußersten Südosten der Russischen Föderation am Pazifik liegt.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Kim Jong-uns Haubitze M-1978 Koksan: Nordkorea-Waffe hat erhebliche Schwächen

Laut ukrainischen Bloggern sind es nun die ersten Aufnahmen einer M-1978 Koksan in der Ukraine. Die (noch) älteren, 14,9 Meter langen und etwa 40 Tonnen schweren Haubitzen haben aus heutiger Sicht erhebliche militärische Schwächen. So kann sie westlichen Einschätzungen nach im Gelände nur rund 30 km/h schnell fahren und braucht auch einen erheblichen Moment um zu wenden. Die 3,27 Meter breite und geschätzt 3,10 Meter hohe selbstfahrende Haubitze auf Ketten ist somit ein recht leichtes potenzielles Ziel für ukrainische Drohnen-Piloten und ihre gefürchteten Kamikaze-Drohnen.

Da ferner die Sprenggranaten mit einem Gewicht von geschätzt mehr als 60 Kilogramm und die Treibladung nacheinander geladen werden müssen, braucht es bis zu vier Ladeschützen, um das Geschütz zu laden. Das dauert angeblich bis zu zehn Minuten - und somit viel zu lange. (pm)

Rubriklistenbild: © Screenshot X@bayraktar_1love

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