Neuer „Deutschlandtrend“

Umfrage-Klatsche für Merz – Bundeskanzler immer unbeliebter

Friedrich Merz.
+
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat nach knapp 100 Tagen im Amt an Zuspruch verloren.

Friedrich Merz ist laut einer neuen Umfrage seit seinem Amtsantritt nicht beliebter geworden. Im Gegenteil. Seine Kommunikation kommt bei den meisten nicht gut an.

Berlin – Seit dem 6. Mai ist Friedrich Merz (CDU) der zehnte Bundeskanzler Deutschlands. Nach knapp 100 Tagen im Amt fällt das Urteil allerdings vernichtend aus. Nur wenige Wahlberechtigte trauen dem 69-Jährigen laut einer Umfrage von Infratest dimap für den ARD-„Deutschlandtrend“ das Amt des Kanzlers überhaupt noch zu. Auch bei einer von der Bild am Sonntag in Auftrag gegebenen Insa-Umfrage hagelte es zuletzt Kritik an Merz.

Umfrage-Klatsche für Merz: Bundeskanzler immer unbeliebter

Der Umfrage zufolge seien nur 42 Prozent von den 1321 Befragten davon überzeugt, dass Friedrich Merz dem Amt des Bundeskanzlers gewachsen ist – ein Rückgang von einem Prozentpunkt im Vergleich zum Februar 2025. Unter den Wählerinnen und Wählern der Union geben ihm zumindest acht von zehn Rückendeckung und trauen Merz den Posten weiterhin zu.

Ähnlich schlecht schneidet der amtierende Kanzler mit seiner Kommunikation laut Umfrage von Infratest dimap bei der Wählerschaft ab. Nur 34 Prozent finden Friedrich Merz hier überzeugend. 61 Prozent können hingegen nichts mit seiner Art zu kommunizieren anfangen. Sehen die Deutschen in ihm denn zumindest einen guten Krisenmanager?

Umfrage nach knapp 100 Tagen als Bundeskanzler: Ist Friedrich Merz ein guter Krisenmanager?

Auch hier lautet die klare Antwort: nein. Nur 29 Prozent der Bevölkerung sehen nach der Umfrage in Friedrich Merz einen Kanzler, der etwas von Krisenmanagement versteht. Das sind satte 10 Prozent weniger als noch im Februar. 56 Prozent sagen laut dem ARD-„Deutschlandtrend“, dass der CDU-Mann Deutschland nicht gut durch eine Krise führen kann.

Die Liste der Antworten, die nicht positiv für Friedrich Merz ausfallen, lässt sich weiter fortsetzen. Nur 35 Prozent finden, dass der Bundeskanzler deutsche Interessen sowohl international als auch in der EU erfolgreich durchsetzt. Der Kurs von Merz mit Blick auf den Krieg in der Ukraine überzeugt lediglich 34 Prozent. 57 Prozent sind nicht überzeugt von seinem Vorgehen in der Ukraine. Einen kleinen Lichtblick gibt es für den Kanzler jedoch.

Wo macht Merz Urlaub? So verbringen der Kanzler und seine Minister ihre Ferien

Bundeskanzler Friedrich Merz nutzt laut einem Regierungssprecher die verkürzte Sommerpause zu einem verkürzten Urlaub, den er privat und in Deutschland verbringt. Darüber hinaus gibt es aus dem Kanzleramt keine weiteren Auskünfte. Es gelte aber: „Der Bundeskanzler ist immer im Dienst, immer erreichbar und er wird die Sommerpause für eine intensive Vorbereitung der Themen des zweiten Halbjahres nutzen.“ Merz‘ Wohnsitz ist in Arnsberg im Sauerland, er hat außerdem ein Haus am Tegernsee in Bayern.
Vizekanzler Lars Klingbeil verbringt im Sommerurlaub mit seiner Familie einige Tage am Meer und einige Tage in den Bergen, teilte ein Sprecher des Finanzministeriums unserer Redaktion mit. Klingbeil (47) ist mit Lena-Sophie Müller verheiratet, sie haben einen gemeinsamen Sohn.
Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) verbringt einige Tage mit seiner Familie. „Selbstverständlich lässt er sich täglich über das aktuelle Geschehen ausführlich informieren. Sollte es erforderlich sein, wird der Minister auf die Schnelle in Berlin präsent sein“, teilte ein Regierungssprecher dem Münchner Merkur mit. Thorsten Frei (51) ist verheiratet und hat drei Kinder.
Forschungs- und Raumfahrtsministerin Dorothee Bär (CSU) wird auch im Urlaub fleißig sein. Auch privat gibt es viel Arbeit: „Da ich in einen landwirtschaftlichen Betrieb eingeheiratet habe, sind wir als Familie im Sommer auf unserem Bauernhof eingebunden“, teilte sie unserer Redaktion mit. Auch im Sommer werde sie außerdem die Themen ihres Ministeriums voranbringen. „Neben Terminen zu unserer Hightech Agenda Deutschland, werde ich auch bei der Gamescom in Köln sein. Ein weiteres Highlight der Sommerzeit ist der Tag der offenen Tür unseres Ministeriums mit mehreren Astronauten wie Alexander Gerst.“
Wo macht Merz Urlaub? So verbringen der Kanzler und seine Minister ihre Ferien

Schockierende Umfrage für Friedrich Merz: Nur hier erhält der Bundeskanzler Zuspruch

Denn: 52 Prozent stehen offenbar hinter der Haltung von Friedrich Merz zu irregulärer Migration. Erst kürzlich hat sein Bundesinnenminister, Alexander Dobrindt (CSU), die Kontrollen an den deutschen Außengrenzen verlängert. Im Vergleich zur Umfrage im Februar 2025 ist die Zustimmung trotzdem auch hier um deutliche 12 Prozent zurückgegangen. In seinen knapp 100 Tagen als Bundeskanzler hat Friedrich Merz dem ARD-„Deutschlandtrend“ zufolge insgesamt also stark an Beliebtheit eingebüßt.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare