Erhebung von Insa
Umfrage nach knapp 100 Tagen Regierungsarbeit: Merz fällt bei Bürgern durch – sogar Scholz war beliebter
Die Bundesregierung von Kanzler Friedrich Merz ist seit knapp 100 Tagen im Amt. Doch viele Wahlberechtigte sind nicht zufrieden, wie eine aktuelle Befragung zeigt.
Berlin – Ukraine-Krieg, Krise in Nahost und Donald Trump: Wie schlägt sich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) angesichts der zahlreichen Herausforderungen? Knapp 100 Tage nach Start der Koalition offenbar nicht allzu gut. Die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger ist einer neuen Umfrage zufolge mit der Arbeit des Kanzlers und seiner Bundesregierung unzufrieden. Das geht aus der Befragung des Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag der Bild am Sonntag hervor.
Merz steht gegenwärtig auch interner Kritik gegenüber. Kanzleramtsminister Thorsten Frei musste Vorwürfe auch aus den Reihen der Union zurückweisen, die Bundesregierung vollziehe mit dem Stopp bestimmter Rüstungsexporte einen riskanten Kurswechsel in ihrer Israel-Politik. „Es darf überhaupt kein Zweifel daran bestehen, dass die Grundlinien der deutschen Israel-Politik unverändert bleiben“, sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. „Deutschland unterstützt Israel weiter bei allem, was notwendig ist, seine Existenz und seine Sicherheit zu verteidigen.“
Neue Umfrage zu Merz: Bürger mit Regierung unzufrieden
„Verantwortung für Deutschland.“ – Mit nicht weniger eröffnete Merz Anfang Mai seine Regierungsarbeit und versprach in „vielerlei Hinsicht einen Wechsel unserer Politik“. Offenbar spüren viele Bürger diesen Wechsel aktuell noch nicht: 60 Prozent gaben gegenüber Insa an, mit der Regierung unzufrieden zu sein. Nur 27 Prozent sind demnach zufrieden mit der Arbeit der Union und SPD. 13 Prozent machten keine Angabe. Anfang Juni, also rund ein Monat nach Amtsantritt von Schwarz-Rot, waren noch 37 Prozent zufrieden und nur 44 Prozent unzufrieden.
Auch Merz selbst schneidet nicht gut ab. Nur 30 Prozent sind mit seiner Arbeit zufrieden, 59 Prozent sehen Merz kritisch. Mit dem damaligen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) waren laut Angaben der Bild nach 100 Tagen im Amt im März 2022 43 Prozent der Befragten zufrieden, nur 41 Prozent unzufrieden.
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In der aktuellen Befragung gaben 26 Prozent an, dass Merz (eher) bessere Arbeit als Scholz leiste. 41 Prozent finden seine Arbeit weder besser noch schlechter, 27 Prozent finden sie (eher) schlechter. Im Vergleich zur Ampel-Koalition leistet Schwarz-Rot nach Einschätzung von 28 Prozent der Umfrage-Teilnehmer (eher) bessere Arbeit, 24 Prozent meinen das Gegenteil. 38 Prozent sehen keinen Unterschied.
Der aktuelle Sonntagstrend von Bild am Sonntag zeigt währenddessen eine weitere Entwicklung: Schwarz-Rot würde aktuell keine Regierungsmehrheit erhalten. Union und SPD kämen unverändert auf 27 beziehungsweise 15 Prozent. Zweitstärkste Kraft wäre derzeit die AfD mit weiterhin 25 Prozent, gefolgt von den Grünen mit unverändert 11 Prozent und der Linken mit 9 Prozent (–1). Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) bleibt bei 4 Prozent. Die FDP kommt auf 4 Prozent (+1).
Wahlumfragen sind generell mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider. (dpa)