Bürgermeisterwahlen

„Aus dem Nichts“: Mamdani triumphiert bei Vorwahlen in New York

Zohran Mamdani gewinnt die Vorwahl in New York: Seine Forderungen treffen den Nerv vieler Bürger – doch die politische Unterstützung bleibt noch fragil.

New York – Zohran Mamdani hat überraschend die Vorwahlen für das Bürgermeisteramt von New York City gewonnen. Der 33-jährige demokratische Sozialist und Staatsparlamentarier aus Queens konnte den ehemaligen Gouverneur Andrew M. Cuomo deutlich schlagen. Zuvor hatte Cuomo in den meisten Umfragen geführt.

„Aus dem Nichts“: Mamdani gewinnt New Yorker Vorwahl

Mamdanis Erfolg dürfte einige überrascht haben: Seine Kampagne wurde in nur wenigen Monaten „aus dem Nichts“ aufgebaut, wie die New York Times berichtet. Dabei ist der Anstieg der Wählerregistrierungen bemerkenswert: In den 14 Tagen vor dem Anmeldeschluss für die demokratische Vorwahl registrierten sich etwa 37.000 neue Wähler – 2021 waren es im gleichen Zeitraum nur rund 3000.

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Die New York Times berichtet weiter, dass die Wahlbeteiligung besonders in muslimisch und südasiatisch geprägten Vierteln hoch war. Der 33-jährige Mamdani wurde in Uganda, als Kind indischer Eltern geboren und ist bekennender Muslim. Auch bei jungen Berufstätigen in Gebieten wie Long Island City und Greenpoint war sein Erfolg anhand der Wahlbeteiligung messbar.

Mamdani: Vom Rapper zum Vorwahlsieger in New York

Zohran Mamdani, der ehemals als Rapper Mr. Cardamom Bekanntheit erlangte, verfolgt eine klare Strategie: Er will vor allem neue oder desillusionierte Wähler gewinnen – auch solche, die zuvor US-Präsident Donald Trump ihre Stimme gaben.

Seine Forderungen sollen Antworten auf brennende, städtische Probleme liefern: Er fordert beispielsweise Sozialprogramme für Kindertagesstätten und massive Investitionen in den öffentlichen Wohnungsbau. Außerdem will er Unternehmen und Wohlhabende zukünftig stärker zur Kasse zu bitten.

Diese Forderungen verbreitet Mamdani durch virale Social-Media-Videos. Eine „Armee von Freiwilligen“ und Kleinspendern hilft ihm dabei. Das Kampagnenteam umfasste 46.000 unbezahlte Freiwillige, die Flugblätter in sieben Sprachen verteilten.

Vorwahl in New York: Mamdani im Konflikt mit Israel

Mamdanis größte Zielscheibe bot zuletzt seine Haltung zu Israel: Der Muslim bezeichnete den Gaza-Krieg als Genozid und Benjamin Netanjahu als Kriegsverbrecher.

Gleichzeitig versprach er jedoch erhebliche Anstrengungen zum Schutz jüdischer Gemeinden vor Antisemitismus. Auch unterstützte er die Autonomie für die säkulare Bildung an jüdischen Hochschulen – sogenannter „Yeshivas“.

Ehemals als Rapper Mr. Cardamom bekannt, darf sich der 33-jährige Demokrat Zohran Mamdani Hoffnungen auf das Bürgermeisteramt von New York machen.

Als Staatsparlamentarier war er Wortführer einer letztlich erfolglosen Kampagne gegen jüdische Stiftungen, die Siedlungen im Westjordanland oder die israelischen Streitkräfte (IDF) unterstützten.

Wahlwunder in New York: „Kommunistischer Irrer“ begeistert

Die Vorsitzende der linksorientierten Working Families Party, Ana María Archila, lobte Mamdani in der New York Times. Mamdani habe die Menschen dort erreicht, wo ihre Aufmerksamkeit ist, mit überzeugenden, unterhaltsamen, klaren Botschaften“. Sie betonte dabei, die Bedeutung seiner Identität als Einwanderer.

Nach Berichten von Politico, nahmen sich republikanische Kongressabgeordnete und die Trump-Administration, die „Identität als Einwanderer“ zum Ziel für Anfeindungen: Nach Mamdanis Sieg attackierten sie ihn mit anti-muslimischen und anti-migrantischen Äußerungen. US-Präsident Trump nannte ihn einen „kommunistischen Irren“.

Der Erfolg des jungen Demokraten ruht bislang auf einer geringen Wahlbeteiligung. Bei den Vorwahlen gaben nur rund zehn Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Ob Mamdani am 4. November bei der Wahl des neuen New Yorker Bürgermeisters erneut triumphieren kann, bleibt abzuwarten. (ko)

Rubriklistenbild: ©  Heather Khalifa/picture alliance/dpa/AP

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