Bürgermeisterwahlen in New York

„Jihad in New York“ – Mamdani-Sieg löst Panik in Trumps MAGA-Welt aus

Der Linkspolitiker der Demokraten, Zohran Mamdani, könnte neuer Bürgermeister von New York werden. Trump und seinen Anhänger reagieren empört.

New York – Zohran Mamdani, Linkspolitiker der Demokraten, hat gute Chancen, nächster Bürgermeister von New York City zu werden: Überraschend klar, mit fast 44 Prozent der Stimmen, konnte er sich bei der Vorwahl der Demokratischen Partei durchsetzen. Damit deklassierte der politische Newcomer aus dem New Yorker Stadtteil Queens seinen Konkurrenten, den früheren Gouverneur des Bundesstaates New York, Andrew Cuomo, der nur 36 Prozent erreichte. New York gilt als Hochburg der Demokraten.

Nach seinem Vorwahlen-Sieg rief Mamdani seinen Anhängern zu, Geschichte geschrieben zu haben: „In den Worten von Nelson Mandela: ‚Es scheint immer unmöglich, bis es geschafft ist.‘“ Mamdani selbst bezeichnet sich als „demokratischen Sozialisten“. Im Wahlkampf hatte er eine Kampagne in den Onlinemedien geführt und versprochen, die Stadt für die rund acht Millionen Einwohner wieder bezahlbarer zu machen.  

Der demokratische Bürgermeisterkandidat Zohran Mamdani hat gute Chancen, die Wahlen in New York zu gewinnen.

US-Präsident Donald Trump wegen Mamdani-Sieg in Aufruhr: „Kommunistischer Irrer“

Sollte Mamdani im November bei den Bürgermeisterwahlen gewinnen, wäre er der erste Muslim an New Yorks Spitze, was ihn dazu veranlasste, sich als „schlimmsten Albtraum“ von US-Präsident Donald Trump zu bezeichnen. Dieser schoss sich bereits auf dem Rückflug vom Nato-Gipfel in Den Haag auf den New Yorker ein. Dieser „hundertprozentige kommunistische Irre“ sei auf dem Weg ins New Yorker Bürgermeisteramt: „Er sieht schrecklich aus, seine Stimme ist kratzig und er ist nicht sehr klug“, befand Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. 

Brennende Autos, Tränengas, Nationalgarde: Proteste in L.A. gegen Trump eskalieren

Alles begann mit einer Razzia der US-Einwanderungsbehörde ICE, jetzt brennen Autos und die Nationalgarde ist im Einsatz. In Los Angeles demonstrieren seit Samstag Menschen überwiegend friedlich, teils gewaltsam, gegen die das ICE. Im Foto steht ein Demonstrant auf einem brennenden Waymo-Taxi in der Nähe des Metropolitan Detention Center in der Innenstadt von Los Angeles.
Die US-Behörde „Immigration and Customs Enforcement“ (ICE) ist eine Strafverfolgungsbehörde in den Vereinigten Staaten von Amerika.
Polizeibeamte aus Los Angeles patrouillieren in der Nähe des Metropolitan Detention Center in der Innenstadt. Demonstranten protestierten gegen Operationen der Bundeseinwanderungsbehörde ICE am 7. Juni, bei der sie Dutzende von Menschen festgenommen hatte.
Eine Frau schwenkt die mexikanische Flagge, als während einer Demonstration in der Innenstadt von Los Angeles Flammen aus einem brennenden Müllcontainer auflodern.
Brennende Autos, Tränengas, Nationalgarde: Proteste in L.A. gegen Trump eskalieren

Gleichsam empört äußerte die sich als rechtsextrem und islamfeindlich geltende MAGA-Influencerin Laura Loomer. Wie der Rolling Stone sie zitiert, soll sie unter Tränen die Gesetzeslage in den USA infrage gestellt haben: „Warum haben wir keine Gesetze, die besagen, dass Ausländer in den USA kein Amt bekleiden dürfen??? Was zur Hölle...???“ Mamdani lebt seit seinem siebten Lebensjahr in den Vereinigten Staaten und ist lange eingebürgert. Loomer spekulierte, dass es „ein weiteres 9/11“ geben und Mamdani „daran schuld sein“ werde: „Machen Sie sich darauf gefasst, dass Muslime in ganz New York in den Dschihad ziehen werden.“

MAGA-Anhänger wettern gegen demokratischen Bürgermeisterkandidaten Mamdani

Ebenfalls in der MAGA-Rhetorik zuhause ist Charlie Kirk. Der Aktivist und Gründer von „Turning Point USA“ bezog sich auf X ebenfalls auf 9/11: „Vor 24 Jahren hat eine Gruppe von Muslimen 2753 Menschen getötet. Jetzt ist ein muslimischer Sozialist auf dem Weg, New York City zu regieren.“ Und sein MAGA-Mitstreiter Jack Posobiec fragte, ob man nach der Wahl eines „im Ausland geborenen muslimischen Sozialisten“ über „Masseneinwanderung sprechen“ dürfe.

Trumps stellvertretender Stabschef: Mamdani ist „Anarcho-Sozialist“

Milliardär und Hedgefonds-Chef Bill Ackman zeigte sich auch entsetzt. „Wenn wir zulassen, dass 9,1 Prozent der registrierten Wähler die Zukunft von New York City bestimmen, verdienen wir die Stadt, die wir bekommen werden“, schrieb der Trump-Anhänger in den sozialen Netzwerken, der 500.000 Dollar an Cuomo gespendet hatte – was die Huffpost zu der Schlagzeile verleitete: „Andrew Cuomo hat das Geld von Bloomberg. Zohran Mamdani hat die Jungs“.

Zohran Mamdani: Zur Person

NameZohran Kwame Mamdani
Geburtsdatum18. Oktober 1991
ParteiDemokraten

Und Trumps stellvertretender Stabschef Stephen Miller? Der machte aus Mamdani einen „Anarcho-Sozialisten“, der nur aufgrund „unkontrollierter Migration“ habe gewinnen können. Jedoch dürfen Nicht-Staatsbürger bei den Wahlen weder abstimmen noch antreten.

Rubriklistenbild: © Heather Khalifa/picture alliance/dpa/AP

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare