Kampf gegen Migration

„Alligator-Alcatraz“: Trump lässt Migranten wegsperren

Ein Boot fährt durch die Everglades im US-Bundesstaat Florida (Archivbild).
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Ein Boot fährt durch die Everglades im US-Bundesstaat Florida (Archivbild).

US-Präsident Donald Trump lässt in den Everglades ein neues Lager errichten. In der Zeltstadt sollen bis zu 1000 Einwanderer unterkommen können.

Tallahassee – Die Trump-Regierung hat mit dem Bau eines Internierungslagers in den Sümpfen des Bundesstaates Florida begonnen. In dem Lager, das sich inmitten der Everglades befinden soll, sollen Migranten untergebracht werden. Das verkündete Floridas Generalstaatsanwalt James Uthmeier in einem Video, das er im sozialen Netzwerk X veröffentlichte.

Sollten es den Insassen gelingen, aus dem Lager zu entkommen, „erwartet sie nicht viel außer Alligatoren und Pythons“, sagte Uthmeier in dem Video. Der Ort sei eine Art natürliche Abschreckung für Schutzsuchende. Es gebe keinen Winkel, „wo sie sich verstecken können“, sagte Uthmeier. Er hatte auch gleich einen passenden Namen für das Lager parat: „Alligator Alcatraz.“

Internierungslager in den Everglades: In ein bis zwei Monaten soll das Camp stehen

In etwa 30 bis 60 Tagen könne das Lager fertiggestellt sein, sagte Uthmeier weiter, schätzungsweise 1000 Migranten könne es aufnehmen. Errichtet wird es auf dem Gelände des verlassenen Dade-Collier Training and Transition Airport, einem Flughafen etwa 60 Kilometer von Miami entfernt.

Heimatschutzministerin Kristi Noem – Spitzname ICE Barbie – erklärte, die Einrichtung werde „zum großen Teil“ durch die Federal Emergency Management Agency finanziert. Zuvor wurden die Gelder zur Bereitstellung von Unterkünften und weiterer Hilfe für Migranten ohne Aufenthaltserlaubnis genutzt. Der Betrieb von „Alligator Alcatraz“ soll jährlich etwa 450 Millionen US-Dollar, umgerechnet knapp 390 Millionen Euro, kosten.

Kristi Noem: Die schrägen Outfits von Trumps „Abschiebe-Barbie“

Kristi Noem gilt spätestens seit 2018 als enge Verbündete Donald Trumps.
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Kristi Noem, hier bei der Vereidigung als Abgeordnete des Repräsentantenhauses in South Dakota
Aus ihrer Nähe zur Waffenlobby machte Kristi Noem nie einen Hehl.
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Mit „Turbogeschwindigkeit“ sollen Trumps Abschiebungs-Pläne umgesetzt werden

Auf X kündigte Noem an, ihre Behörde würde mit „Turbogeschwindigkeit“ an der Umsetzung der Massenabschiebungs-Pläne von US-Präsident Donald Trump arbeiten. Das in den Everglades errichtete Lager fügt sich nahtlos in Trums hartes Vorgehen gegen Einwanderer ein. In Guantanamo Bay, einem Gefängnis in Kuba, das bekannt wurde, weil dort Terrorverdächtige gefoltert wurden, und in einem weiteren Gefängnis in El Salvador werden bereits unerwünschte Migranten festgehalten. Kritiker vergleichen die Zustände vor Ort mit einem Konzentrationslager.

Das Everglades-Lager werde mit Geldern für ein Programm finanziert, das die Biden-Administration dafür benutzt habe, „um Hunderte von Millionen amerikanischer Steuergelder für die Unterbringung illegaler Einwanderer auszugeben“, schrieb Noem weiter. Diese bei der Maga-Bewegung populäre Behauptung geht auf eine Hilfsaktion nach dem Hurrikan Helene im vergangenen Oktober zurück. Damals sagte Trump, dass die Regierung Biden kein Geld mehr habe, um die Opfer der Katastrophe zu unterstützen, weil „sie alles für illegale Migranten ausgegeben haben“. (fmü)

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