„Kulturelle Wettbewerbe“
Reality-TV-Show mit Kristin Noems Unterstützung geplant: Migranten ringen um US-Bürgerschaft
Das US-Heimatschutzministerium prüft im Moment offenbar die Idee für eine neue Serie „The American“. Darin sollen sich Migranten duellieren.
Washington D. C. - Die polarisierende US-Heimatschutzministerin Kristi Noem will Berichten zufolge eine Reality-Show für Migranten in den USA aufziehen. In dem geplanten TV-Format sollen Einwanderer in verschiedene US-Staaten reisen, berühmte Persönlichkeiten treffen und in Wettbewerben gegeneinander antreten.
Der Gewinner habe am Ende die „Ehre, im Schnellverfahren die US-Staatsbürgerschaft zu erhalten“, heißt es in einem aktuellen Programmvorschlag, berichtete die DailyMail am Mittwoch (15. Mai). Das Nachrichtenportal erhielt laut eigenen Angaben einen exklusiven Einblick in das rund 35-seitige Dokument. Es sei in Abstimmung mit der Sekretärin des Heimatschutzministeriums erstellt worden.
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„The American“: Kandidaten sollen in geplanter Show um US-Staatsbürgerschaft kämpfen
In der vorgeschlagenen Serie mit dem Titel „The American“ sollen die Kandidaten mit einem Zug durch die USA reisen und an regional spezifischen „kulturellen“ Wettbewerben teilnehmen. Eine Challenge könnte laut dem Programmvorschlag zum Beispiel das Rollen von Baumstämmen in Wisconsin sein. Ein weiterer Wettbewerb könnte in San Francisco stattfinden, wo die Einwanderer in eine Mine geschickt werden, um das meiste Gold zu sammeln.
Während der Sendung würden die Zuschauer erfahren, warum die teilnehmenden Personen in den USA leben wollen und welche Träume sie haben. „Auf dem Weg dorthin werden wir daran erinnert, was es bedeutet, Amerikaner zu sein – durch die Augen der Menschen, die es am meisten wollen“, wird der geplante Serienautor und -produzent Rob Worsoff zitiert.
Worsoff, der ursprünglich aus Kanada stammt, sagte laut der DailyMail: „Ich bin keiner politischen Ideologie zugehörig. Als Einwanderer versuche ich lediglich, eine Show zu machen, die den Einwanderungsprozess feiert (...) und ein nationales Gespräch darüber führt, was es bedeutet, Amerikaner zu sein“.
Migranten sollen am Ende „typisch amerikanische“ Preise erhalten
Die Folgen von „The American“ sollen jeweils eine Stunde lang sein und am Ende ein großes Finale beinhalten. Der Gewinner werde auf den Stufen des US-Kapitols vereidigt und erhalte neben einer US-Staatsbürgerschaft „typisch amerikanische“ Preise. Darunter könnten sich die Serienmacher laut dem Nachrichtenportal zum Beispiel eine Million American-Airline-Punkte vorstellen, einen Starbucks-Geschenkgutschein im Wert von 10.000 Dollar oder einen lebenslangen Vorrat an Benzin.
Worsoffs Pitch sehe zudem vor, berühmte Personen mit Migrationshintergrund in die Serie einzuladen. So könnten sich die Serienmacher zum Beispiel die in Kolumbien geborene Sofia Vergara, den Kanadier Ryan Reynolds oder die aus der Ukraine stammende Mila Kunis als mögliche Gastgeber in der Serie vorstellen. Ob die Stars tatsächlich in der Serie auftreten würden oder bereits angefragt wurden, blieb zunächst unklar.
US-Heimatschutzministerium äußert sich zu Serienvorschlag – Suche nach Streamingdiensten läuft wohl
Tricia McLaughlin, die oberste Sprecherin des Heimatzschutzministeriums, sagte gegenüber DailyMail, dass die Behörde den Serienvorschlag prüfe und letzte Woche mit dem Produzenten telefoniert habe. Laut ihrer Aussage sei Noem noch nicht über die Initiative informiert worden. Das Nachrichtenportal könne jedoch bestätigen, dass die Ministerin von dem Projekt bereits erfahren habe und es unterstütze. Auch McLaughlin sagte dem US-Medium: „Ich denke, es ist eine gute Idee.“
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Ob die Serie tatsächlich gedreht wird und wo sie ausgestrahlt werden könnte, sei derzeit aber noch nicht geklärt. Man versuche seit Wochen, Streaming-Dienste wie Netflix oder einen Fernsehsender für die Ausstrahlung der Reality-Show zu gewinnen, berichtete das Nachrichtenportal unter Berufung auf anonyme Quellen. Auf Social Media haben die Pläne teils heftige Reaktionen hervorgerufen. So wird das Show-Konzept als „amerikanische Hunger Games“ oder „Total Recall 2.0“ bezeichnet, in Anlehnung an die dystopischen Kinohits mit Jennifer Lawrence beziehungsweise Arnold Schwarzenegger.
Mit ihrer Unterstützung der geplanten Serie sorgt die Heimatzschutzministerin Kristi Noem erneut für Schlagzeilen. Die Republikanerin gilt als große Befürworterin der Trump-Regierung, die hart gegen illegale Einwanderung vorgehen will. Anfang des Jahres sagte Noem, die Migration an der Südgrenze der USA sei „nichts weniger als eine Invasion“.
Für Aufregung sorgte ebenfalls eine Buchveröffentlichung im letzten Jahr. Darin beschrieb Noem, wie sie ihre Hündin und eine Ziege wegen ungestümen Verhalten erschossen hat. Noem wollte einem Bericht zufolge dadurch ihre Bereitschaft betonen, als Politikerin „schwierige, unordentliche und hässliche“ Dinge zu tun. (nz)
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