In Isselburg und Hille

Neue Wölfe in NRW nachgewiesen – einer ist offenbar verletzt

In NRW wurden gleich zwei neue Wölfe nachgewiesen. Einer im Kreis Borken und einer im Kreis Minden-Lübbecke. Eines der Tiere ist offenbar verletzt.

Isselburg/Hille – Lange Zeit galt der Wolf in NRW als so gut wie ausgestorben. Doch seit einigen Jahren gibt es immer wieder Wolfsnachweise in Deutschland – und auch in NRW. Nun wurde sogar ein Wolf fotografiert. Das teilt nun das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) mit.

Foto zeigt neuen Wolf im Kreis Borken – doch er ist verletzt

Am 4. Januar soll der männliche Wolf „GW2398m“ bei Isselburg (Kreis Borken) ein Schaf gerissen haben. Das konnte durch eine genetische Untersuchung bestätigt werden, so das Landesamt.

In NRW wurden gleich zwei neue Wölfe nachgewiesen (Symbolbild).

Das Besondere dabei: Nur wenige Tage vorher wurde ganz in der Nähe ein Wolf mithilfe einer Fotofalle aufgenommen. „Aufgrund des räumlichen und zeitlichen Zusammenhangs besteht die hohe Wahrscheinlichkeit, dass es sich hierbei um ‚GW2398m‘ gehandelt hat“, heißt es weiter. Auf den Aufnahmen ist dabei zu sehen, dass das Tier „deutlich“ humpelt, so das LANUV weiter. Auch das spreche dafür, dass es sich bei den Aufnahmen, um den Wolf „GW2398m“ handelt. Denn: Das Tier wurde im Dezember 2021 bei einem Verkehrsunfall in den Niederlanden verletzt.

Und dort hat der Wolf eigentlich auch sein Territorium. Ursprünglich stammt er aus dem niederländischen Rudel „Noord-Veluwe“, erklärt das LANUV. „GW2398m hatte sich bereits selbst als territorialer Rüde etabliert und mit der Wölfin GW2540f das Territorium ‚Midden-Veluwe‘ südlich seines Herkunftsrudels besetzt.“ Wieso sich das Tier nun rund 50 Kilometer von seinem Territorium entfernt hat, ist nicht klar. Auch wo sich „GW2398m“ aktuell aufhält, ist nicht bekannt. Seit dem Schafriss und der Aufnahme der Fotofalle Anfang Januar wurde der Wolf nicht mehr gesehen oder nachgewiesen.

So entsteht der Name des jeweiligen Wolfs

► GW steht als Abkürzung für „Genetic Wolf“.

► Die Nummer ist die jeweilige und individuelle Nummer des Tieres.

► Der letzte Buchstabe steht dafür, ob es sich um ein Männchen (m) oder ein Weibchen (f) handelt.

Weiterer Wolfsnachweis in NRW – und zwar im westlichen Münsterland

Klar ist jedoch, „GW2398m“ ist nicht der einzige Wolf, der in NRW unterwegs ist. Vor allem im westlichen Münsterland werden immer wieder Wölfe nachgewiesen. Erst im Dezember wurden im Kreis Minden-Lübbecke mehrere Tiere gerissen.

Insgesamt wurden am 25. Dezember bei Hille vier Schafe geschädigt. „Als Verursacher konnte der männliche Wolf ‚GW3827m‘ bestätigt werden“, heißt es vom LANUV. Der Rüde stammt dabei ursprünglich aus dem Rudel „Döberitzer Heide“ in Brandenburg. Wo „GW3827m“ sich aktuell befindet, ist derzeit ebenfalls unklar.

Wölfe in NRW: Darauf sollte man achten, wenn es zu einer Begegnung kommt

Das LANUV wertet nicht nur aus, wo welcher Wolf gesichtet oder nachgewiesen worden ist, das Landesamt gibt auch Tipps, wie man sich verhalten sollte, wenn man einem Wolf begegnet. Grundsätzlich ist es sehr unwahrscheinlich, einen Wolf in freier Wildbahn zu Gesicht bekommen, heißt es. Wenn man dennoch einem Wolf begegnet, sollten man Folgendes beachten:

  • Nicht versuchen, sich dem Wolf zu nähern, ihn anzufassen oder zu füttern!
  • Nicht weglaufen, am besten stehen bleiben und abwarten, bis sich der Wolf zurückzieht.
  • Wenn man selbst den Abstand vergrößern will, langsam zurückziehen.
  • Man kann den Wolf auch vertreiben, indem man auf sich aufmerksam macht (laut ansprechen, in die Hände klatschen, mit den Armen winken)

In Emmerich hat erst kürzlich ein Schüler einen vermeintlichen Wolf auf dem Heimweg gesehen und gefilmt, berichtet 24RHEIN. (jw)

Rubriklistenbild: © Sabine Baschke/dpa

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