Kreis Kleve

Ungewöhnlicher Anblick in NRW: Schüler filmt vermeintlichen Wolf auf dem Heimweg

In Emmerich ist ein 16-Jähriger einem vermeintlichen Wolf begegnet. Dabei lief ihm das Tier überaschenderweise am helligten Tag über den Weg.

Emmerich – Eigentlich sind Wölfe eher nachtaktiv. Tagsüber ist das Raubtier, das zur Familie der Hunde gehört, dagegen eher selten zu sehen. Dennoch wurden Wölfe in NRW bereits manchmal auch am Tag gesichtet. Nun könnte es im Kreis Kleve nahe der niederländischen Grenze eine weitere Wolfssichtung gegeben haben. Dort hat ein 16-Jähriger laut einem Bericht des WDR auf dem Heimweg von der Schule ein Tier gefilmt, bei dem es sich um einen Wolf handeln könnte – und das mitten am Tag.

Schüler geht in Emmerich von der Schule nach Hause – dann sieht er ein wolfsähnliches Tier

In Emmerich hat ein Schüler einen vermeintlichen Wolf auf Video festgehalten (Symbolbild).

Der Vorfall soll sich mitten in Emmerich ereignet haben. Dem WDR-Bericht zufolge war der 16-jährige Jaro Marheineke gegen 13.30 Uhr auf dem Weg von der Schule zurück nach Hause, als ihm plötzlich ein Tier über den Weg lief. Der Schüler zückte sein Handy und hielt die Begegnung fest. Auf einem Video ist zu sehen, wie ein wolfsähnliches Tier zunächst zügig an den Gärten von Häusern entlang über eine Wiese läuft. An einem Zaun stoppt es kurz, guckt sich um, schlüpft durch den Zaun und geht über die Straße. Anschließend verschwindet es in einem Gebüsch.

Nach der Begegnung mit dem vermeintlichen Wolf fuhr der 16-Jährige weiter nach Hause. Er sei erstaunt gewesen. So habe er laut WDR zwar gewusst, dass es am Niederrhein Wölfe gibt, damit gerechnet einen zu sehen habe er allerdings nicht. Tatsächlich gab es laut einer Statistik des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (Lanuv) zwischen 2018 und 2023 insgesamt zehn Wolfsnachweise im Kreis Kleve. In Emmerich wurden die Tiere allerdings noch nicht gesehen.

Vermeintlicher Wolf läuft Schüler über den Weg – Aber war es tatsächlich ein Wolf?

Doch war das Tier, das dem 16-jährigen Jaro über den Weg gelaufen ist, tatsächlich ein Wolf? Das lässt sich laut der Wolfs-Referentin des NABU, Marie Neuwald, nicht mit Sicherheit sagen. „Das sieht schon sehr wolfig aus“, sagte Neuwald gegenüber dem WDR, nachdem sie sich das Video von Jaro angesehen hatte. Eine 100-prozentige Sicherheit gebe es dennoch nicht, auch weil der Tschechoslowakische Wolfshund, der ebenfalls in NRW vorkommt, sehr ähnlich sieht, so Neuwald in dem Bericht. Neben dem Wolf lebt auch der Goldschakal in NRW.

Vermeintlicher Wolf streunt durch Emmerich: Aktivität am Tag nicht ungewöhnlich

Wolfssichtungen kommen in NRW immer mal wieder vor. So wurde im September 2023 bei Aachen ein Wolf gesehen. Dass sich die Tiere auch mal tagsüber zeigen, ist dabei laut Wolfs-Referentin Neuwald nicht ungewöhnlich. So könnte der veremintliche Wolf in Emmerich auch auf Partnersuche gewesen sein. „„Ende April, Anfang Mai kommen die Welpen zur Welt“, erklärt Neuwald beim WDR.

Beim Blick auf das Video-Material fällt der Expertin noch ein weiteres Detail auf. „Es scheint, als würde er zur Kamera gucken - das liegt daran, dass er vermutlich den Menschen beobachtet. Er senkt den Kopf und möchte aus der Situation raus“, so Neuwald gegenüber dem WDR. Dass der vermeintliche Wolf danach ins Gebüsch verschwand, liege laut Neuwald daran, dass Wölfe menschliche Nähe meiden.

Wolfssichtungen in NRW: Wie verhalte ich mich, wenn ich einen Wolf sehe?

Für den Fall, dass Menschen einem Wolf begegnen, gibt es laut Lanuv mehrere Verhaltenstipps. Diese lauten:

Empfehlungen des LANUV bei Begegnungen mit einem Wolf

► Nicht versuchen, sich dem Wolf zu nähern, ihn anzufassen oder zu füttern!

► Nicht weglaufen, am besten stehen bleiben und abwarten, bis sich der Wolf zurückzieht.

► Wenn man selbst den Abstand vergrößern will, langsam zurückziehen.

► Man kann den Wolf auch vertreiben: Laut ansprechen, in die Hände klatschen, mit den Armen winken.

(jr)

Rubriklistenbild: © Dominik Kindermann/Imago

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