Rituale der Raunächte

Wintersonnenwende 2023: Die längste Nacht und der kürzeste Tag des Jahres

Es ist Wintersonnenwende: Die längste Nacht und der kürzeste Tag des Jahres ist im Dezember 2023. Um die große Dunkelheit gibt es viele Rituale.

Hamm - Die Nächte sind lang, die Tage kurz: Mit der Wintersonnenwende steht am 22. Dezember die längste Nacht des Jahres 2023 bevor. Verbunden mit germanischen Sagen, den Rauhnächten und vielen Ritualen wird die Wintersonnenwende von einigen Menschen gefeiert.

Wintersonnenwende: Wann ist die längste Nacht des Jahres 2023?

SonnenwendeWintersonnenwende
Datum22. Dezember 2023
UhrzeitSonnenaufgang um 8.34 Uhr, Sonnenuntergang um 16.01 Uhr
Ähnliche FesteJulfest, alfablót, Nacht der Mütter, Weihnachten

Die längste Nacht des Jahres fällt auf der Nordhalbkugel - und damit auch in Deutschland - immer auf den 21 oder 22. Dezember. Sonnenaufgang ist am 22. Dezember 2023 in Nordrhein-Westfalen (Dortmund) erst um 8.33 Uhr, um 16.22 Uhr geht die Sonne am kürzesten Tag schon wieder unter.

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  • Wintersonnenwende 2025: 21. Dezember

Was passiert am Tag der Wintersonnenwende?

Mit der Wintersonnenwende beginnt der astromische Winter, der meteorlogische hat bereits am 1. Dezember begonnen. Tag und Nacht sind erst im März wieder gleichlang: Mit der Tag-und-Nacht-Gleiche am 20. März beginnt der astronomische Frühling und es ist wieder länger hell als dunkel.

Am kürzesten Tag des Jahres steht die Sonne so flach wie an keinem anderen Tag über dem Horizont. Je nördlicher der Standort, desto länger ist es dunkel.

Welche Rituale gibt es zur Wintersonnenwende?

Nach der Wintersonnenwende werden die Nächte wieder kürzer und es wird heller. Ein Grund zu feiern und verschiedene Rituale durchzuführen: Es ist kein Zufall, dass das christliche Fest Weihnachten nur kurz nach der Sonnenwende gefeiert wird.

Historische Belege für Feste zur längsten Nacht des Jahres bei den Germanen und Goten gibt es kaum, allerdings einige Rituale rund um die Wintersonnenwende. Heute werden rund um die längste Nacht wieder die Raunächte (auch Rauchnächte oder Rauhnächte) zelebriert.

Bekannt sind bereits bei den Germanen Feuer- und Licht-Symbole rund um die längste Nacht. Das Julfest aus Nordeuropa (vor allem Skandinavien) wurde erstmals im 6. oder 7. Jahrhundert n. Chr. schriftlich erwähnt - die Mittwinternacht. Die Angelsachsen feierten Mōdraniht (Belege aus dem 5. bis 7. Jahrhundert n. Chr.), die Nacht der Mütter, im tiefsten Winter.

Raunächte und Wintersonnenwende - Rituale und Aberglaube

Die Raunächte sind je nach Region unterschiedlich: Es gibt zwischen drei und zwölf und sie beginnen in der Thomasnacht (20./21. Dezember) oder an Weihnachten (24./25. Dezember). Mit ihnen verbunden ist eine Bauernregel sowie Geistesaustreibungen. Von den Ritualen der Raunächte stammen Überbleibsel wie das Wahrsagen an Silvester - durch Bleigießen.

In Bayern werden die Raunächte am 5. Januar gefeiert: Ein Ritual ist das Raunachtbettlern. Junge Menschen gehen von Haus zu Haus und „erbetteln“ für einen Spruch Krapfen oder Geld.

An den Raunächten hängen zudem einige Aberglauben für die Zeit zwischen den Jahren: Keine weiße Wäsche auf der Leine, keine Karten spielen, Frauen und Kinder sollen nicht nachts auf die Straße. Volkssagen sprechen von der Wilden Jagd, einer Gruppe von Geister-Reitern, die hängende Wäsche (oder die Frauen auf der Straße) sollen sie anlocken.

Rubriklistenbild: © Oliver Vogler / IMAGO

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