Eskalation im Tarifstreit

ÖPNV-Streik trifft NRW hart: Verkehr massiv beeinträchtigt – auch Wetter sorgt für Unruhe

Der ÖPNV in NRW fährt am Montag nicht wie gewohnt: Die Gewerkschaft Verdi hat zu Warnstreiks aufgerufen. Doch es gibt auch Alternativen für Pendler.

Update vom 2. Februar, 13.56 Uhr: Der Vormittag brachte vermutlich einen verstärkten Wechsel zum Individualverkehr mit sich. In NRW bildeten sich zeitweise Staus von etwa 250 Kilometern Länge – ein überdurchschnittlich hoher Wert, wie der WDR berichtet.

Verdi ruft zu Warnstreiks im ÖPNV auf.

Ob der Warnstreik tatsächlich die Hauptursache für diese Verkehrsbelastung darstellte, kann nach Angaben der WDR-Verkehrsredaktion jedoch nicht eindeutig nachgewiesen werden.

ADAC empfiehlt in NRW zu bestimmten Zeiten die Straßen zu meiden

Hinzu komme, dass der Streik nicht zwangsläufig den kompletten Stillstand des öffentlichen Nahverkehrs bedeute. In verschiedenen Gemeinden werden einzelne Strecken von privaten Subunternehmen betrieben, die sich nicht am Streik beteiligen. Daher empfiehlt es sich, auch während des Streiks die aktuellen Fahrplaninformationen über die Websites oder Apps der jeweiligen Verkehrsanbieter zu prüfen.

Angesichts des Warnstreiks rät der ADAC Fahrten zu Stoßzeiten zwischen 7.00 und 9.00 Uhr und 16.00 bis 18.00 Uhr nach Möglichkeit zu vermeiden.

Update vom 2. Februar, 8.11 Uhr: Am Montagmorgen sind Autofahrer und andere Verkehrsteilnehmer in Nordrhein-Westfalen von zwei Herausforderungen betroffen: Neben dem landesweiten Warnstreik sorgen winterliche Wetterbedingungen für zusätzliche Probleme im Straßenverkehr. Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte, ist besonders in Höhenlagen mit glatten und rutschigen Fahrbahnen zu rechnen.

Update vom 2. Februar, 7.44 Uhr: Das Schulministerium in Nordrhein-Westfalen hat Eltern daran erinnert, dass Schüler selbst dann zum Unterricht erscheinen müssen, wenn der Nahverkehr streikt. Darüber berichtete das Ministerium in einer Pressemitteilung.

Schulpflicht bleibt in NRW bestehen – doch es gibt Spielraum

Wie das zuständige Ministerium auf Facebook klarstellte, gilt die Pflicht zum Schulbesuch unabhängig von angekündigten Arbeitsniederlegungen im öffentlichen Personennahverkehr weiterhin. Die Erziehungsberechtigten seien in der Verantwortung, dafür zu sorgen, dass ihre Kinder den Unterricht erreichen können, heißt es in der Verlautbarung.

Laut Ministerium gibt es jedoch Spielraum für Einzelfälle: Sollte der Weg zur Bildungseinrichtung für einen Schüler oder eine Schülerin tatsächlich nicht zumutbar sein, werde dies als entschuldigtes Fehlen gewertet, so die Behörde.

Update vom 2. Februar, 7.25 Uhr: Auf den Hauptverkehrsadern rechnen Experten mit deutlich mehr Verkehr während der Hauptverkehrszeiten. Darüber berichtete der ADAC in einer Mitteilung. Besonders betroffen sind die Stoßzeiten am Morgen zwischen 7 und 9 Uhr sowie nachmittags von 16 bis 18 Uhr.

Pendler sollten diese Zeitfenster nach Möglichkeit umgehen und sich vor Fahrtantritt über die aktuelle Lage auf den Straßen informieren, rät Thomas Müther, Sprecher des ADAC. Ein deutlich früherer Aufbruch könne helfen, den größten Staus zu entgehen. Auch Fahrgemeinschaften seien eine sinnvolle Alternative, erklärte Müther.

Die Auswirkungen des Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr auf die Verkehrssituation sind schwer vorherzusagen. Entscheidend sei, wie viele Beschäftigte sich auf den Ausstand einstellen können und die Möglichkeit haben, von zu Hause aus zu arbeiten, so der ADAC.

Update vom 2. Februar, 6.45 Uhr: Der angekündigte Warnstreik ist seit 3 Uhr morgens in Kraft getreten und hat den öffentlichen Personennahverkehr in weiten Teilen Nordrhein-Westfalens lahmgelegt. An zahlreichen Haltestellen in Köln, Düsseldorf, Dortmund, Bonn und vielen weiteren Städten standen Pendler und Fahrgäste am Montagmorgen, 2 Februar, vor geschlossenen Depots. Die Gewerkschaft Verdi hatte Beschäftigte von rund 30 kommunalen Verkehrsunternehmen zu ganztägigen Arbeitsniederlegungen aufgerufen.

Die Auswirkungen des Ausstands waren bereits zum Betriebsbeginn deutlich spürbar. Bei den Kölner Verkehrs-Betrieben seien sämtliche Zugänge symbolisch blockiert worden, erklärte Frank-Michael Munkler von Verdi gegenüber der Deutschen-Presseagentur (DPA).

Regionalbahnen und S-Bahnen fahren noch in NRW – Streiks in fast allen Bundesländern

Fahrgäste könnten allerdings auf Busse von Subunternehmen zurückgreifen, die trotz des Streiks unterwegs sind, heißt es. Die betroffenen Verkehrsbetriebe informieren über ihre Internetseiten und Apps über die aktuelle Situation. Zudem weisen sie nochmal darauf hin, dass der regionale Bahnverkehr mit Regionalzügen und S-Bahn-Linien vom Ausstand nicht tangiert ist.

Verdi hat nicht nur in Nordrhein-Westfalen, sondern in fast allen Bundesländern zu Warnstreiks bei kommunalen Verkehrsbetrieben aufgerufen. Hintergrund sind laufende Tarifverhandlungen, in denen die Gewerkschaft unter anderem eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit fordert. Mit den Arbeitsniederlegungen will Verdi den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.

Update vom 1. Februar, 20.10 Uhr: Am Montag, 2. Februar, stehen Millionen von ÖPNV-Nutzern in Nordrhein-Westfalen vor erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen. Aufgrund eines Warnstreiks werden Busse und Straßenbahnen in weiten Teilen des Bundeslandes nicht verkehren. Laut einer Verdi-Sprecherin ist mit einem weitgehenden Stillstand des Nahverkehrs in zahlreichen Gebieten zu rechnen. Fahrgäste müssen daher auf andere Transportmittel ausweichen. Der S-Bahn- und Regionalverkehr bleibt vom Ausstand unberührt. Der Streik resultiert aus den derzeit stattfindenden Tarifauseinandersetzungen.

Der ganztägige Warnstreik startet in der Regel mit dem Betriebsbeginn in der Nacht zu Montag und reicht bis zum Betriebsende in der Nacht zu Dienstag. Die Verkehrsbetriebe informieren im Internet und in Apps über den aktuellen Stand.

Die Arbeitsniederlegung erfasst praktisch alle großen Kommunen des Bundeslandes – von den Rheinmetropolen Köln und Düsseldorf über das Ruhrgebiet mit Dortmund, Duisburg, Oberhausen und Gelsenkirchen bis hin zu Bielefeld in Ostwestfalen. Lediglich die Aachener Verkehrsbetriebe (Aseag) ist nicht betroffen. Das teilt die Aseag auf ihrer Website mit: „Die ASEAG wird von dem für Montag, 2. Februar 2026, von Verdi angekündigten Warnstreik nicht betroffen sein. Der Tarifvertrag für die Beschäftigten bei der ASEAG ist nicht Gegenstand der derzeitigen Tarifrunde für die Länder.“

Verdi kündigt erneut Warnstreiks an – Nahverkehr in NRW wird lahmgelegt

[Erstmeldung vom 30. Januar] Einige Pendler und Menschen, die auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind, müssen sich für Montag, 2. Februar, womöglich andere Alternativen suchen. Denn die Gewerkschaft Verdi hat in allen 16 Bundesländern zu Warnstreiks aufgerufen – darunter sind auch einige kommunale Verkehrsbetriebe in NRW.

Bis auf wenige Ausnahmen gelte der Streik flächendeckend, sagte eine Verdi-Sprecherin zur Deutschen Presse-Agentur (dpa). Landesweit sollen 30.000 Beschäftigte aus 30 Verkehrsbetrieben die Arbeit niederlegen. Es wird davon ausgegangen, dass der Bus- und Straßenbahnverkehr in vielen Regionen zum Erliegen komme. Ausgenommen sind S-Bahnen und Regionalzüge.

NRW fast flächendeckend vom Warnstreik betroffen

Nach Informationen der WAZ werden zum Beispiel alle Beschäftigten von DEW21 zum Streik aufgerufen, sowie die Bogestra in Bochum und Gelsenkirchen, die Ruhrbahn in Essen und Mühlheim, die DVG in Duisburg und Gesellschaften, die im Ruhrgebiet, wie unter anderem in Oberhausen, Linien fahren. Auch Beschäftigte der KVB, SWB und wupsi in Köln, Bonn und Leverkusen sollen laut Verdi die Arbeit niederlegen, ebenso Beschäftigte in Bielefeld. Auch Busse der Stadtwerke in Hamm nehmen teil – die Busse privater Anbieter und Bahnen fahren wie gewohnt. Die Aachener Verkehrsbetriebe Aseag sind eine der wenigen Ausnahmen in NRW, die sich nicht beteiligen.

Hintergrund ist die aktuelle Tarifrunde bei den kommunalen Nahverkehrsunternehmen. Im Rahmen der Verhandlungen fordert Verdi „deutlich bessere Arbeitsbedingungen im kommunalen ÖPNV: etwa durch Verkürzung der Wochenarbeitszeit und der Schichtzeiten, Verlängerung der Ruhezeiten, aber auch durch höhere Zuschläge für Arbeit in der Nacht und am Wochenende“, so die Gewerkschaft. Die nächste Tarifrunde ist für den 2. März angekündigt. Arbeitgeber werfen Verdi derweil unrealistische Forderungen vor – die schlechte Finanzlage der kommunalen Nahverkehrsunternehmen werde ignoriert. (mit Material der DPA)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Manngold

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