„Da kann man auch ins Restaurant gehen“
Vater haut es bei Preis für Freibad-Pommes aus den Schlappen – „Schmuggel mir lieber ein Butterbrot rein“
Schwimmbad-Ausflug endet in Ernüchterung: Ein Familienvater ist von dem Speisenangebot eines Kiosks enttäuscht. Der Betreiber erklärt die Preise.
Köln – Schießen die Temperaturen in die Höhe, suchen viele Menschen die Erfrischung in Schwimmbädern oder an Badeseen. Dabei dürfen natürlich auch die typischen Freibad-Pommes nicht fehlen. Schwimmen macht schließlich hungrig. Das dachte sich auch ein Familienvater.
Der Mann besuchte laut eigener Aussage mit seinen Kindern das Ossendorfbad in Köln. Und „natürlich wollten sie nach dem Baden etwas essen und trinken“, teilte er in einem Beitrag auf der Plattform Reddit mit. Die Speisekarte habe ihn jedoch in ungläubiges Staunen versetzt. Das Sortiment ist für ein Schwimmbad zwar durchaus umfangreich, doch: „Ich war wirklich schockiert, als ich die Preise auf der Speisekarte gesehen habe“, äußerte er sich frustriert.
Familienvater kann Freibad-Preise für Essen und Trinken nicht fassen
Er schoss direkt mehrere Fotos. Darauf zu sehen: Pizza zwischen neun und 15,50 Euro. Für Flammkuchen werden etwa 13 Euro verlangt. Ein großes Bier kostet 4,50 Euro. Bei geringerem Appetit stehen Pommes für 4,50 bis 6,50 Euro zur Auswahl – abhängig von der Portionsgröße. Eine Geflügelbratwurst wird für 6,50 Euro angeboten.
Für den Vater seien die Preise unverständlich. Jedoch ist das nicht seine einzige Kritik: „Was mich noch mehr überrascht hat: Alle Speisen sind Tiefkühlprodukte. Nichts Frisches, nur aufgewärmte Fertiggerichte“, beklagte er sich. Er erwarte „für einen Ort, an dem viele Familien mit Kindern sind“, nicht nur niedrigere Preise, sondern „wenigstens ein paar frisch zubereitete Gerichte“.
Andere teilen seine Meinung. Zahlreiche Nutzerinnen und Nutzer kommentieren seinen Reddit-Beitrag: „Ne komm also, da schmuggel ich mir lieber ein Butterbrot in meiner Speedo mit rein“, merkte einer an. „4,50 Euro für so eine kleine Portion ist völlig daneben“, bewertete ein weiterer User das Schwimmbad-Angebot. „Zwei Currywurst, Pommes, Kölsch und Sprite machten dann 24 Euro oder so. Da kann man gleich ins Restaurant gehen“, fasste ein dritter zusammen.
„Es ist leider alles gestiegen“ – Kiosk-Betreiber des Schwimmbads erklärt Preise
Der Geschäftsführer der EfBa Gastronomie, Mehmet Sahin, nahm auf Nachfrage von IPPEN.MEDIA Stellung zu der Diskussion. Sein Unternehmen betreibt die Kioske im Ossendorfbad sowie in weiteren Kölner Schwimmbädern. Für die Verärgerung der Besucherinnen und Besucher zeigt er Verständnis.
„Es ist leider alles gestiegen. Nach Corona müssen wir mittlerweile jedes Jahr die Preise ändern“, erläuterte Sahin, der den Betrieb seit fast 18 Jahren leitet. Für Gäste, die etwa ein Jahr nicht im Freibad waren und nun in der neuen Saison mit den Preisen konfrontiert werden, sei dies sicherlich schockierend. Als Unternehmer müsse er jedoch aus den Einnahmen sowohl sein Personal als auch die Zulieferkosten finanzieren.
Andere springen Betreiber zur Seite – „Die Preise sind normal“
Für einige – darunter auch der Familienvater – sind die Preise aber nicht der springende Punkt. „Also, die Preise sind normal“, doch die Qualität lasse zu wünschen übrig, lautet eine weitere Kritik. Sahin weist jedoch den Vorwurf zurück, dass in seinem Kiosk nur Fertigprodukte verkauft werden. „Das stimmt nicht, wir bieten auch Salate an.“ Diese würden zwar weniger nachgefragt als andere Gerichte, seien jedoch immer frisch zubereitet.
Die Herstellung von Pizzen sei in einem Schwimmbad allerdings praktisch nicht realisierbar. Deshalb handele es sich dabei um Tiefkühlprodukte. Sahin betont: „Wenn wir schon Pizza anbieten, dann soll es qualitativ gut sein.“ Die Schwimmbadbesucherinnen und -besucher bevorzugten jedoch ohnehin eher kleinere Gerichte wie „Currywurst, Pommes oder Nuggets“ anstelle umfangreicherer Mahlzeiten.
Teuer oder nicht – die Lebensmittelpreise sind auch in anderen Bereichen teils explodiert. In Supermärkten reagieren zahlreiche Menschen mit Erstaunen auf die stark gestiegenen Preise für Kaffee. Dafür sorgt die Wetterlage dafür, dass Erdbeeren günstiger werden. (asc)
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