Regen bringt Änderung
Wetterlage macht Erdbeeren günstiger – Warum Sie jetzt zugreifen sollten
Nach Rekordpreisen und Diskussionen hat sich das Blatt für Erdbeerfans gewendet. Aktuell sinken die Kilopreise, allerdings nicht lange.
Berlin – Erdbeeren werden schon seit dem Mittelalter gegessen und kommen als Klassiker einfach nicht aus der Mode. Im Sommer hat die Erdbeersaison ihren Höhepunkt erreicht, und die Preise für die süßen Früchte sind derzeit so niedrig wie selten zuvor. Wann und wo Sie jetzt zugreifen sollten.
Erdbeerpreise sorgen für Ärger unter Kunden – Jetzt fallen die Preise jedoch
In den vergangenen Wochen haben die Erdbeerpreise immer wieder für Ärger unter deutschen Kunden geführt. Eine Frau war nach einem Aldi-Einkauf empört über eine vermeintliche „Abzocke“ der Erdbeer-Erzeuger. Der Durchschnittspreis für ein Kilogramm deutsche Erdbeeren liegt bei 5,87 Euro. Ende April kostete das Kilo sogar durchschnittlich 8,19 Euro. Das Blatt hat sich gewendet: Laut der Agrarmarkt-Informationsgesellschaft (AMI) finden Kunden derzeit ganze Schalen von Erdbeeren für unter zwei Euro. Das liegt unter anderem daran, dass der Regeneinbruch der vergangenen Tage die Früchte weniger stabil und haltbar macht.
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Die beste Zeit, um Erdbeeren zu kaufen, ist während der Hauptsaison, die im Süden Deutschlands Anfang Juli endet und in anderen Bundesländern im Laufe des Julis. In dieser Zeit sind die Erdbeeren nicht nur am günstigsten, sondern auch am frischesten. Simon Schumacher vom Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauern (VSSE) empfiehlt im Interview mit der Deutschen Presseagentur (dpa), regionale Erdbeeren zu kaufen und sie möglichst schnell nach dem Kauf zu verzehren. Weichere Sorten seien dabei oft aromatischer und garantieren den besten Geschmack. Mit diesen fünf Tipps halten Sie Erdbeeren länger frisch.
Ökologischer Fußabdruck: Warum regionale Erdbeeren die bessere Wahl sind
Der Verband VSSE gibt zudem an, dass in den südlichen Bundesländern bereits rund 70 Prozent der Normalkultur geerntet wurden, im Norden seien es 20 Prozent. Die Experten gehen davon aus, dass die Preise in der zweiten Junihälfte wieder anziehen werden.
Der Kauf von regionalen Erdbeeren bietet nicht nur den Vorteil der Frische, sondern reduziert auch den ökologischen Fußabdruck erheblich. Lange Transportwege entfallen, und der Anbau auf Freilandfeldern ist weniger umweltbelastend als der in beheizten Gewächshäusern oder der Import aus weit entfernten Ländern. Experten betonen, dass der Anbau im Freiland nachhaltiger ist und weniger Energie verbraucht.
Doch keine Sorge für Genießer, die die gesunde Beere auch außerhalb der Saison essen möchten. Ökotest weist auf eine Studie hin, bei der importierte, sonnengereifte Erdbeeren aus Spanien sogar einen besseren ökologischen Fußabdruck haben können als deutsche Früherdbeeren, die aufwendig im Gewächshaus gezüchtet werden mussten. Erdbeeren aus Ägypten und Marokko sind bedenklich, weil in diesen Ländern ohnehin Wasserknappheit herrscht und der wasserintensive Anbau von Erdbeeren weiter den Grundwasserspiegel senkt.
Erdbeeren sorgfältig lagern und verarbeiten
Beim Kauf sollten Erdbeeren vorsichtig aus der Schale genommen und auf einen großen Teller gelegt werden, um Druckstellen zu vermeiden. Im Kühlschrank halten sie maximal zwei bis drei Tage. Erdbeer-Experte Simon Schumacher empfiehlt, Erdbeeren erst kurz vor dem Verzehr zu waschen. Wer die gesunde Frucht nicht direkt verzehrt, kann sie einfrieren oder einkochen und so mehrere Monate oder im Einmachglas sogar Jahre haltbar machen.
Erdbeeranbau erfolgt heute nicht mehr nur auf dem Feld. Ein Trend ist die Produktion in Tunneln und auf brusthohen Stellagen, die bis in den Oktober hinein Früchte tragen können. Immer mehr Landwirte setzen auf innovative Anbaumethoden, die nicht nur die Ernte erleichtern, sondern auch die Verfügbarkeit von frischen Erdbeeren verlängert. In Nordrhein-Westfalen waren es 2024 laut der dortigen Landwirtschaftskammer schon mehr als 350 Betriebe, die Stellagen nutzen.
Wegen steigender Anbaukosten und witterungsbedingter Einflüsse sind einige Saisonartikel allgemein teurer geworden. Für diese Produkte müssen Kunden im Supermarkt derzeit tiefer in die Tasche greifen. (diase)
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