Kreis Höxter
Verhaltensauffällige Hündin braucht Hilfe - 22 Hunde in Wohnung eingesperrt
Tierschützer wurden auf eine Halterin aufmerksam, die 22 Hunde unter furchtbaren Bedingungen hielt. Eine Hündin benötigt besondere Hilfe – sie ist verhaltensauffällig.
Bad Driburg - Die Deutsche Tierschutzunion e.V. mit Sitz in Paderborn (NRW) wurde kürzlich auf eine Vielzahl an Hunden aus schlechter Haltung aufmerksam. Eine Tierhalterin aus Bad Driburg wurde von Nachbarn beim Veterinäramt gemeldet – 22 Hunde der Rassen Bolonka, Malteser und Mischlinge hielt die Frau in ihrem Haus – unter schlechten Bedingungen.
„Die Tierhalterin ist nicht mehr oft vor Ort gewesen, sondern war bei ihrem Lebensgefährten“, erklärt Susan Smith von der Deutschen Tierschutzunion e.V. im Gespräch mit wa.de. Als die Tierschützer auf den Fall aufmerksam wurden, erklärte die Frau, dass sie keinen Schlüssel hätte, um die Tiere zu zeigen.
22 eingesperrte Hunde in Wohnung gefunden: Spenden für verhaltensauffällige Hündin
Doch: Ihr Lebensgefährte meldete sich beim Tierschutzverein. „Er hatte ein schlechtes Gewissen. Wir haben dann der Tierhalterin ans Herz gelegt, mit offenen Karten zu spielen und alle Tiere zu zeigen“, so Smith. Anfang August, am selben Tag, sei das Veterinäramt dann bei der Frau vorstellig geworden. Vor Ort der Schock: Die 22 Hunde wurden getrennt und eingesperrt gehalten.
Deutsche Tierschutz Union e.V.
Die Deutsche Tierschutz Union e.V. wurde im Mai 2008 von Tierschützern, Unternehmerpersönlichkeiten, Tierärzten und weiteren Menschen, die ihre Augen vor dem heute noch existierenden Leid der Tiere nicht verschließen, gegründet. Der Verein verfolgt das Ziel, dem Tierschutz in Deutschland neue Impulse zu geben, in dem die Ursachen für das vielfältige Tierleid angegangen werden. Der Verein setzt sich für die Einhaltung von Mindestanforderungen in allen Bereichen der verschiedenen Tierhaltungen ein und bringt Verstöße dagegen, ohne Ansehen der Person, zur Anzeige.
„In einem Badezimmer befanden sich zum Beispiel sechs eingesperrte Junghunde auf 1,8 Quadratmetern. Die Tiere sind in dem Badezimmer geboren und haben dies seitdem auch nicht verlassen“, erklärt Smith. Hygienemaßnahmen wurden hier laut Smith nicht getroffen. Die Hunde waren in einem „sehr runtergerittenem Zustand“, so Smith.
22 eingesperrte Hunde in Wohnung gefunden – Tierheim Paderborn übernahm einige der Hunde
Das Veterinäramt möchte der Halterin nun ein Zuchtverbot erteilen. Zwölf Hunde wurden laut dem letzten Stand der Deutschen Tierschutzunion e.V. vom Tierschutz übernommen. Das Veterinäramt habe zunächst Auflagen verteilt. „Futter und Wasser sollte da sein, das war für das Amt das Wichtigste und letztlich auch da“, so Smith.
Das Amt habe außerdem gesagt, dass sie einige der Tiere verschenken soll. Laut Smith bekäme man jedoch die Hunde im besonders schlechten Zustand nirgends unter. Die Tierschützer von der Deutschen Tierschutzunion haben dann mit ihr gesprochen. Zwei Hunde seien vermittelt worden, sechs wurden an das Tierheim Paderborn übermittelt. „In einem zweiten Schwung gingen nochmal vier ins Tierheim Paderborn“, so Smith.
Neun Hunde seien jedoch noch bei der Halterin, wovon sie laut Smith drei behalten will „Zwei Rüden und eine Hündin möchte die Besitzerin behalten. Da kann man sich denken, wo das wieder hinführt“, so die Tierschützerin.
Spenden für verhaltensauffällige Hündin Zuma – „Veterinäramt zahlt nicht für die Behandlung“
Eine verhaltensauffällige Hündin mit dem Namen Zuma bedarf laut Deutscher Tierschutzunion e.V. dringend einer intensiven tiermedizinischen Diagnostik und befindet sich derzeit in den Händen der Tierschützer. „Das Veterinäramt zahlt nicht für die Behandlung, und aufgrund ihrer Mankos konnte Zuma nicht vermittelt werden“, erklärt Smith. Hündin Zuma ist nicht mal ein Jahr alt und blind. Sie weist verhaltensauffällige Merkmale auf. Ein Video veranschaulicht die Situation:
Smith erklärt, dass Zumas Zustand schon wesentlich besser geworden ist und die Attacken etwas nachgelassen haben. Eine tierärztliche Untersuchung ergab, dass Zuma zum Beispiel massive Ohrmilben hatte. „Die Milben wurden behandelt, ihr Fell ist wieder gut und gegen die nicht stimmenden Druckverhältnisse in ihrem Kopf, die die Attacken auslösen, bekommt sie nun ein Mittel“, erklärt Smith.
Wer dem Tierschutzverein bei der finanziellen Belastung der tierärztlichen Behandlung von Zuma helfen möchte, kann spenden. Dies geht unter dem Stichwort „Zuma“ an:
- Tiere in Not Höxter/Warburg e.V.
- Volksbank Höxter / OWL eG
- IBAN: DE84 4726 0121 9067 2002 00
In Lippstadt wurden kürzlich 178 verwahrloste Katzen aus einer Wohnung gerettet. Mehrere von ihnen sind im Tierheim Bielefeld und suchen nun ein Zuhause. Auch in Dortmund fanden Tierschützer kürzlich fast 50 Katzen in einem Anbau eines Hauses. Die Tiere waren in einem verwahrlosten Zustand.
Rubriklistenbild: © Susan Smith
