Polizei Dortmund
Verwahrloste Katzen in Wohnung gefunden - doch Besitzer darf sie behalten
Ein Vermieter fand in Dortmund fast 50 Katzen in einem Anbau seines Hauses. Die Tiere waren in einem verwahrlosten Zustand. Die Polizei wurde alarmiert.
Dortmund – An Pfingstmontag, 29. Mai, wurde die Polizei Dortmund zu einem Wohnhaus in Dortmund-Hostedde gerufen. Grund dafür: Die Bewohner des Hauses bemerkten einen beißenden Geruch im Haus. Daraufhin kontaktierten sie den Vermieter, welcher der Sache auf den Grund ging und sich auf den Weg zu seinem Haus an der Flughafenstraße machte.
Der Auslöser des Gestanks wurde gefunden. Gegen 15:30 Uhr machte der Hauseigentümer einen schlimmen Fund und fand im Anbau des Hauses rund 44 Katzen – alle befanden sich in einem verwahrlosten Zustand. Unter den Katzen seien laut Angabe der Polizei Dortmund auch Katzenwelpen gewesen. Nach dem Fund rief der Vermieter des Hauses die Polizei. Die Beamten versuchten den ehemaligen Mieter zu kontaktieren, doch er konnte nicht angetroffen werden. Um die Katzen sicherzustellen, wurde das Veterinäramt Dortmund und die Tierschutzorganisation Arche 90 hinzugezogen.
Beißender Gestank: Einsatzkräfte mussten zwischendurch Wohnung verlassen
Gabi Bayer von der Dortmunder Tierschutzorganisation Arche 90 erklärt, dass ein Großteil von ihnen Katzenbabys waren. Den Gestank der Wohnung kann man leider nicht dokumentieren, aber er war laut Bayer extrem. „Die Einsatzkräfte mussten zwischenzeitig die Wohnung wegen des Gestanks verlassen“, so Bayer auf Nachfrage von wa.de.
Schon vor zwei Monaten war die Tierschutzorganisation Arche 90 bereits vor Ort an der Wohnung – doch kam nicht in die Räumlichkeiten. „Wir konnten also nur von außen gucken und haben sofort einen Bericht ans Veterinäramt geschickt. Mit der Bitte, diese Haltung zu überprüfen“, erklärt Bayer.
Verwahrloste Katzen in Dortmund gefunden: Was passiert mit den Tieren?
Sechs der Katzen wurden vom Veterinäramt mitgenommen. Diese befanden sich in Käfigen und wurden kurzzeitig im Tierheim untergebracht. Doch nun der Schock: Der Besitzer bekommt die Tiere wieder. „Ich bin extrem wütend über die Situation“, erklärt Tierschützerin Bayer. Die Tiere sollen vor Ort bleiben und weiter im Anbau leben – teilweise ohne Luft und Licht und ohne vernünftige Pflege.
Das Veterinäramt der Stadt Dortmund rechtfertigt diese Handlung jedoch. „Die Haltungsbedingungen in diesem Raum waren unhygienisch, betreffend der Raumgröße jedoch nicht zu beanstanden. Teilweise befanden sich die Tiere in einer roten Plastikbox, welche sie jedoch eigenständig aufsuchen oder verlassen konnten“, so Maximilian Löchter, Pressereferent der Stadt Dortmund, auf Nachfrage von wa.de. Außerdem wurde laut Veterinäramt der Stadt Dortmund eine Kontrolle angeordnet. Der Halter müsse für die Reinigung der für die Unterbringung der Katzen zur Verfügung stehenden Räume sorgen. „Zudem sind alle Katzen tierärztlich zu untersuchen und danach die eventuell notwendigen Behandlungen nach tierärztlicher Vorschrift durchzuführen“, so Löchter.
Die Haltung werde laut Veterinäramt Dortmund weiter engmaschig überprüft. „Der Tierhalter, welcher dem Veterinäramt grundsätzlich als solcher bekannt war, muss mit einem Bußgeldverfahren im Zusammenhang mit den sechs fortgenommenen Katzen rechnen“, erklärt Löchter.
Verwahrloste Katzen in Wohnung: Zweiter Einsatz in einer Woche
Der Fund von verwahrlosten Katzen in der Dortmunder Wohnung ist kein Einzelfall in Nordrhein-Westfalen. Erst vor einer Woche machte die Polizei Lippstadt einen schrecklichen Fund in einem Wohnhaus - viele Katzen in einem verwahrlosten Zustand mussten hier gerettet werden. Zunächst wurde davon ausgegangen, dass viele von ihnen tot seien. Am Ende konnte das Veterinäramt und die Polizei mehr als 140 Katzen lebend aus dem Haus retten.
