Parvovirus auf dem Vormarsch
Tödliche Tierseuche breitet sich aus: Experten klären auf – „Viele Tiere überleben das nicht“
Eine Katzenseuche mit tödlichem Verlauf breitet sich derzeit aus. Experten informieren, was dagegen hilft und wie die Lage im NRW-Tierheim aussieht.
Hamm - Im Nachbarland Mecklenburg-Vorpommern kämpfen Tierschützer aktuell mit einer tödlichen Seuche. Viele Katzenbabys sollen nämlich an einem Virus erkrankt sein, der für viele Vierbeiner bereits tödlich endete. Dabei handelt sich um das Parvovirus – auch als Katzenseuche bekannt. Auch in NRW greift die Seuche um sich.
Katzenseuche zählt zu einer schwer ansteckenden Krankheit, der vor allem junge Katzen zum Opfer fallen. Besonders der Magen-Darm-Trakt der Vierbeiner sei bei einer Infektion mit dem Virus befallen. „Die Inkubationszeit beträgt etwa vier bis sechs Tage. Das Virus wird meistens von der ungeimpften Mutter auf die Katzenwelpen übertragen“, heißt es in einem Artikel der Schweizer Kleintierklinik S. AG. Ist ein Vierbeiner infiziert, zeigt dieser unter anderem Symptome wie Niedergeschlagenheit und Appetitlosigkeit, gefolgt von Erbrechen, hohem Fieber und Durchfall.
Parvovirus breitet sich aus – Tierheim in NRW äußert sich zur Katzenseuche
Auf Nachfrage von wa.de äußert sich das Albert Schweitzer Tierheim Bonn zu dem Parvovirus. „Aktuell haben wir keine Katzen im Tierheim, die sich mit dem Parvovirus infiziert haben“, erklären die Tierheimmitarbeiter. In der Vergangenheit habe es Verdachtsfälle gegeben, allerdings haben durchgeführte PCR-Testungen schließlich ergeben, dass sich der Verdacht einer Infektion nicht bestätigt hat. „Der letzte bestätigte Fall, vor etwa 2 Jahren, betraf ein Kitten, welches stark abgebaut hatte und in eine Tierklinik gebracht wurde, wo es leider verstarb“, so das Tierheim.
Wie sollte man also vorgehen, um die Katzen vor dem Parvovirus zu schützen? Das Albert Schweitzer Tierheim erklärt, dass neu ankommende Katzen zunächst in einer Quarantänestation untergebracht und von anderen Katzen separiert werden. Zeigen die Vierbeiner dann keine Krankheitssymptome und verfügen über einen ausreichenden Impfschutz, können sie die Quarantänestation verlassen.
Der Lebensabend von Senioren-Katzen: Worauf kommt es an, wenn die Samtpfoten alt werden?




„Da der Parvovirus vor allem über den Kot und verunreinigte Gegenstände übertragen wird, werden die Oberflächen der Boxen, Katzentoiletten, Näpfe usw. täglich gereinigt und desinfiziert“, so die Tierheimmitarbeiter. Sobald möglich, werden Katzen geimpft, um mögliche Ansteckungen zu verhindern und bei einem Ausbruch den Krankheitsverlauf abzumildern. Eine Infektion sei vor allem für sehr junge und sehr alte Katzen gefährlich, schreibt das Tierheim.
Impfung gegen Parvovirus nötig – „Viele Tiere überleben das nicht“
Auch Dr. Ursula vom Tierärzteverband spricht sich für eine Impfung aus. „Bei einer Erkrankung kann man nur symptomatisch behandeln und muss darauf hoffen, dass die Behandlung anschlägt. Viele Tiere überleben das nicht. Gerade Welpen aus den Vermehrungsstationen im osteuropäischen Ausland sind oft zu jung, geschwächt und ungeimpft und schaffen es nicht“, erklärt sie auf Nachfrage von wa.de.
Auch eine weitere „hoch ansteckende Tierseuche“ geht in NRW um. Erste Tiere erlagen bereits der Krankheit. In einem Waldgebiet wurde ein grausiger Fund entdeckt.
Rubriklistenbild: © Monika Skolimowska/dpa
