Er durfte nie laufen
Jahrelang an der Kette: Anton ist „nie wirklich gelaufen“ – jetzt sucht der Hund ein Zuhause
Fox-Terrier Anton verbrachte seine ersten Lebensjahre an einer Kette in Rumänien. Jetzt sucht der lebhafte Rüde im Tierheim Ahlen eine zweite Chance.
Ahlen - Neugierig die Welt erkunden, die unterschiedlichsten Gerüche aufnehmen und ausgelassen toben: Was für viele junge Hunde Alltag ist, durfte Anton nie wirklich kennenlernen. Der im Januar 2020 geborene Fox-Terrier musste seine ersten Lebensjahre an der Kette verbringen, auf engstem Raum mit einem schäbigen Unterstand. Das Tierheim Ahlen möchte dem Rüden nun eine zweite Chance geben.
Anton ist „ein ehemaliger Kettenhund, der nun eine zweite Chance auf ein glückliches Leben sucht“, schreibt das Tierheim in einem Beitrag auf Facebook. Obwohl er grundsätzlich ein friedlicher Hund sei, brauche er Menschen mit Erfahrung und Geduld. „Er hat viel Energie und braucht ein Zuhause, das ihm Struktur und ein liebevolles Umfeld bietet“, schreiben die Tierschützer.
Kettenhund aus Rumänien: Anton durfte nie laufen – jetzt wartet er auf seine zweite Chance
„Für das, was er durchgemacht hat, ist er wirklich putzmunter“, beschreibt Christiane Schäfer, erste Vorsitzende des Tierschutzvereins Ahlen und Umgebung e.V., im Gespräch mit wa.de den lebensfrohen Rüden. Und geht noch genauer auf die trostlose und erschreckende Vergangenheit des Tieres ein.
So sei der Hund auf einem Grundstück in Rumänien entdeckt worden, angebunden an einer kurzen Kette. „Er ist sein Leben lang nicht von der Kette gekommen, er ist jahrelang nie wirklich gelaufen“, beschreibt Schäfer die schlimmen Lebensumstände. „Er wurde dort als übrig empfunden.“ Keiner hätte sich wirklich mehr um Anton gekümmert, Nachbarn hätten ihn höchstens immer mal was zu essen über den Zaun geworfen.
„Als übrig empfunden“: Fox-Terrier Anton musste Jahre an der Kette leben
Durch seine Vergangenheit falle es ihm manchmal schwer, seine Aufregung zu kontrollieren. In solchen Situationen könne er „knibbeln“ – ein Verhalten, das laut Tierheim nichts mit Aggressivität zu tun hat, sondern mit Unsicherheit. Das betont auch Christiane Schäfer im Gespräch mit wa.de noch einmal.
Mit anderen Hunden kommt Anton nur bedingt zurecht. Ob er sich versteht, hängt stark von der Sympathie ab. Für Familien mit Kindern sei er daher nicht geeignet, betont das Tierheim. Stattdessen sucht Anton ein ruhiges Zuhause bei Menschen, die ihn souverän führen und ihm klare Strukturen geben können.
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„Mit der richtigen Anleitung wird Anton ein loyaler und treuer Begleiter, der Ihnen sicherlich viel Freude bereiten wird“, heißt es am Ende des Facebook-Posts des Tierheims Ahlen. Und: „Er braucht Menschen, die ihn verstehen, ihm Sicherheit bieten und ihn mit Geduld und Konsequenz an das Leben in einem liebevollen Zuhause heranführen.“
Mit Rumänien teilt Anton das Herkunftsland vieler anderer Hunde, die in Deutschland auf eine zweite Chance hoffen – wie beispielsweise Dino und Ivo, die im Tierheim Dornbusch Zimmergenossen sind. Anfang Oktober wurden in Kamen eine Katzen-Mutter mit drei Kitten auf dem Ikea-Parkplatz gefunden. Während es für die Baby-Katzen nun ein Happy End gab, sucht die Mama weiterhin nach einem Zuhause.
Rubriklistenbild: © Tierheim Ahlen
