Sicherstellung durch Veterinäramt
Zehn Hunde nach illegaler Zucht sichergestellt: Fall zehrt an Tierheim-Kapazitäten
Zehn Hunde auf einmal – damit sieht sich aktuell das Tierheim in Dornbusch konfrontiert. Für den großen Zuwachs gibt es einen traurigen Grund.
Schalksmühle/Werdohl – Dass die Liebe zum Haustier auch zu weit führen kann, zeigt nun ein Fall aus dem Märkischen Kreis. Dabei stellte das Veterinäramt gleich zehn Chihuahuas bei einem Hundehalter aus Werdohl sicher. Anschließend wurden die Hunde im Alter zwischen vier Monaten und acht Jahren in die Obhut des Tierheims Dornbusch in Schalksmühle in der Nähe von Lüdenscheid übergeben, warten dort seit dem 4. September auf ein neues Zuhause. Grund für die Sicherstellung durch das Veterinäramt waren laut Angaben von Tierheimleiterin Anna-Lena Pieper „nicht zufriedenstellende Haltungsbedingungen“, die die Beamten zum Handeln veranlassten.
Zehn Hunde nach illegaler Zucht sichergestellt – Fall zehrt an Tierheim-Kapazitäten
Zu den genauen Zuständen, in denen die Hunde bei ihrem ehemaligen Halter gelebt haben, darf sich Pieper nicht äußern. Auch das zuständige Veterinäramt gibt sich auf Anfrage etwas schmallippig. So viel aber könne man sagen. Die zehn Tiere seien in einer kleinen Wohnung in Werdohl ohne Garten sichergestellt worden. Es waren auch nicht die ersten Chihuahuas, die vom Veterinäramt aus der Wohnung befreit wurden. Der Verdacht, dass es sich um eine illegale Hundezucht handelt, habe sich dabei bestätigt, heißt es aus dem Kreishaus.
Ins Visier des Kreisveterinärs geriet die Wohnung nach Beschwerden im vergangenen Jahr. Bei einer Kontrolle habe sich herausgestellt, dass dort eine gewerbliche Hundezucht ohne Erlaubnis betrieben worden sei. Seitdem wurden in der Wohnung zahlreiche Kontrollen durchgeführt, die im überwiegenden Falle auch zu Beanstandungen hinsichtlich der Haltungsbedingungen, des Auslaufs führten, teilt der Märkische Kreis mit.
Weil Anordnungen des Kreisveterinäramtes nicht beziehungsweise nur unzureichend befolgt worden waren, wurden dem Halter bereits Mitte dieses Jahres sieben Hunde fortgenommen. Anfang September schließlich wurde mit der Sicherstellung von insgesamt zehn Tieren die Hundehaltung beendet und ein Hundehaltungsverbot gegenüber dem Hundehalter ausgesprochen, erklärt das Veterinäramt auf Anfrage.
Zuwachs an Hunden stellt Tierheim Dornbusch vor große Aufgaben
Im Tierheim Dornbusch wurden die Neuankömmlinge zunächst untersucht – im wahrsten Sinne des Wortes auf Herz und Nieren. „Besonders bei ein paar der älteren Tiere mussten zwar zunächst Zahnsanierungen oder Herzkontrollen durchgeführt werden, in einem verwahrlosten Zustand waren die Hunde aber nicht.“ Auch seien sie an das Zusammenleben mit Menschen gewöhnt und daher in Zukunft weiter vermittelbar.
Das gilt unter anderem für Indo, eines der jüngeren Mitglieder der Chihuahua-Familie. Jüngst veröffentlichte das Tierheim einen Aufruf auf seiner Facebook-Seite, wonach sich Interessenten, die den sechs Monate alten Rüden bei sich aufnehmen möchten, telefonisch beim Tierheim Dornbusch melden können. Auch die weiteren neun sichergestellten Hunde sollen künftig einen Platz auf der Tierheimwebseite finden. Eine vorzeitige Vermittlung der Hunde sei auf Anfrage allerdings dennoch bereits möglich, wie aus dem Facebook-Beitrag hervorgeht.
Zudem sehe sich das Tierheim Dornbusch nicht zum ersten Mal mit einem solchen Fall konfrontiert, wie die Tierheimleiterin erklärt. „Wir hatten vor etwa einem halben Jahr schonmal einen ähnlichen Fall“, erzählt Pieper. „Damals waren es allerdings Hunde unterschiedlicher Rassen.“ Vor allem die geringe Körpergröße der Chihuahuas stellte die Mitarbeiter des Tierheims vor eine neue Aufgabe. So mussten Zwinger so umgebaut werden, dass die kleinen Hunde nicht durch die Zwischenräume der Gitterstäbe hindurchschlüpfen können.
Immer mehr sichergestellte Hunde im Tierheim Dornbusch
Außerdem ergänzt Anna-Lena Pieper: „Zehn Hunde auf einmal aufzunehmen, zehrt natürlich auch an unseren Kapazitäten.“ Demnach kann das Schalksmühler Tierheim aktuell keine weiteren Hunde aufnehmen. Auch generell habe sich die Zahl der Sicherstellungen von Hunden durch das Veterinäramt in den vergangenen Monaten deutlich erhöht. „Man muss jedem einzelnen Tier gerecht werden können – sowohl was die Wohnsituation als auch die Übernahme der nötigen Tierarztkosten betrifft“, sagt sie.
Sonderfälle, in denen Privatpersonen eine Vielzahl von Hunden aufnehmen, ohne deren Bedürfnissen gerecht werden zu können, seien dabei durch verschiedene Faktoren zu erklären: „Manche wollen mit den Hunden Geld verdienen, indem sie für Nachwuchs sorgen und diesen weiterverkaufen. Andere tun das aus falsch verstandener Tierliebe.“
In Bochum finden Tierschützer in der Nacht eine einsame Hündin – an einem Laternenpfahl angebunden. Der Fund sorgt für Entsetzen.
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