Kreisverband Hagen

Insolvenz in Eigenverwaltung: DRK steht vor finanziellen Problemen

Das Deutsche Rote Kreuz in Hagen hat finanzielle Probleme. Ein Insolvenzverfahren in Eigenregie wurde gestellt. Wie es nun weitergeht.

Hagen - Die finanzielle Lage vieler Unternehmen ist derzeit angespannt. Eine Vielzahl von Firmen in Deutschland, insbesondere in Nordrhein-Westfalen mussten in jüngster Zeit Insolvenz anmelden. Ein Baumarkt in Langenfeld beispielsweise muss aufgrund eines laufenden Insolvenzverfahrens schließen. Nun wurde bekannt, dass auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Hagen mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hat.

Insolvenz in Eigenverwaltung: DRK in Hagen hat finanzielle Probleme

Der Kreisverband des DRK hat beim zuständigen Amtsgericht in Hagen einen Antrag auf Einleitung eines Eigenverwaltungsverfahrens gestellt, wie aus einer Pressemitteilung des DRK hervorgeht. „Das Gericht hat diesem Antrag heute entsprochen und die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet. Diese Entscheidung wurde getroffen, um die finanzielle Stabilität des Verbands langfristig zu sichern und eine nachhaltige Sanierung in die Wege zu leiten“, so die Mitteilung vom Freitag, 29. November.

Die Notwendigkeit dieses Schrittes resultiert aus einer negativen wirtschaftlichen Entwicklung der letzten zwei Jahre. „Die enormen Personalkosten aufgrund der Tarifsteigerungen sowie die hohe Steigerung der Kosten für Energie, Lebensmittel und Dienstleistungen, bedingt durch die Inflation und den Ukraine-Krieg, konnten nicht ausreichend kompensiert werden“, teilt der DRK-Kreisverband Hagen mit. Dies sei eine Herausforderung, mit der viele Sozialverbände konfrontiert sind. Hinzu kommen die von der Landesregierung NRW angekündigten „massiven Kürzungen“ im sozialen Sektor.

Das Deutsche Rote Kreuz in Hagen kämpft mit finanziellen Problemen.

Einrichtungen und Leistungen werden wie gewohnt fortgeführt

Wie sieht die Zukunft also aus? Der Kreisverband wird fortan von einer Kanzlei für Insolvenz- und Sanierungsrecht unterstützt. Ein umfangreicher Maßnahmenplan soll erarbeitet werden. In den kommenden Wochen sollen Gespräche geführt werden, um die Sanierung des Kreisverbands voranzutreiben, wie der zuständige Fachanwalt für Insolvenz- und Sanierungsrecht, Andreas Budnik, erläutert.

„Unsere Einrichtungen und Leistungen werden wir auch in der Eigenverwaltung wie gewohnt fortführen. Wir werden allerdings unser umfangreiches Angebot unter wirtschaftlichen Aspekten intensiv auf den Prüfstand stellen müssen“, erklärt Philipp Kohn, Vorstand des DRK Kreisverband Hagen e. V., der auch im Eigenverwaltungsverfahren handlungs- und weisungsbefugt bleibt. Die Mitarbeiter des Verbands sollen für drei Monate Insolvenzgeld von der Bundesagentur für Arbeit anstelle ihrer Löhne und Gehälter erhalten.

Was macht der DRK-Kreisverband?

Als Sozialdienstleister ist der Kreisverband Hagen in verschiedenen Bereichen der Stadt tätig. Er betreibt unter anderem Altenheime, stellt Mahlzeiten auf Rädern bereit und führt einen Kleidermarkt. Darüber hinaus sind DRK-Mitarbeiter auch in den Rettungswagen der Hagener Feuerwehr tätig.

Das Eigenverwaltungsverfahren betrifft ausschließlich den Hagener Kreisverband. Alle anderen Organisationen des DRK, wie beispielsweise Ortsvereine, Landesverbände oder Tochtergesellschaften, sind davon nicht betroffen.

Rubriklistenbild: © Alex Talash

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