Nachwuchsbasketballer

Trauer um getöteten 17-jährigen Basketballer – „einfach nicht zu begreifen“

Der 17-jährige Basketballer Volodymyr Y. wurde in Oberhausen erstochen. Seine Mannschaftskollegen sind geschockt – und starten eine Spendenaktion.

Oberhausen – Er flüchtete im Juli 2023 nach Deutschland, um dem Schrecken des Krieges in der Ukraine zu entkommen. In Düsseldorf (NRW) fand der 17-jährige Volodymyr Y. eine neue Heimat, spielte erfolgreich Basketball und trainierte in seinem jungen Alter ab und zu bereits mit den Profis. Doch am Samstag (10. Februar) wurde das Nachwuchstalent in Oberhausen aus seinem noch jungen Leben gerissen. Nach einem Streit wurde Volodymyr durch einen Messerstich so schwer verletzt, dass er später im Krankenhaus verstarb. Sein Sportverein ist fassungslos – und nimmt mit emotionalen Worten Abschied von „Vova“.

17-jähriger Ukrainer in Oberhausen getötet – Basketballverein trauert

„Es geschehen Ereignisse, die manchmal einfach nicht zu begreifen oder in Worte zu fassen sind“, schreiben die Basketballer der ART Giants Düsseldorf auf Facebook. Dem Beitrag ist ein Foto von Volodymyr angehängt: Stolz trägt er die Flagge der Ukraine über die Schultern, ein breites Grinsen schmückt sein Gesicht. Der 17-Jährige sei ein fester Bestandteil des Nachwuchs-Teams gewesen und bereits für die U18-Nationalmannschaft nominiert worden, schreibt der Verein. Bei seinen Trainern, Mitspielern und Freunden sei er sehr beliebt gewesen. Doch durch sinnlose Gewalt fand sein Leben ein viel zu frühes Ende.

Nach Messerattacke: Nachwuchsbasketballer starb während Not-OP

In einem Bus gerieten Volodymyr und drei weitere Jugendliche mit einer anderen Gruppe in einen Streit, wie die Polizei am Montag (12. Februar) mitteilte. Auf dem Willy-Brandt-Platz, direkt am Oberhausener Hauptbahnhof, eskalierte die Situation. Zwei seiner Begleitpersonen, 14 und 13 Jahre, wurden im Verlauf schwer verletzt. Der 17-Jährige selbst und sein 18 Jahre alter Mannschaftskollege Artem K. erlitten durch Messerstiche lebensgefährliche Verletzungen. Artem überlebte die Attacke. Volodymyr nicht. Ärzte kämpften im Krankenhaus um das Leben des 17-Jährigen – doch er starb während der Notoperation.

„In Erinnerung bleibt ein junger Mensch, dessen Alltag durch pure Lebensfreude und sportlichen Ehrgeiz geprägt war“, schreiben die Basketballer von den ART Giants. „Über die genauen Gründe zur Todesursache von Volodymyr können wir zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussage treffen“. Viel wichtiger sei es, in „dieser schweren Stunde zusammenzustehen, für ihn und seine hinterbliebenen Angehörigen. Als Verein, als Familie, als Freunde – in Gedenken an Volodymyr“. Der emotionale Beitrag endet mit einem „Ruhe in Frieden“. Die Verfasser haben ihre Botschaft mit zwei Herzen versehen.

Polizei geht von „spontaner Gewalteskalation“ von 15-Jährigem aus

Noch in der Nacht konnte die Polizei Essen den mutmaßlichen Haupttäter, einen 15-jährigen aus Gelsenkirchen, der bereits „erheblich kriminalpolizeilich in Erscheinung“ ist, festnehmen, hieß es in einer Mitteilung vom Montag (12. Februar). Ukrainische Medien sprachen im Nachgang davon, dass die Herkunft ursächlich für den Angriff gewesen sein soll. Doch bei Zeugenvernehmungen ergaben sich keine konkreten Hinweise auf ein fremdenfeindliches Motiv, so die Polizei. Alles deute aktuell auf eine „spontane Gewalteskalation“ des 15-Jährigen hin.

Ein 17-jähriger Ukrainer ist in Oberhausen getötet worden, sein Basketballverein nimmt nun Abschied. (Symbolbild)

Nach Tod von 17-Jährigem: Basketballverein startet Spendenaktion

Um die Angehörigen von Volodymyr in dieser schweren Zeit zu unterstützen, haben die Teamkollegen ein Spendenkonto errichtet. Das Geld soll der Familie von „Vova“ zugutekommen, um unter anderem die Überführung und Beerdigung des 17-Jährigen zu finanzieren. „In Zeiten der Trauer bitten wir um eine gemeinschaftliche Unterstützung für die hinterbliebene Familie. Macht gerne mit“, schreibt der Verein. Und viele machen genau das: Innerhalb kürzester Zeit wurde das Spendenlimit von 20.000 Euro erreicht, der Verein kümmert sich derzeit um ein neues Spendenkonto. „Wir sind überwältigt“.

Der Vorfall weckt Erinnerungen an eine erschreckende Gewalttat aus dem Juli 2021 in Köln. Auf der Zülpicher Straße stach ein 16-Jähriger auf einen 18-jährigen Fußballer von Fortuna Köln ein, wie 24RHEIN berichtet. Rettungskräfte brachten den jungen Mann noch in ein Krankenhaus, dort erlag er aber wenig später seinen schweren Verletzungen. (mg)

Rubriklistenbild: © Andreas Franke/Imago & ART Giants Düsseldorf

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