Ermittlungen laufen
17-jähriger durch Messer-Angriff in Oberhausen getötet – Polizei nimmt drei Jugendliche fest
Ein Junioren-Basketballer (17) aus der Ukraine ist in Oberhausen getötet worden. Nun hat die Polizei drei Jugendliche aus dem Ruhrgebiet festgenommen.
Update vom 16. Februar, 7:30 Uhr: Im Fall des am Samstagabend (10. Februar) auf dem Willy-Brandt-Platz in Oberhausen (NRW) durch einen Messerstich getöteten 17-jährigen Ukrainers gibt es neue Erkenntnisse. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft in einer gemeinsamen Erklärung mitteilten, verdichten sich nach der Vernehmung von Zeugen und der Auswertung weiterer Spuren und Videoaufnahmen die Hinweise, dass noch weitere Personen an der Tat beteiligt gewesen sein könnten.
Am Freitagmorgen nahm die Mordkommission deshalb in Herne und in Gelsenkirchen zwei 14-Jährige und einen 15-Jährigen fest. Alle drei gelten als „dringend tatverdächtig wegen gemeinschaftlich begangenen Mordes, versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung“, so Polizei und Staatsanwaltschaft. Einer der Jugendlichen war bereits nach der Tat vorläufig festgenommen worden, wurde allerdings wegen einer nicht eindeutigen Beweislage zunächst wieder freigelassen. Nun soll geprüft werden, ob die Jugendlichen neben der Tat am Samstag noch für weitere, ähnliche Straftaten als Verdächtige infrage kommen könnten.
17-jähriger durch Messer-Angriff in Oberhausen getötet – Polizei nennt neue Details
Update vom 13. Februar, 11:42 Uhr: Nach der Auseinandersetzung am Samstagabend (10. Februar) auf dem Willy-Brandt-Platz in Oberhausen, bei der ein 17-jähriger Ukrainer durch einen Messerstich so schwer verletzt wurde, dass er später im Krankenhaus verstarb, arbeitet die Mordkommission des Polizeipräsidiums Essen unter Leitung der Staatsanwaltschaft Essen weiter an der Aufklärung des Sachverhaltes. „Bei den akribisch durchgeführten Ermittlungen sind insbesondere die Fragen zu klären, was an dem Abend konkret passiert ist und warum es zu diesem schrecklichen Geschehen kam“, erklärt die Behörde.
So seien am Montag (12. Februar) Veröffentlichungen von ukrainischen Medien bekanntgeworden, „die von gesicherten Erkenntnissen sprechen, dass ihre Landsleute allein deshalb angegriffen wurden, weil sie Ukrainer sind“, so die Polizei. Nach umfangreichen Zeugenvernehmungen und Auswertungen von Beweismitteln gebe es derzeit allerdings keine konkreten Hinweise auf eine fremdenfeindlich motivierte Tat. Aktuell deute alles auf eine spontane Gewalteskalation des 15-jährigen Haupttäters hin, heißt es weiter. Die Ermittlungen werden „auf Hochtouren“ weitergeführt.
17-jähriger ukrainischer Basketballer stirbt durch Messer-Angriff in Oberhausen
Erstmeldung vom 12. Februar, 10:13 Uhr: Oberhausen – Ein 17 Jahre alter Junioren-Basketballer aus der Ukraine ist am Samstagabend (10. Februar) am Willy-Brandt-Platz vor dem Hauptbahnhof in Oberhausen (NRW) ums Leben gekommen. Zuvor sei ein Streit unter zwei Gruppen von Jugendlichen eskaliert, berichten Polizei und Staatsanwaltschaft aus Essen. Der 17-Jährige wurde dabei mit einem Messer so schwer verletzt, dass er kurze Zeit später im Krankenhaus starb.
Als Tatverdächtiger wurde ein 15-Jähriger aus Gelsenkirchen festgenommen. Noch drei weitere Jugendliche wurden schwer verletzt, darunter auch ein 18-jähriger ukrainischer Mannschaftskollege des Getöteten. Er erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Eine Mordkommission hat die Ermittlungen aufgenommen.
Basketballverein trauert um toten 17-Jährigen
Laut dem Basketballverband in der ukrainischen Hauptstadt Kiew und dem Basketballverein Art Giants Düsseldorf handelt es sich bei dem getöteten 17-Jährigen um den Junioren-Basketballer Volodymyr Yermakov. Yermakov spielte für die Art Giants Düsseldorf. Der Verein teilte am Montag mit, Yermakov sei „einer Gewalttat zum Opfer“ gefallen. „Um dem Krieg in seinem Geburtsland zu entkommen, zog es ihn im Juli 2023 nach Düsseldorf, wo er seine neue Heimat gefunden hatte. Volodymyr war bei Trainern, Mitspielern und Freunden sehr beliebt. In Erinnerung bleibt ein junger Mensch, dessen Alltag durch pure Lebensfreude und sportlichen Ehrgeiz geprägt war“, so die Art Giants.
Tödliche Messer-Attacke in Oberhausen
Der Streit unter den Jugendlichen eskalierte laut Polizeiangaben gegen 20:15 Uhr an einer Bushaltestelle auf dem Willy-Brandt-Platz in Oberhausen. „Die beiden Personengruppen gerieten in einem Linienbus auf dem Weg in die Oberhausener Innenstadt zunächst verbal aneinander. Als die Beteiligten am Willy-Brandt-Platz den Bus verließen, eskalierte der Streit in einer körperlichen Auseinandersetzung“, berichten die Ermittler am Montag.
Dabei soll eine Person ein Messer eingesetzt haben. In der Folge wurden die 17 und 18 Jahre alten Ukrainer lebensgefährlich verletzt. Yermakov starb im Krankenhaus während einer Notoperation. Sein 18-jähriger Mannschaftskollege überlebte die Tat. Er wird weiterhin im Krankenhaus behandelt. Bei den weiteren Verletzten handelt es sich laut Polizeiangaben um einen 14-jährigen Syrer aus Gelsenkirchen und eine 13-jährige Deutsch-Libanesin aus Oberhausen. Sie erlitten schwere Verletzungen.
Polizei nimmt zwei Verdächtige fest – sie sind erst 14 und 15
Nach dem Angriff sollen die mutmaßlichen Täter zunächst unerkannt vom Tatort geflohen sein. Eine Mordkommission der Polizei in Essen übernahm noch in der Nacht zum Sonntag die Ermittlungen. Am frühen Morgen konnte die Polizei dann zwei „dringend tatverdächtige Jugendliche“ ermitteln. Sie wurden an ihren Wohnorten vorläufig festgenommen. „Bei ihnen handelt es sich um einen 15-jährigen Deutsch-Türken aus Gelsenkirchen und einen 14-jährigen Deutsch-Griechen aus Herne, die beide bereits erheblich kriminalpolizeilich in Erscheinung getreten sind“, so die Ermittler.
Gegen den 15-Jährigen wurde Haftbefehl wegen Totschlags und gefährlicher Körperverletzung erlassen, wie auch merkur.de berichtet. Gegen den 14-Jährigen habe sich der dringende Tatverdacht nicht erhärten lassen, so die Polizei. Er wurde an seine Erziehungsberechtigten übergeben. (bs/ots/dpa)
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