Oberhausen
Geld für Sanierung von marodem Solebad fehlt – Nachbarstadt will helfen
Das Solebad im Revierpark Vonderort in Oberhausen ist ein Sanierungsfall. Die Stadt Bottrop würde bei den Kosten helfen – unter einer Bedingung.
Oberhausen/Bottrop – Seit vier Jahren ist das Solebad im Revierpark Vonderort in Oberhausen (NRW) nun bereits geschlossen. Das Gebäude in dem Naherholungsgebiet sei stark von Rost- und Betonschäden betroffen, hieß es damals als Begründung von den Betreibern. Anstatt, wie ursprünglich, auf einen Neubau als Ersatz zu pochen, soll eine Sanierung das alte Schwimmbad jetzt auf Vordermann bringen. Doch das kostet viele Millionen Euro. Für einen Teil der Kosten würde die Nachbarstadt Bottrop einspringen – doch es gibt eine Voraussetzung.
Bottrop will sich an Kosten für Sanierung von Oberhausener Solebad beteiligen
Aktuell werden die Kosten für die Sanierung des Solebads im Oberhausener Revierpark Vonderort auf rund 18,5 Millionen Euro geschätzt, heißt es in einer Beschlussvorlage aus dem Bottroper Stadtrat. Ein Antrag für einen Ersatzneubau war im vergangenen Jahr bereits nicht berücksichtigt worden. Dafür wären mindestens 26 Millionen Euro angefallen. Als Alternative hat die Stadt Oberhausen einen Förderantrag zur Sanierung des Solebads gestellt. Sollte die Förderung bewilligt werden, könnten bis zu sechs Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt in die Baumaßnahmen fließen.
An den restlichen Sanierungskosten würde sich die Stadt Oberhausen mit 30 Prozent, der Nachbar Bottrop mit 20 Prozent und der Regionalverband Ruhr (RVR) mit 50 Prozent beteiligen. Nach den aktuellen Zahlen bedeutet das: Rund 3,7 Millionen Euro würde die Stadt Oberhausen selbst tragen. Gut 6,2 Millionen Euro würde der Regionalverband Ruhr (RVR) beisteuern und Bottrop würde sich mit rund 2,5 Millionen Euro an den Kosten für die Baumaßnahmen beteiligen. Für die Menschen aus der Region sei das Schwimmbad zu wichtig, als das man es für immer aufgeben könnte, hieß es als Begründung aus der Nachbarstadt.
Solebad soll nach Sanierung klimaschonend sein – mit Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen
Ausdrückliche Voraussetzung für die Nachbarschaftshilfe ist, dass der Bund auch tatsächlich für die restlichen Kosten aufkommt. Sollte es anders kommen, müssten die Projektbeteiligten theoretisch tiefer in die Tasche greifen – und dazu ist man in dem ohnehin wirtschaftlich angeschlagenen Bottrop nicht bereit. Um für die Bundesförderung infrage zu kommen, müsse das Konzept bestimmte Bedingungen erfüllen, wie es in dem Beschlusspapier heißt: Demnach müsse das Projekt eine „besondere regionale und überregionale Bedeutung“ haben, und angepasst an die Herausforderungen des Klimawandels sein.
Um die Förderbedingungen des Bundes zu erfüllen, soll das Solebad daher nach der Sanierung Maßstäbe in puncto Nachhaltigkeit und Barrierefreiheit setzen. Wärmepumpen sollen das Wasser für die Becken und Duschen erwärmen, Photovoltaikanlagen den benötigten Strom generieren. Auch das Dach und die Gebäudehülle sollen erneuert werden. „Modernste Maßnahmen zur effizienten Energienutzung, die konsequente Erzeugung der eigenen Energie sowie der Einsatz ressourcenschonender Baukonzepte werden zeigen, wie eine Bädersanierung der Zukunft aussehen kann“, heißt es im Förderantrag.
„Das Ruhrgebiet steht nicht für Luxus“: Besuch im Solebad soll nach Sanierung bezahlbar sein
Trotz der hohen Kosten bei der Sanierung des Solebades soll eines auf keinen Fall die Folge sein, wie es im Antrag heißt: hohe Eintrittspreise. „Auch hinsichtlich der ökonomischen Nachhaltigkeit sind hohe Anforderungen zu stellen. Das Ruhrgebiet steht nicht für Luxus und überdurchschnittliche Einkommen, sodass ein Badebesuch im Revierpark Vonderort zu erschwinglichen Konditionen und langfristig niedrigen Betriebskosten möglich gemacht werden soll.“ Zudem würde das Konzept barrierefrei umgesetzt werden – sollte die Förderung bewilligt werden.
Nicht nur Oberhausen, das gesamte Ruhrgebiet soll in den nächsten Jahren attraktiver für Anwohner und Touristen werden. Schon jetzt zieht die malerische Hasper-Talsperre in Hagen zahlreiche Interessierte an. Zukünftig soll zudem das historische Wasserwerk Volmarstein zu einem wahren Besuchermagneten werden. Auch das Naherholungsgebiet im Krupp-Park in Essern wird sich stark verändern. (mg)
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