Seit 1883 in Betrieb

Wie ein altes Wasserwerk zum Besuchermagneten werden soll

Nach über 140 Betriebsjahren soll das Wasserwerk Volmarstein in Wetter zu einem „Erlebnis- und Erholungsort“ umgebaut werden. Was dort geplant ist.

Wetter – Bereits seit 1883 ist das historische Wasserwerk Volmarstein in Wetter (NRW) in Betrieb. Doch 2025 wird die Trinkwasseranlage nach 142 Jahren stillgelegt. Danach will der Regionalverband Ruhr (RVR) das Grundstück vom jetzigen Besitzer – der Aktiengesellschaft für Versorgungsunternehmen (AVU) – abkaufen. Und der Verband hat Großes vor: Dort soll ein „Erlebnis- und Erholungsort“ entstehen, heißt es in einer Mitteilung. Nun haben die Projektpartner, zu denen neben dem RVR und der AVU auch die Stadt Wetter gehört, eine Absichtserklärung für ihr „Leuchtturmprojekt“ unterzeichnet.

Wasserwerk in NRW soll Besuchermagnet werden – mitten in einem „einzigartigen Naturraum“

Das Wasserwerk Volmarstein in Wetter soll nach Betriebsende zu einem Lern- und Erlebnisort umgestaltet werden. (Archivbild)

„Ziel der drei Akteure ist die weitere Entwicklung des Wasserwerkes Volmarstein und des angrenzenden Areals“, schreibt der RVR in der Mitteilung. Schon jetzt sei rund um das Wasserwerk in Wetter nahe Hagen ein „einzigartiger Naturraum direkt an der Ruhr entstanden“. Der „Schatz“, wie Nina Frense vom RVR das Gelände rund um die Trinkwasseranlage bezeichnet, soll nach Betriebsende als Erholungsort dienen. Das Wasserwerk selbst soll als Teil des Projekts „Flusslandschaft Mittleres Ruhrtal“ zu einem Lern- und Erlebnisort werden, in dem „140 Jahre der Wassernutzung und Wasserwirtschaft“ dargestellt werden.

„Flusslandschaft Mittleres Ruhrtal“

Die interkommunale Kooperation „Flusslandschaft Mittleres Ruhrtal“ wurde zunächst zwischen den Städten Hattingen, Herdecke, Wetter und Witten ins Leben gerufen. Im weiteren Verlauf wurde auch die Stadt Hagen konzeptionell in das Projekt miteinbezogen. Dort sollen „Aktivitäten zur Steigerung und Außendarstellung der Naherholungs- und touristischen Qualitäten des Landschaftsraums ‚Mittleres Ruhrtal‘“ gebündelt und koordiniert werden – insbesondere mit Blick auf die Internationale Gartenausstellung (IGA) 2027, die in der Metropolregion Ruhr stattfinden wird.

Quelle: Stadt Hagen

Seilhängebrücke, Natur und Camping: Was am Wasserwerk Volmarstein geplant ist

Das Wasserwerk Volmarstein soll zu einem „Erlebnis- und Erholungsort“ werden.

So könnten die Bauten und Anreicherungsbecken des Wasserwerks Volmarstein den Besucherinnen und Besuchern von Ingenieurwissen und Technikgeschichte „erzählen“. Auch Ausstellungen und Pop-Up-Events, also zeitlich begrenzte Veranstaltungen, könnten auf dem Gelände der Trinkwasseranlage ihren Platz finden. RVR, AVU und die Stadt Wetter planen zudem einen Standort für die Biologische Station und Naturangebote. Auch ein Zentrum für urbane Künste und Campingplätze sind angedacht.

Zudem will die AVU die Seilhängebrücke auf dem Gelände des Wasserwerks sanieren und in einen „beschränkt begehbaren Zustand bringen“. Beispielsweise für Führungen könnte das denkmalgeschützte Bauwerk dann betreten werden. Eine Fußgänger- und Radwegbrücke könnte die Anbindung über die Ruhr ermöglichen – sofern Fördermittel für den Neubau bereitgestellt werden, erklärt Baufachbereichsleiterin Birgit Gräfen Loer laut Mitteilung. Die Stadt Wetter habe nun die Aufgabe, die Erschließungssituation voranzutreiben, schreibt der RVR.

Eröffnung des umgebauten Wasserwerks Volmarstein zur IGA 2027 geplant

Die Seilhängebrücke am Wasserwerk Volmarstein in Wetter soll unter anderem für Führungen saniert werden.

Geplant ist, dass die AVU das Gelände rund um das Wasserwerk Volmarstein zum 31. Dezember 2025 an den Regionalverband veräußern kann. Die erstmalige Öffnung des Geländes für die Öffentlichkeit soll zur Internationalen Gartenausstellung 2027 (IGA) ermöglicht werden, die in der Metropolregion Ruhr stattfinden wird. Schon dann sollen auf dem Gelände der Trinkwasseranlage erste temporäre Veranstaltungen stattfinden.

Wasserwerk Volmarstein

Das Gemeinschaftswasserwerk Volmarstein in Wetter wurde 1883 in Betrieb genommen, mit der Aufgabe, die damals selbstständige Großstadt Barmen (heute ein Stadtteil von Wuppertal) mit Trinkwasser zu versorgen. In den 1950er-Jahren übernahm die AVU die Trinkwassergewinnungsanlage und versorgte damit den Ennepe-Ruhr-Kreis. Seit ein paar Jahren dient das Wasserwerk jedoch nur noch als Reserve-Wasserbecken.

Quelle: Stadt Wetter

„Riesenpotenzial“: Große Hoffnung in „Flusslandschaft Mittleres Ruhrtal“

Ein ganz schön straffer Zeitplan, wenn die Eröffnung keine zwei Jahre nach der Übernahme geplant ist. Das ist auch den Verantwortlichen klar: „Natürlich ist bis 2027 nicht alles fertig. Die Hauptzielrichtung wird sein, diesen Standort mit nachhaltiger Infrastruktur zu entwickeln und eine touristische Anbindung zu schaffen“, wird Horst Fischer von der IGA Metropole Ruhr 2027 gGmbH in der Mitteilung zitiert. Landrat Olaf Schade (SPD) ergänzt: „Das hat hier ein Riesenpotenzial, auch weit über den Ennepe-Ruhr-Kreis hinaus.“

Bis das Wasserwerk Volmarstein zu einem Ausflugsziel wird, wird es also noch ein paar Jahre dauern. Doch, wie wichtig Bauwerke, die dem Trinkwasser-Kreislauf dienen oder gedient haben, für den Tourismus werden können, zeigt sich schon jetzt in mehreren Städten im Ruhrgebiet: Beispielsweise bietet die malerische Hasper-Talsperre in Hagen einen Blick in das tiefblaue Wasser und die Hügel, die sie umgeben. Und auch die ältesten Trinkwasser-Talsperren Deutschlands in Remscheid haben sich über die Jahre zu einem wahren Besuchermagneten entwickelt. (mg)

Rubriklistenbild: © Rupert Oberhäuser/Imago & Stadt Wetter

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