Hattingen
Dries sucht ein neues Zuhause – der Schäferhund hat schon einiges erlebt
Schäferhund Dries wurde von seinem letzten Besitzer fast tot geprügelt. Monate später sucht er nach einem neuen Zuhause.
Hattingen – Dries ist ein Kämpfer. Das war dem Tierheim in Witten schon Mitte November klar. Der Schäferhund kam damals mit schwersten Verletzungen in die Einrichtung im Ennepe-Ruhr-Kreis (NRW). Mehrmals musste er notoperiert werden, überlebte aber. Noch immer sucht das Tierheim nach einem neuen Besitzer für Dries. Die Polizei ermittelt außerdem wegen des Verdachts der Tierquälerei und geht Hinweisen nach.
Misshandelter Hund wird in Tierheim in Witten eingeliefert
Es ist der 9. November 2023, als Dries gerettet wird. Damals berichtete das Tierheim auf Facebook, dass der Schäferhund an der Marxstraße in Hattingen aufgegriffen wurde. Vor den Augen seiner Retter brach Dries zusammen. Der Verdacht: Jemand hatte das Tier schwer misshandelt.
Dries hatte Hämatome und Flüssigkeit im Bauch. Die Tierärzte bestätigen den Verdacht der Retter: Die Verletzungen wurden durch „massive Gewalteinwirkung“ verursacht, mutmaßlich durch Tritte und Schläge in den Bauch. Dries wird mehrmals operiert. Seine Leber, Lunge, Milz und das Zwerchfell haben Risse. Dries ist übrigens kein Einzelfall. Erst im Oktober war in Hattingen ein Hund aufgegriffen worden, den vorher wohl jemand töten wollte.
Drei Tage kämpfen die Ärzte um das Leben von Dries. Am 12. November dann die Entwarnung: Dries geht es gut, sein Zustand ist stabil. Zwei Tage später soll er auch schon wieder gefressen haben. Damals war die Anteilnahme auf Facebook groß. Viele Menschen wünschten dem Schäferhund alles Gute und eine „ganz tolle Familie“.
Tierheim sucht neuen Besitzer für Schäferhund Dries
Für den Augenblick schien es nicht schwer, ein sicheres und liebevolles Zuhause für Dries zu finden. Doch zwei Monate, nachdem der Fall bekannt wurde, lebt der Schäferhund immer noch im Tierheim. „Seine Geschichte bewegte viele Menschen und wir sind dankbar für die Anteilnahme“, heißt es auf Facebook.
Der Schäferhund soll sogar einen Platz in Aussicht gehabt haben. Der wurde allerdings abgesagt, wie das Tierheim berichtet. Dries wolle endlich nach vorne schauen „und sucht seine passenden Menschen, die ihn lieben und bei denen er für immer, aber diesmal wirklich für immer, bleiben darf“. Dann beschreibt das Tierheim den Hund
- Geboren im April 2020
- 60 Zentimeter Schulterhöhe
- Rüden mag er nicht so gerne; Hündinnen nur, wenn er sie sympathisch findet
- Menschen gegenüber ist er positiv gestimmt
Misshandelter Schäferhund – Polizei geht Hinweisen nach
Doch die Misshandlungen haben trotzdem Spuren an dem Hund hinterlassen, berichtet das Tierheim. „In Stresssituationen zeigt Dries stereotype Verhaltensweisen in Form von Kreiseln und seine eigene Rute jagen.“ Dabei soll er sich auch schon selbst verletzt haben. Tiere können von solch traumatischen Erfahrungen Folgen davontragen, sagt auch die Tierpsychologin Ebru Yildirim. Demnach seien auch Depression oder Traumata nicht ausgeschlossen.
Was genau Dries angetan wurde, beschäftigt mittlerweile auch die Polizei im Ennepe-Ruhr-Kreis. Wie ein Sprecher gegenüber wa.de berichtet, ermitteln die Beamtinnen und Beamten wegen des Verdachts der Tierquälerei. „Bei uns ist in diesem Fall Anzeige erstattet worden“, so der Sprecher.
Durch die Berichterstattung über den Fall habe es einige Hinweise aus der Bevölkerung gegeben. „Momentan sind wir dabei, diese zu sichten.“ Zum genauen Stand der Ermittlungen könne man jetzt allerdings noch nichts sagen. (ebu)
Rubriklistenbild: © Tierheim Witten-Wetter-Herdecke

