Reaktion aus Düsseldorf

Werden alle Corona-Maßnahmen aufgehoben? NRW reagiert

Die Corona-Pandemie ist zu Ende. Das sagt Virologe Christian Drosten. Die Rufe nach einem Ende aller Corona-Maßnahmen werden lauter. NRW reagiert.

Düsseldorf - Fast drei Jahre lang Alltag mit Einschränkungen: Das Coronavirus hat tiefe Spuren in allen Bereichen des Lebens hinterlassen. Nachdem der Top-Virologe Christian Drosten die Pandemie für beendet erklärt hat, sollen so schnell wie möglich die letzten Schutzmaßnahmen verschwinden, fordert Bundesjustizminister Marco Buschmann. Doch nicht jeder schreit Hurra.

Schnelles Aus für alle Corona-Maßnahmen? NRW reagiert auf Vorstoß

Das Gesundheitsministerium von Nordrhein-Westfalen etwa warnt vor einem schnellen Ende aller Corona-Regeln. Auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) wies eine überstürzte Aufhebung der Maßnahmen zurück: „Ein sofortiges Beenden aller Maßnahmen wäre leichtsinnig und wird auch von Christian Drosten nicht gefordert.“

Aktuell berichteten viele Bereiche des Gesundheitssystems von einer erheblichen Be- oder Überlastung, teilte das NRW-Ministerium von Karl-Josef Laumann (CDU) am Dienstag (27. Dezember) mit. Daran habe auch Corona einen Anteil, denn die Zahl der mit dem Virus infizierten Menschen in den Krankenhäusern liege derzeit bei etwa 5.300 Patienten. Sonst liege diese Zahl „deutlich niedriger“, hieß es weiter.

„Die aktuelle Belastung ist zwar nicht allein auf Corona-Infektionen zurückzuführen, aber die bewusste Inkaufnahme von weiteren Corona-Infektionen würde hier eine zusätzliche Belastung auslösen.“ Derzeit schwappen Infektionswellen über NRW: Kinder sind besonders oft von Scharlach betroffen; Streptokokken-Bakterien machen die Menschen krank. Eine Infektion mit dem RS-Virus (RSV) kann für Säuglinge und Kleinkinder bedrohlich sein.

Ende aller Corona-Regeln: NRW-Gesundheitsministerium warnt

Das NRW-Gesundheitsministerium betonte in Bezug auf Corona: „Für die Frage der Erforderlichkeit und Rechtmäßigkeit der aktuellen Schutzmaßnahmen kommt es nicht auf eine medizinische Begriffseinordnung - „Pandemie“ oder „Endemie“ - an, sondern auf die Folgen des aktuellen Infektionsgeschehens.“ Die NRW-Landesregierung habe „immer deutlich gemacht, dass sie das Infektionsgeschehen laufend beobachtet und die Maßnahmen anpassen wird, wenn dies erforderlich ist.“

Auch der NRW-SPD-Vorsitzende Thomas Kutschaty sprach sich gegen ein schnelles Ende der letzten Corona-Maßnahmen aus. Angesichts der angespannten Lage im Gesundheitssystem seien Maske und Tests weiterhin wichtige Begleiter - gerade zum Schutz vulnerabler Gruppen, sagte Kutschaty der WAZ. „Daher sollten wir in diesem Winter noch weiter vorsichtig und rücksichtsvoll sein, zumal es ja nur noch ganz wenige Maßnahmen gibt“, betonte der SPD-Bundesvize. „Und denen sagen wir dann im Frühjahr bye-bye, wenn alles gut und glatt läuft.“

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Corona-Regeln in NRW: Hier gilt noch Maskenpflicht

Die Maskenpflicht gilt aktuell nur noch an wenigen Orten in NRW, darunter hier:

  • ÖPNV: Im NRW-Nahverkehr muss in Bussen und Bahnen mindestens eine OP-Maske getragen werden, im Fernverkehr (ICE, IC, Flixbus etc.) mindestens FFP2-Maske
  • Medizinische Einrichtungen wie Arztpraxen, Krankenhäuser und Reha-Einrichtungen
  • Pflegeheime bzw. Altenheimen mindestens FFP2-Maske für Besucher

Erst am 23. Dezember 2022 wurde in Nordrhein-Westfalen die Testpflicht für Besucher in Krankenhäusern und Pflegeheimen gelockert. (sst/dpa)

Rubriklistenbild: © Boris Roessler/dpa/Symbolbild

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