Arbeitskampf

Streik im ÖPNV legt NRW lahm: Wo Busse und Bahnen heute still stehen

Die Gewerkschaft Verdi ruft erneut in NRW zu Warnstreiks auf. Auch Stadtwerke und kommunale Jobcenter legen ihre Arbeit nieder. Wo es im öffentlichen Nahverkehr zu Einschränkungen kommt.

Hamm – Verdi wird den Arbeitskampf in den nächsten Tagen in NRW fortführen. Das ist aus Gewerkschaftskreisen zu vernehmen. Der Streik geht damit in die nächste Runde. Im öffentlichen Nahverkehr von Nordrhein-Westfalen hat die Gewerkschaft Verdi für Freitag, 21. Februar, 35.000 Beschäftigte in landesweit mehr als 30 Unternehmen zu Warnstreiks aufgerufen. Das ist noch nicht alles.

Streik im ÖPNV wird NRW lahmlegen: Zehntausende legen Arbeit nieder

„Da es auch am 17./18. Februar in der zweiten Tarifrunde für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes bei Bund und Kommunen kein Angebot gab, hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) Beschäftigte des öffentlichen Personennahverkehrs zu Warnstreiks aufgerufen“, teilt Verdi mit. Dieser erneute „Branchenwarnstreik“ soll am Freitag in sechs Bundesländern stattfinden:

  • Baden-Württemberg
  • Bremen
  • Hessen
  • Niedersachsen
  • Nordrhein-Westfalen
  • Rheinland-Pfalz

Arbeitskampf tobt in NRW und ganz Deutschland – nächster Streik

Betroffen von den Auswirkungen auf den ÖPNV sind laut einem Verdi-Sprecher alle größeren Städte in NRW. S-Bahnen, RE oder ICE von der Deutschen Bahn seien nicht Teil des Warnstreiks. Auf ihren Websites informieren die kommunalen Verkehrsbetriebe darüber, ob und welche Verbindungen in der Stadt oder Region noch bedient werden.

Laut dem WDR wird es in diesen NRW-Städten un Kreisen zu Einschränkungen im ÖPNV kommen:

Ruhrgebiet:

Rheinland und Rhein/Sieg-Kreis:

  • Köln
  • Bonn
  • Aachen
  • Düsseldorf
  • Kreis Mettmann
  • Meerbusch
  • Duisburg
  • Krefeld
  • Neuss
  • Ratingen
  • Monheim
  • Solingen
  • Remscheid
  • Wuppertal
  • Kaarst
  • Leverkusen
  • Rheinisch-Bergischer-Kreis

Niederrhein:

  • Mönchengladbach
  • Kreis Wesel
  • Duisburg

Westfalen:

Münsterland:

  • Coesfeld
  • Steinfurt
  • Warendorf
  • Münster (indirekt betroffen, weil Stadtwerke nicht streiken sollen)
  • Dorsten
  • Haltern

In einigen Städten sollen hingegen notfallmäßig mit Subunternehmen ausgedünnte Takte zumindest auf den Hauptachsen umgesetzt werden. Dazu zählen laut dem WDR unter anderem Hagen und Unna. Ebenfalls führen Auftragsunternehmen beispielsweise in der Eifel sowie in Monschau, Roetgen, Simmerath, Aachen-Nord und Haaren Fahrten durch. Auch in Viersen und Krefeld soll es Notfahrpläne geben.

Verdi ruft zu Warnstreiks auf: „Viel zu wenig Personal“

„Die Situation der Beschäftigten im ÖPNV ist außerordentlich problematisch. Es gibt viel zu wenig Personal, sodass die Arbeitsverdichtung ständig zunimmt“, wird die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Christine Behle zitiert. Sie ergänzt: „Dazu kommt, dass in den kommenden Jahren tausende Menschen auch im Nahverkehr in Rente gehen. Von denen, die heute neu dazukommen, bleiben viele nur kurz: Für die Belastung ist der Lohn zu niedrig, sagen sie. Aber mit jedem, der geht, steigt der Stress für die, die bleiben.“ Dadurch würde es zu „hohen Krankenständen“ kommen und „darum fallen Busse und Bahnen viel zu oft aus“. Aus diesem Grund fordere Verdi für die Beschäftigten eine „deutliche Lohnsteigerung und Entlastung auch im kommunalen Nahverkehr“.

Nicht nur der Nahverkehr wird vom Streik betroffen sein. An diesem Donnerstag, 20. Februar, etwa sollen auch schon die Beschäftigten der Stadt Hamm, der Stadtwerke und des Kommunalen Jobcenters erneut Stifte und Werkzeug niederlegen. In anderen NRW-Kommunen sieht das ähnlich aus.

Verdi-Warnstreiks im Februar in NRW: Hier streiken die Arbeiter

Impression vom Protestzug am Donnerstag, 13.02.2025 vor dem Musiktheater in Gelsenkirchen zu Streik und Demo der Beschäftigten im Öffentlichen Dienst. Deutschland NRW Gelsenkirchen
Impression vom Protestzug am Donnerstag, 13.02.2025 vor dem Musiktheater in Gelsenkirchen zu Streik und Demo der Beschäftigten im Öffentlichen Dienst. Deutschland NRW Gelsenkirchen
Detlef Raabe (Mitglied im verdi-Bundesvorstand) spricht am Donnerstag, 13.02.2025 auf dem Heinrich-König-Platz in Gelsenkirchen auf der Kundgebung im Rahmen des Streiks und der Demo der Beschäftigten im Öffentlichen Dienst. Deutschland NRW Gelsenkirchen
Detlef Raabe (Mitglied im verdi-Bundesvorstand) spricht am Donnerstag, 13.02.2025 auf dem Heinrich-König-Platz in Gelsenkirchen auf der Kundgebung im Rahmen des Streiks und der Demo der Beschäftigten im Öffentlichen Dienst. Deutschland NRW Gelsenkirchen
Verdi-Warnstreiks im Februar in NRW: Hier streiken die Arbeiter

„Zu den Streiks in den oben genannten Bundesländern, die direkt an den TVÖD gekoppelt sind, kommen weitere Unternehmen, die durch Haustarifverträge an die Entgeltentwicklung im TVÖD gekoppelt sind“, teilt Verdi dazu mit. In NRW seien 35.000 Beschäftigte in mehr als 30 Unternehmen in Städten und Landkreisen vom Warnstreik betroffen.

„Vor Ort sind betriebsnahe Versammlungen und vereinzelt ortsnahe Demozüge geplant“, heißt es. Der Arbeitskampf, er ist in NRW in vollem Gange.

Rubriklistenbild: © Bernd Wüstneck/dpa

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