Entscheidung gefallen
Nach tragischem Unfall mit 19 Verletzten: Rheinkirmes trifft Feuerwerk-Entscheidung
Bei der Rheinkirmes 2025 verletzte ein Feuerwerksunfall 19 Menschen, darunter drei Kinder. Jetzt wurde eine Entscheidung für zukünftige Höhenfeuerwerke getroffen.
Trotz des schweren Feuerwerksunglücks mit 19 Verletzten im Sommer 2025 hält die Düsseldorfer Rheinkirmes an ihrem traditionellen Höhenfeuerwerk fest. Die Veranstalter setzen stattdessen auf verschärfte Sicherheitsvorkehrungen, wie Kirmes-Geschäftsführer Sven Gerling erklärte.
Bei dem Unglück im vergangenen Juli detonierten fehlerhafte Feuerwerkskörper viel zu tief. 19 Menschen wurden dabei verletzt, vier von ihnen trugen schwere Verbrennungen davon – unter ihnen auch drei Kinder. Die Pyrotechnik gilt seit jeher als einer der größten Publikumsmagneten des Volksfestes, weshalb die Organisatoren nicht darauf verzichten möchten. „Man sieht ja, wie viele Emotionen, wie viel Freude dieses Feuerwerk den Menschen bringt“, sagte Gerling gegenüber der dpa.
Höhenfeuerwerk bei Rheinkirmes bleibt
Andreas-Paul Stieber, Vorsitzender der veranstaltenden St.-Sebastianus-Schützen, betonte die emotionale Schwere des Vorfalls. „Wir werden diese Nacht nicht vergessen“, sagte er der dpa. Der Schützenverein stehe nach wie vor mit vielen Betroffenen in Kontakt und wisse, dass es ihnen körperlich mittlerweile besser gehe. „Es wird aber viel Zeit benötigen, bis die seelischen Narben verheilt sein werden. Wer so etwas einmal miterlebt hat, wird es in seinem Leben schwer vergessen können“, sagte Stieber.
Die Ermittlungen zu dem Vorfall sind laut dem Schützenverein noch nicht abgeschlossen. Bisherigen Erkenntnissen zufolge war eine fehlerhaft hergestellte Feuerwerkskugel am Boden explodiert, teilte der Verein mit. Durch die Detonation seien Abschussvorrichtungen weiterer Pyrotechnik beschädigt worden, sodass mehrere unkontrollierte Geschosse in Richtung der Zuschauerinnen und Zuschauer flogen.
Um eine Wiederholung auszuschließen, plant das Organisationsteam für den Sommer 2026 mehrere Maßnahmen: Der Abstand zwischen Abschussplatz und Publikum soll deutlich vergrößert werden. Zusätzlich sollen Fangzäune um die Abschussplattformen herum installiert werden.
Veranstalter reagieren: „Lieber etwas kleiner, dafür aber etwas mehr Sicherheit“
Gerling schloss nicht aus, dass das Feuerwerk in diesem Jahr etwas kleiner dimensioniert ausfallen könnte. „Lieber etwas kleiner, dafür aber etwas mehr Sicherheit“, sagte der Kirmes-Geschäftsführer. Ein kompletter Verzicht auf das Lichterspektakel wäre seiner Einschätzung nach ein schwerer Rückschlag für das gesamte Volksfest gewesen. Ergänzend zum Höhenfeuerwerk ist auch in diesem Jahr wieder eine Drohnenshow geplant – ebenso wie bereits 2025.
Die Rheinkirmes zählt zu den größten Volksfesten Deutschlands. Organisiert wird sie vom über 700 Jahre alten St.-Sebastianus-Schützenverein anlässlich des Namenstags des Schutzpatrons St. Apollinaris am 23. Juli. Auf der linken Rheinseite, direkt gegenüber der Düsseldorfer Altstadt, präsentieren mehr als 300 Schausteller ihre Fahrgeschäfte und Festzelte. Im vergangenen Jahr zählten die Veranstalter rund 4,1 Millionen Gäste. Die diesjährige Ausgabe findet vom 17. bis 26. Juli statt. (lmü/mit Material der dpa)
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