Im Einsatz
Münster setzt auf Bodycams: „Deutliche Zunahme der Aggressivität“
Die Stadt Münster will Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes mit Bodycams ausrüsten. Die sollen nur an bestimmten Stellen zum Einsatz kommen.
Münster – Die Stadt Münster (NRW) möchte die Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes besser schützen und setzt auf eine Technik, die auch schon bei der Polizei und in anderen Kommunen zum Einsatz kommt: Bodycams. Datenschützer kritisieren ihren Einsatz, die Ordnungshüter versprechen sich aber viel davon.
Stadt Münster will Bodycams testen – teuer wird es nicht
„Die Kameras können kritische Situationen im Streifendienst entschärfen. Und das schützt die Polizistinnen und Polizisten direkt vor Übergriffen“, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul bei der Präsentation der Bodycams in Köln. Rund 9000 Geräte hat das Land seinerzeit für die Beamten im Streifendienst angeschafft. Die NRW-Polizei nutzt Bodycams seit Juni 2020. Nun also sollen auch die Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes der Stadt Münster, wo aktuell der neue Tatort gedreht wird, von der Technik profitieren. Allzu hohe Kosten fallen dafür nicht an.
Andere Kommunen in NRW nutzen auch Bodycams
Auch andere Kommunen in NRW nutzen bereits Bodycams und sind nach eigenem Bekunden zufrieden. So testete auch der Ordnungsdienst der Stadt Olfen im Kreis Coesfeld die neue Technik und scheint begeistert zu dein. „Bei uns sind Bodycams seit März im Einsatz und wir haben sehr gute Erfahrungen damit gemacht“, wird Thorsten Cornele, Mitarbeiter der Stadt Olfen, von den WN zitiert.
Sechsmonatige Testphase: Stadt Münster schafft Bodycams an
„Im Rahmen der sechsmonatigen Testphase stehen sechs Kameras zur Verfügung. Die Kameras inklusive der notwendigen Software und Serverkapazitäten werden für jeweils 50 Euro im Monat gemietet“, erklärt die Stadt Münster auf wa.de-Nachfrage. Im gesamten Stadtgebiet sollen die offenbar aber nicht zum Einsatz kommen. Der Wochenmarkt, der jeden Mittwoch und Samstag stattfindet, läuft in der Regel gesittet ab. In den Brennpunkten könnten die Bodycams laut Stadt Münster aber von Nutzen sein. Die datenschutzrechtlichen Hürden sind jedoch hoch:
- Im konkreten Einsatz darf eine Bodycam jedenfalls nur dann eingeschaltet werden, wenn ein Vorfall zu erwarten ist und entsprechende Voraussetzungen vorliegen.
- Insbesondere ist das Einschalten vorher anzukündigen und - sofern dies nicht bereits deeskalierend wirkt - durch ein optisches Signal, etwa eine rote Lampe, auf die Aufzeichnung hinzuweisen.
Stadt Münster möchte Bodycams im Bereich des Hauptbahnhofs einsetzen
„Der Einsatzschwerpunkt wird im Umfeld des Hauptbahnhofs sein, da das Ordnungsamt in diesem Bereich aktuell eine deutliche Zunahme der Aggressivität verzeichnet“, heißt es von der Stadt Münster. Sie erhofft sich durch den Einsatz der noch relativ neuen Technik eine deeskalierende Wirkung. Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes, die mit Bodycams ausgestattet sind, sollen also weniger in brenzlige Situationen geraten.
Die Kameras würden demnach neben Pfefferspray und Abwehrstock ein weiteres Einsatzmittel zur Eigensicherung im Einsatz darstellen, erklärt die Stadt Münster. „Mit den Kameras steht dem Ordnungsamt ein defensiveres Einsatzmittel zur Verfügung. Menschen nehmen die Kamera wahr und sehen ihr eigenes Verhalten auf dem integrierten Bildschirm. Dies hat nach den dem Ordnungsamt bekannten Erfahrungen deutlich deeskalierende Wirkung“, heißt es.
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