Tierschützer erheben Vorwürfe

Faultier Pauli stirbt an Hitzestress - Allwetterzoo Münster gesteht Fehler ein

Vor einigen Tagen starb Faultier Pauli in der neuen Meranti-Halle des Allwetterzoos Münster. Tierschützer erheben schwere Vorwürfe. Nun ist die Todesursache klar – der Zoo gesteht einen Fehler ein.

Münster - Ein paar Tage nachdem Tierschützer auf TikTok ein Video von Faultier Pauli posteten, das bei einem Trinkvorgang in der neuen Meranti-Halle hitzeerschöpft wirkt, war Pauli tot. Tierschützer erheben schwere Vorwürfe gegen den Allwetterzoo Münster – Pauli war erst zwei Jahre alt, die Tierschützer sehen eine Überhitzung als Todesursache. Pauli wurde daher pathologisch untersucht, um die genaue Todesursache festzustellen. Die Ergebnisse liegen nun vor. Der Allwetterzoo macht ein Statement.

Allwetter Zoo Münster gesteht Fehler ein – Faultier Pauli stirbt an Hitzestress

„Die pathologische Untersuchung des Faultieres ergab Befunde, die mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Zusammenhänge mit Hitzestress zurückzuführen sind. Die weiteren Ergebnisse sind Nebenbefunde, die allein nicht zum Tod eines Faultieres führen“, erklärt der Allwetterzoo in einem offiziellen Statement. Man müsse also davon ausgehen, dass die hohen Temperaturen in der Tropenhalle ausschlaggebend für den Tod des Faultieres waren. Der Allwetterzoo erklärt, dass das Zoopersonal die Temperaturen bislang, auch an heißen Tagen, durch eine aktive Lüftung gut steuern konnte. „Daher war die Kühlung der Halle mittels Klimatechnik zu dem Zeitpunkt noch nicht in Betrieb“, heißt es in dem Statement des Zoos.

Der Zoo erklärt weiterhin, dass die Temperaturen in der Meranti-Halle keineswegs ein Risiko für die dort lebenden Tiere darstellen. Die Tiere können sich in andere Bereiche der Halle zurückziehen, die „separat temperiert“ seien, so der Zoo. Da dies auch für Pauli der Fall gewesen sein soll, habe die zoologische Leitung das Risiko des Hitzestresses als gering eingeschätzt. So schildert der Zoo die Situation in dem Statement.

Faultier Pauli stirbt an Hitzestress – Video von Pauli habe dem Zoo nicht vorgelegen

Dass das Verhalten der Tiere in der Meranti-Halle nicht beobachtet werde, sei laut Aussage des Zoos nicht der Fall. Auch Hinweisen von Besuchern werde nachgegangen. „Es ist mir unbegreiflich, wie professionelle Tierpfleger es nicht bemerkt haben wollen, dass es dem Faultier sehr schlecht ging, wenn es selbst den Laien, also den Besuchern haufenweise aufgefallen ist“, schreibt eine Facebook-Nutzerin unter dem Statement des Zoos.

„Die gezeigten Szenen im Video, in denen das Faultier am Wassernapf trinkt, lagen dem Team des Zoos zur Beurteilung der Situation nicht vor“, sagt der Allwetterzoo. Pauli sei am besagten Tag jedoch unruhiger als gewöhnlich gewesen. Da er jedoch normal gefressen und auch Kot abgesetzt habe, sah der Allwetterzoo keinen akuten Handlungsbedarf.

Faultier Pauli stirbt an Hitzestress – wie geht es mit der Tropenhalle weiter?

Der Allwetterzoo habe die Situation der Temperaturentwicklung falsch eingeschätzt – das sei nun klar. „Aus diesem Fehler haben wir Rückschlüsse für die Steuerung der Klimatechnik gezogen und das Klimamanagement verbessert“, so der Allwetterzoo.

„Uns sind in der Einschätzung der technischen und tierischen Situation Fehler passiert, unter denen wir leiden und die uns tief betroffen machen. Wir geben alles, um solch einen Vorfall nie wieder erleben zu müssen“, betont der Zoo in dem Statement.

Rubriklistenbild: © Jan Woitas/dpa

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