Müllabfuhr betroffen
Erneut Streik in Münster – dabei sind Nachleerungen noch nicht abgeschlossen
Die Gewerkschaften sehen ihre Forderungen nicht als erfüllt an und kündigen weitere Streiks an. In Münster ist davon unter anderem die Müllabfuhr betroffen.
Münster – In Nordrhein-Westfalen und ganz Deutschland sind die Arbeitnehmer des öffentlichen Dienstes und in den Kommunen unzufrieden. Auch in Münster. Unter anderem die Gewerkschaft ver.di hatte daher zu einem Warnstreik aufgerufen. Ein erstes Angebot der Arbeitgeber kam aber überhaupt nicht gut an. „Mit den Inhalten ihres Angebots lösen die Arbeitgeber den Tarifkonflikt nicht. Die Konsequenz ist: Die Warnstreiks werden ausgeweitet“, sagte der ver.di-Vorsitzende und Verhandlungsführer Frank Werneke am 23. Februar 2023 in Potsdam. Auch in Münster kommt es daher nun erneut zu einem Streik.
In Münster streikt die Müllabfuhr erneut: Gewerkschaften unzufrieden mit Angebot
Die bisherigen Aktionen und Proteste hätten offenbar noch nicht ausgereicht, um die Arbeitgeber zum Umdenken zu veranlassen: „Dann werden wir eine Schippe drauflegen“, erklärte ver.di-Chef Werneke. Dies betreffe alle Bereiche im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen. In Münster legt unter anderem die Müllabfuhr ihre Arbeit nieder, in Essen streiken die Bus- und Bahnfahrer.
Die Abfallwirtschaftsbetriebe Münster (awm) sind das zweite Mal innerhalb von knapp zwei Wochen von dem Streik betroffen. „Die Abfuhr der Abfalltonnen in den Montagsrevieren fällt somit aus. Betroffen sind folgende Reviere:
- Revier G (Coerde, Teile von Kinderhaus und Teile des Kreuzviertels),
- Revier H (Rumphorst und Teile des Mauritzviertels),
- Revier R (Sprakel, Gelmer und Gittrup),
- Revier S (Handorf und Sudmühle).
„Ersatzlos ausfallen wird auch die Straßenreinigung“, erklärte die Stadt Münster. Wegen des angekündigten ganztägigen Warnstreiks der Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes bleibe zudem das Hallenbad Ost am Montag, 27. Februar, ganztägig geschlossen. „In allen anderen Hallenbädern in Münster findet der Badbetrieb regulär statt“, teilte die Stadt mit, die vor einem organisatorischen Problem steht.
„Der letzte Streiktag vom 14. Februar hängt uns immer noch nach, die Nachleerungen der davon betroffenen Tonnen sind noch nicht komplett abgeschlossen“, sagte awm-Sprecherin Manuela Feldkamp. Durch den zweiten Streiktag am Montag werden erneut rund 10.000 Abfalltonnen stehen bleiben, die dann wieder parallel zu den regulären Tagestouren nachgefahren werden müssen. Dabei gibt es ein Problem.
Infolge eines Streiks dürfen bei der Müllabfuhr Münster keine Überstunden gemacht werden
Die Müllabfuhr darf ihren Arbeitern keine Überstunden infolge des Streiks aufbrummen – das ist aus Gründen des Arbeitnehmerschutzes verboten. Dadurch käme es aber zu einem weiteren Verzug. „Bürgerinnen und Bürger sollen ihre Tonnen abholbereit stehen lassen. Wir müssen aber an dieser Stelle schon jetzt darauf hinweisen, dass die Nachleerungen der Tonnen mindestens 14 Tage in Anspruch nehmen werden“, erklärte Feldkamp. Bürgerinnen und Bürger aus den Abfuhrbezirken G, H, R und S hätten zudem gegen Vorlage des Ausweises die Möglichkeit, Rest- und Bioabfall ab dem 28. Februar und bis zum nächsten regulären Abfuhrtermin kostenfrei an den Recyclinghöfen abzugeben.
Ein Ende werden die Streiks wohl erst finden, wenn die Gewerkschaften ihre Forderungen als erfüllt ansehen. Schon jetzt seien bundesweit im öffentlichen Dienst über 300.000 Stellen unbesetzt. In den nächsten zehn Jahren müssten 1,4 Millionen Stellen neu besetzt werden, weil die „Baby-Boomer“ in Rente gehen. Bei der Berufsfeuerwehr in den Kommunen sei jede siebte Stelle unbesetzt, rund 5.000 Stellen. In Kitas und Jugendämtern herrsche Land unter. Rund 173.000 Fachkräfte hätten allein in den Kitas 2021 gefehlt.
„Mehr Geld, mehr Beschäftigte, weniger Arbeitsdruck – dafür machen wir uns stark“, heißt es – und um das zu erreichen, hilft manchmal eben nur ein Streik wie in Münster.
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