Universität
Bekommen Studenten keine O-Woche mehr? Münster strebt Änderung an
Die O-Woche für neue Studenten sorgt in Münster für Reibungspunkte: Anwohner beschweren sich über Abfälle und Lärm. Zwei Nachtbürgermeister wollen es ändern.
Dortmund/Münster – Für viele Studenten ist sie ein Highlight des Lebens an einer Universität: die sogenannte O-Woche. Die einen erinnern sich noch gut an diese erste Orientierungsphase, die anderen eher weniger – letzteres ist dann meist ein Zeichen dafür, dass die O-Woche gelungen ist. Partys finden statt, man lernt seine Kommilitonen kennen, geht die ersten Schritte im Studentenleben. Für die einen ist es eine unbeschwerte Zeit. Für die anderen ist die O-Woche mit Ärger verbunden. Klar, wo gefeiert wird, da gibt es Reibungspunkte. In Münster (NRW) sorgt das Nachtbürgermeister-Team Lisa Marie Tubies und Manuel Rojano Marin dafür, dass es in Zukunft weniger werden. Das Konzept nimmt konkrete Züge an.
Nachtbürgermeister-Team aus Münster setzt bei der O-Woche auf Kommunikation
„Viele Probleme lassen sich einfach lösen, indem man miteinander kommuniziert. Wir sehen uns als Vermittler zwischen den einzelnen Beteiligten“, sagt Tubier im Gespräch mit wa.de. Sie und Rojano sind als Nachtbürgermeister-Tandem in Münster unterwegs, fest angestellt bei der Stadt. „Es ist ein mediativer Job, wir stoßen aber auch Projekte an und geben Hilfe. Wir sind die Ansprechpersonen und verstehen uns als Bindeglied zwischen Verwaltung und Nachtleben“, sagt Rojano.
So sei es in Münster, wo die Universität bald einen neuen Namen erhält, während der O-Woche immer wieder zu negativen Begleiterscheinungen gekommen. „Es ist leider oft eine Woche, in der es lauter wird, Abfälle liegen bleiben und manche Menschen sich nicht wie gewünscht verhalten. Das wollen wir ändern, ohne aber, mit einem erhobenen Zeigefinger auf die Studenten zuzugehen“, erklärt Tubies. Rojano stimmt zu. „Das“, sagt er, „wäre eher kontraproduktiv. Es geht nicht darum, Dinge zu verbieten, sondern sie für alle angenehmer zu gestalten.“
O-Woche in Münster wird sich ein wenig verändern, „damit andere nicht länger genervt sind“
Die O-Woche an sich soll natürlich weiter ein fester Bestandteil des Studentenlebens in Münster sein. Dort werden die ersten Kontakte geknüpft, die ersten Schritte an der Universität werden erleichtert und es entstehen mitunter Freundschaften fürs Leben. „Ziel ist es nicht, die O-Woche in Münster abzuschaffen“, bestätigt daher auch Lisa Marie Tubies. Vielmehr soll es darum gehen, den Fachschaften Grundsätze mit an die Hand zu geben, „damit andere nicht länger genervt sind.“
Konkret geplant ist beispielsweise eine interaktive Karte, damit diverse Party-Hotspots im gesamten Stadtgebiet während der O-Woche nicht von zu vielen Fachschaften gleichzeitig angelaufen werden. Auch sollen die Kommunikationswege kürzer werden, um etwa die Abfallbeseitigung zu verbessern. „Es geht darum, in einen besseren Austausch mit allen Beteiligten zu kommen“, sagt Rojano. Bis zum Beginn des Wintersemesters 2023/24 Ende September soll das so weit sein – damit dann auch wirklich jeder die O-Woche genießen kann.
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