Umfassende Sanierung
Lambertibrunnen in Münster muss vermutlich vollständig abgebaut werden
Der Lambertibrunnen in Münster sprudelt wieder – vorerst. In einigen Jahren muss der Brunnen in der Altstadt aber vermutlich ganz abgebaut werden. Die Hintergründe.
Münster - Drei Jahre lang mussten die Münsteraner auf das wohlbekannte Plätschern in der Altstadt verzichten. Der Lambertibrunnen wurde saniert – und das zog sich. Seit Anfang Juni sprudelt es wieder auf dem Lambertikirchplatz. Doch mit der lang ersehnten Inbetriebnahme kam auch die Nachricht: Der historische Brunnen in Münster muss noch weiter saniert werden. Und dafür könnte er vollständig abgebaut werden müssen.
Die Geschichte des Lambertibrunnens reicht weit zurück. Seit 1909 stellte der Brunnen auf dem Kirchplatz das traditionelle Lambertusspiel dar, ein urmünsterscher Brauch. Im Zweiten Weltkrieg, 1944, wurde der Lambertibrunnen dann zerstört und im Jahr 1956 in neuer Form wieder aufgebaut. Teile des Originals befinden sich allerdings noch im Stadtmuseum.
Wieso der Lambertibrunnen in Münster wohl vollständig abgebaut werden muss
Zurück in die Gegenwart: Seit 2020 sprudelte der Lambertibrunnen nicht mehr, er musste saniert werden. Laut Stadt Münster waren Arbeiten an der Pumpe, der Elektronik und der Wasserzufuhr notwendig. Der Brunnen wurde grundgereinigt, und zahlreiche Verstopfungen in Zu- und Abläufen mussten gelöst werden. Zudem wurden die Trinkwasserinstallation und die Frischwassernachspeisung entsprechend aktueller Vorschriften umgebaut.
„Durch die Corona-Zeit, Lieferschwierigkeiten, Personalengpässe und Probleme, geeignete Fachfirmen zu finden, kam es zu Verzögerungen bei den Arbeiten“, teilte Stadt-Sprecherin Bruni Frobusch auf Nachfrage von wa.de mit. Die Kosten für das Maßnahmenpaket betrugen laut Stadt insgesamt rund 30.000 Euro.
Doch das reicht noch nicht, erklärt die Stadtsprecherin. „Für den langfristigen Erhalt und Betrieb des Brunnens am Lambertikirchplatz sind zukünftig weitere umfassende Arbeiten notwendig, deren Planung die Stadt nun angeht.“ Folgende Maßnahmen sind laut Frobusch in den kommenden Jahren geplant:
- Erneuerung zahlreicher verstopfter oder poröser alter Wasserleitungen
- Grunderneuerung der Brunnenelektronik
- Installation einer automatischen Wasseraufbereitung, um die notwendige Wasserhygiene dauerhaft sicherzustellen
- Sanierung der Wasserbecken
Historischer Brunnen in Münster muss wohl vollständig abgebaut werden
Und dafür muss aller Voraussicht nach der Lambertibrunnen komplett abgebaut werden, sagte Peter Driesch, Leiter des Grünflächenamtes, laut eines Berichts der WN bei der Inbetriebnahme des Brunnens im Juni. Weiter heißt es, dass es Überlegungen gäbe, den Lambertibrunnen anschließend wieder so zu errichten, wie er vor dem Zweiten Weltkrieg aussah – inklusive der originalen Teile, die sich noch im Stadtmuseum befinden.
Auf nähere Details zu der Sanierung und des möglichen Abbaus des Brunnens will die Stadt noch nicht eingehen. Laut WN sollen die jüngst erfolgten Arbeiten sicherstellen, dass der Lambertibrunnen die nächsten drei bis fünf Jahre munter vor sich hin plätschert. Irgendwann stehe dann die umfassendere Sanierung an – für rund 300.000 Euro.
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