Gastronomie

„Als junger Mann davon geträumt“ – Sterne-Koch aus Münster wird emotional

Nun gibt es drei Sterne-Restaurants in der Stadt. Ein Koch habe schon „als junger Mann davon geträumt“. Münster schmeckt gut. Er nennt die Besonderheiten.

Münster – Die Gastronomie-Szene in Münster (NRW) entwickelt sich kontinuierlich weiter. Auch die Auswahl an Spitzenrestaurants hat zuletzt zugenommen. Neben dem Coer D‘Artichaut, das seinen zweiten Michelin-Stern feiern konnte, gibt es zudem noch zwei weitere Restaurants, die die begehrte Auszeichnung erhalten haben – das Restaurant Spitzner und das Restaurant BOK – Brust oder Keule. Sie alle eint nicht nur der Rang eines Sterne-Restaurants, sondern vor allem der Teamgedanke.

Michelin 2023: Münster kann sich über drei Sterne-Restaurants freuen

„Der Stern ist mir sehr wichtig, ich habe schon als junger Mann davon geträumt, einmal einen zu erkochen. Das ist nun passiert, und ich freue mich sehr darüber. Ich sage aber auch, dass man so etwas nicht alleine schafft. Ich habe einen hervorragenden Sous Chef und ein fantastisches Küchenteam. Das geht mit dem Service so weiter. Kurz um: Ohne diese hochmotivierte Mannschaft hätte ich das nicht geschafft“, erklärt Karl Nicolas Spitzner gegenüber wa.de. Ähnlich hatte es auch schon Zwei-Sterne-Restaurantbetreiber Frédéric Morel vom Coer D‘Artichaut ausgedrückt. Er kannte zumindest das Gefühl, einen Stern zu haben. Für die anderen beiden ist es gänzlich neu.

„Wir freuen uns natürlich riesig, dass der Guide Michelin das BOK mit einem Stern ausgezeichnet hat. Das ist eine tolle Bestätigung unserer Arbeit und die funktioniert natürlich nur im Team“, sagt Laurin Kux vom BOK – Brust oder Keule. „Wir haben gemeinsam das letzte Jahr alles gegeben, um jedem Gast bei uns einen tollen Abend zu bereiten. Das gilt für unser Serviceteam natürlich genauso wie für unser Küchenteam. Wir verstehen uns als Einheit“, betont er. Denn so eine Auszeichnung ist alles andere als ein Selbstläufer.

„Ich kann nicht mal sagen, dass ich gezielt darauf hingearbeitet habe. Ich habe unser Ziel als Team aber vor 2 1/2 Jahren klar ausgesprochen. Dann haben wir weiter an der Küche gearbeitet, von der wir überzeugt sind, und die meiner Überzeugung nach zum Oerschen Hof passt“, meint der Spitzner-Koch. Die „einmalige Lokation, die besonders guten Produkte“ würden sein Restaurant auszeichnen. „Viele Kräuter und Pilze aus der Region – und die zeitgemäße klassische Küche, die wir hier kochen“, ergänzt Spitzner.

Sternekoch aus Münster legt viel Wert auf „hervorragende Produktqualität“

Ähnlich läuft es auch im BOK – Brust oder Keule ab. „Das Besondere am BOK ist der Mix aus dem herzlichen Service in legerem Ambiente, gepaart mit unserer ausgezeichneten Küche. Außerdem gibt es bei uns auch ein komplett vegetarisches Menü. Wir legen Wert auf hervorragende Produktqualität und arbeiten viel mit regionalen Produzenten zusammen. Außerdem bieten wir neben unserer Weinauswahl auch eine komplett alkoholfreie Getränkebegleitung zum Menü an“, erklärt Kux, der die Münsteraner Gastro-Szene noch lange bereichern will: „Wir sind sehr ambitioniert und versuchen, uns stetig in allem, was wir tun, zu verbessern. Deswegen verspüren wir momentan keinen Druck, sondern vor allen Dingen Vorfreude auf all das, was noch vor uns liegt.“ So sieht es auch Spitzner.

„Einen besonderen Druck verspüre ich nicht, was nicht heißen soll, dass ich den Stern nicht sehr gerne halten möchte. Insofern werden wir konzentriert an diesem neuen Ziel arbeiten. Aktuell verspüre ich eher Demut, Dankbarkeit und Freude. Es ist eine sehr große Motivation vorhanden, hart weiterzuarbeiten. Wenn das ein besonderer Druck ist, dann empfinde ich ihn zumindest nicht als besondere Belastung“, sagt er und genießt offenbar sehr seinen neuen Rang – wie auch die Gäste das Essen in den Münsteraner Sterne-Restaurants.

Rubriklistenbild: © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

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