SiNN GmbH

Modeunternehmen SiNN meldet Insolvenz an – einige Standorte in NRW

Ein weiteres bekanntes Modehaus hat Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen aus NRW hat am Montag einen Antrag beim Amtsgericht gestellt.

Hagen – Das Modeunternehmen SiNN (ehemals Sinn Leffers) mit Sitz in Hagen hat am Montag, 5. August 2024, beim Amtsgericht Hagen einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Insgesamt betrifft dies 41 Häusern und 1.500 Beschäftigte – auch einige in NRW.

Bekannte Modekette meldet Insolvenz an – einige Standorte in NRW

Das Gericht hat den Antrag bereits genehmigt. Mit dem Verfahren strebe das mittelständische Unternehmen eine zügige Restrukturierung an, heißt es in einer Mitteilung. Während des Verfahrens in Eigenverwaltung wird Rechtsanwalt Jan Ockelmann, als Restrukturierungsbevollmächtigten die Geschäftsführung begleiten.

Doch es gibt eine gute Nachricht für die Kunden: Der Geschäftsbetrieb von SiNN soll an allen 36 Standorten fortgeführt werden. Die Finanzierung dafür sei bis auf Weiteres gesichert, heißt es weiter. Die Modekette hat unter anderem Filialen in Bielefeld, Lüdenscheid, Hagen, Essen, Unna und dem Centro in Oberhausen.

Die Modehaus-Gruppe Sinn hat am 5. August 2024 Insolvenz angemeldet.

„SiNN wird das Verfahren in Eigenverwaltung zur beschleunigten Anpassung an die geänderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nutzen. Ziel ist es, möglichst viele Standorte und Arbeitsplätze zu sichern“, wird Jan Ockelmann zitiert. Ob dies in der Form gelinge, müssten die nun folgenden Gespräche und Verhandlungen mit den Beteiligten zeigen. Erste Signale seien aber durchaus positiv zu bewerten.

SiNN meldet Insolvenz an - gestiegene Kosten und „einmalige Sondereffekte“

Als Gründe für den Restrukturierungsantrag gab das Unternehmen die geänderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und „einmalige Sondereffekte“ an. So musste das Unternehmen durch Wasserschäden oder andere bautechnische Gründe zeitweilig Häuser oder Etagen schließen. 

„Das führte zu Umsatzrückgängen bei gleichzeitig deutlich gestiegenen Kosten für Mieten, Energie und Logistik. Auch die Implementierung eines dringend notwendigen neuen Warenwirtschaftssystems führte zu einem erheblichen Mehraufwand. Trotz umgehend eingeleiteter Maßnahmen konnten die Mehrkosten vom Unternehmen nicht vollständig aufgefangen werden“, schreibt das Unternehmen.

Die Beschäftigten seien über den aktuellen Stand informiert. Die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes für die Beschäftigten wurde bereits beantragt. 

Über die SiNN GmbH 

SiNN betreibt deutschlandweit 41 Modehäuser, mit einem Schwerpunkt in Nordrhein-Westfalen. Rund 1.500 Beschäftigte arbeiten für das Unternehmen, das nach eigenen Angaben mehr als zwei Millionen Kundinnen und Kunden hat. Das Unternehmen wurde vor 175 Jahren gegründet.

Die Modehäuser von SiNN konzentrieren sich vor allem auf mittelgroße Städte. Die Häuser haben eine Verkaufsfläche zwischen 2.000 und 10.000 Quadratmetern und bis zu 120 Beschäftigte pro Standort. Im Servicecenter in Hagen sind etwa 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Zuletzt erwirtschaftete die SiNN GmbH nach eigenen Angaben einen Jahresumsatz von 240 Millionen Euro.

Erst vor ein paar Tagen meldete die große Fotostudio-Kette studioline Insolvenz an. Mit Esprit ist auch eine andere bekannte Modekette aktuell im Insolvenzverfahren.

Rubriklistenbild: © Susanne Kornau

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